Auf dem Weg von der Pressekonferenz zurück in die Mannschaftskabine begegnete Andrea Trinchieri Dawan Robinson, der gerade die Prozedur der Dopingkontrolle beendet hatte. Die beiden klatschten sich noch einmal ab, und der Coach der Brose Baskets raunte seinem Aufbauspieler dabei zu: "A win is a win." Hauptsache gewonnen: Die Bamberger haben zum Start in die Play-offs keine Glanzleistung geboten. Aber der erste Sieg ist unter Dach und Fach. Nach dem 87:79-Heimerfolg über die MHP Riesen Ludwigsburg geht der Hauptrunden-Erste am Dienstag (20 Uhr) bei den Schwaben mit einer 1:0-Führung ins zweite Duell der Viertelfinal-Serie nach dem Modus "best of five".

Vorsprung nur noch verwaltet

Am Ende stand für die Bamberger zwar ein ungefährdeter Heimsieg zu Buche, doch machten sie sich das Leben phasenweise selbst schwer. In der ersten Halbzeit ließen sie den Ludwigsburger Aufbauspielern Kerron Johnson und Michael Stockton zu viele Freiräume, was diese weidlich ausnutzten. Und in der Schlussphase schlich sich nach einer komfortablen 18-Punkte-Führung (74:56, 32. Min.) wieder einmal der Schlendrian ein. Die Schwaben kamen heran, hatten aber nicht mehr die Kraft, die Partie noch zu drehen - auch, weil Bamberg in dieser Phase beim Rebound klar dominierte. "Das war nicht das erste Mal und wird nicht das letzte Mal gewesen sein, damit müssen wir leben", meinte Trinchieri zur Schlussphase, in der sein Team den Vorsprung nur noch verwaltete.

Robinson trifft aus allen Lagen

Zuvor hatten die Bamberger ein sehr starkes drittes Viertel aufs Parkett gelegt, in dem sie die Partie für sich entschieden. Topscorer Robinson (18 Punkte), der gewohnt energisch zum Korb zog, aber auch aus der Distanz treffsicher war, Center Trevor Mbakwe (15 Punkte/7 Rebounds) und Darius Miller (10) waren in dieser Phase nicht zu stoppen. Und in der Defensive legten die Gastgeber ihren Gegner an die Kette. Nur von der Freiwurflinie kamen die Schwaben zu Punkten. Ein Dreier von Shawn Huff bedeutete 1:30 Minuten vor Ende des dritten Viertels den einzigen Feldkorb der Schwaben in diesem Abschnitt. "Wir wussten, dass wir besser ins Spiel kommen würden, wenn wir sie stoppen. Das haben wir geschafft", sagte Robinson über den dritten Abschnitt, den die Brose Baskets mit 22:10 für sich entschieden. "Meine Spieler waren zu egoistisch. Sie haben den Ball nicht bewegt und dadurch Probleme bekommen", ärgerte sich der Ludwigsburger Trainer John Patrick.

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Die physische Spielweise der Schwaben, die keinen Körperkontakt scheuten, bereitete den Bambergern diesmal kaum Probleme. " Es sind Play-offs! Der Ball ist bedeckt mit Schweiß und Blut", meinte Trinchieri lapidar. Er ist sich aber bewusst, dass sich sein Team steigern muss, um auch die zweite Partie am Dienstag in Ludwigsburg zu gewinnen. "Auch dieses Spiel müssen wir als do-or-die-Spiel sehen. Das ist der einzige Weg, wie mein Team eine Play-off-Serie überstehen kann", sagte der Bamberger Coach.

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Die Statistik

Brose Baskets Bamberg - MHP Ludwigsburg 87:79
(27:26, 19:18, 22:10, 19:25)
Bamberg Robinson (18 Punkte/3 Dreier), Mbakwe (15), Wanamaker (12/2), Thompson (12), Miler (10/1), Strelnieks (8/1), Harris (6), Tadda (3/1), Theis (3), Bagaric
Ludwigsburg
Kennedy (18), Johnson (17/3), Huff (14/2), Brockman (13), Stockton (9/1), Waleskowski (6), Flomo (2), Little
SR Hesse, Schreiner, Neubecker
Zuschauer 6800 ausverkauft
Gesamtwurfquote Bamberg 43 Prozent (26 Treffer/61 Versuche), Ludwigsburg 40 (25/62)
Dreierquote Bamberg 35 Prozent (8/23), Ludwigsburg 30 (6/20)
Freiwurfquote Bamberg 77 Prozent (27/35), Ludwigsburg 79 (23/29)
Rebounds Bamberg 40 (28 defensiv/12 offensiv), Ludwigsburg 39 (28/11)
Ballgewinne/-verluste Bamberg 3/8, Ludwigsburg 6/11
Assists Bamberg 16 / Ludwigsburg 13
Fouls Bamberg 23 /Ludwigsburg 27