Drei Tage nach dem triumphalen 89:69-Erfolg gegen den Gruppenzweiten Laboral Kutxa Vitoria zum Ausklang einer phänomenalen Euroleague-Saison - in der die Brose Baskets nur aufgrund des schlechteren direkten Vergleichs gegenüber dem amtierenden Champion Real Madrid das Viertelfinale verpasst hatten - meldeten sich die Brose Baskets mit einem 100:67-Kantersieg über ratiopharm Ulm im Bundesliga-Alltag zurück.
Der Spitzenreiter feierte gegen die Schwaben, die mit Spielmacher Per Günther (Zahn-OP), Center Augustine Rubit (Oberschenkelverletzung) und dem Ex-Bamberger Carlon Brown (Knie-Probleme) auf drei wichtige Spieler verzichten mussten, nun schon den 20. Sieg in Serie in der Bundesliga und liegt fünf Spieltage vor dem Abschluss der Hauptrunde weiter mit acht Punkten Vorsprung vor Bayern München an der Tabellenspitze.


"Zeitpunkt ist überraschend"

Dieser Jubiläums-Erfolg war aber nicht der einzige Grund am Sonntag zu feiern: Nach Spiel-ende gaben die Brose Baskets bekannt, dass sie den Vertrag mit Center Leon Radosevic um drei Jahre bis 2019 verlängert haben. "Das kam schon überraschend für mich, vor allem zu diesem Zeitpunkt. Ich dachte, sie würden erst im Sommer mit mir reden, nachdem die Saison ja noch zwei Monate dauert. Aber ich bin sehr glücklich. Das gibt mir viel Selbstvertrauen. Dass ich den Vertrag sofort unterschrieben habe, zeigt, dass ich den Klub sehr mag. Sie geben mir drei Jahre, das beweist, dass sie auf mich bauen", freute sich der 25-jährige 2,08-Meter-Mann über den langfristigen Kontrakt. Vor allem auch deshalb, weil Radosevic in diesem Sommer Vater wird und seine Freundin heiraten will. Die zwei freien Tage bis Mittwoch nutzt der Center, um die Familie in Kroatien zu besuchen.


33:10 im zweiten Viertel

Janis Strelnieks, der gestern mit 17 Punkten Topwerfer im Bamberger Team war, macht mit seiner Lebensgefährtin Ieva Jansone, die für die Zweitliga-Damen der DJK Brose auf Korbjagd geht, und einigen lettischen Freunden einen Kurzurlaub in Berlin. "Wir haben die Ulmer sicher nicht unterschätzt, aber wir ließen sie zu einfachen Punkten kommen. Der Trainer forderte uns auf, aggressiver zu sein. Das haben wir umgesetzt und sind schnell davongezogen", charakterisierte Strelnieks die ersten beiden Viertel (21:24, 33:10).





Schon am Ende der ersten zehn Minuten blies Darius Miller mit zwei Dreiern zur Aufholjagd. Und im zweiten Viertel machten die Hausherren unter der Regie von Brad Wanamaker (8 Assists) schnell klar, dass sie sich von Raymar Morgan und DaSean Butler nicht weiter ärgern lassen wollten. Mit bissiger Verteidigung, guter Ballbewegung (26 Assists) und insgesamt nur sechs Ballverlusten schalteten die Bamberger schnell in den Normalmodus und zogen bis zur Halbzeit auf 20 Punkte davon.
Radosevic und Daniel Theis knüpften nahtlos an die starken Vorstellungen in den letzten Wochen an und waren maßgeblich daran beteiligt, dass die Brose Baskets sogar noch den Hunderter voll machten. Jetzt müssen die Bamberger erstmals seit Mitte Oktober nicht unter der Woche ran und können sich in Ruhe auf den Schlager am Samstag in Oldenburg vorbereiten.


Die Statistik

Brose Baskets Bamberg - ratiopharm Ulm 100:67
(21:24, 33:10, 29:19, 17:14)
Bamberg Strelnieks (17 Punkte/2 Dreier), Miller (16/3), Radosevic (15), Theis (13/2), Heckmann (10), Zisis (8), Staiger (6/2), Melli (6/2), Harris (5/1), Wanamaker (4), Idbihi, Obst
Ulm Morgan (22), Butler (18/3), Babb (9/1), Braun (5/1), Neumann (5), Brem-bley (4/1), Henry (3/1), Alte (1), Rohwer, Ferner
SR Lottermoser, Simonow, J. Reiter
Zuschauer 6800 ausverkauft
Gesamtwurfquote Bamberg 61 Prozent (37 Treffer/61 Versuche), Ulm 40 (24/60)
Dreierquote Bamberg 43 Prozent (12/28), Ulm 30 (7/23)
Freiwurfquote Bamberg 100 Prozent (14/14), Ulm 71 (12/17)
Rebounds Bamberg 27 (24 defensiv/3 offensiv), Ulm 32 (21/11)
Ballgewinne/-verluste Bamberg 6/6, Ulm 4/12
Assists Bamberg 26 / Ulm 11
Fouls Bamberg 20/ Ulm 19


Die Euroleague-Play-offs sind komplett

Trotz des triumphalen 89:69-Sieges über Laboral Kutxa Vitoria haben die Brose Baskets die Viertelfinal-Play-offs der Euroleague verpasst. Am Ende hatten die Bamberger in der "Todesgruppe F" sieben Siege und sieben Niederlagen auf dem Konto - das reichte "nur" zu Platz 6. Real Madrid (4.) und Khimki Moskau (5.) kamen auf die gleiche Ausbeute, liegen aber aufgrund des besseren direkten Vergleichs vor den Bambergern. Der deutsche Meister (1:3 Siege) hatte zwei Mal gegen Real (3:1) verloren und einen Sieg gegen Khimki (2:2) gefeiert. Wenn man bedenkt, dass die beiden Niederlagen gegen Real insgesamt mit nur sieben Punkten Differenz ausfielen, war das Aus sehr unglücklich.
Inzwischen stehen auch die Paarungen für das Viertelfinale, das nach dem Modus "best-of-five" gespielt wird, fest: ZSKA Moskau trifft auf Roter Stern Belgrad mit dem Ex-Bamberger Maik Zirbes. Laboral Kutxa Vitoria empfängt Panathinaikos Athen, Fenerbahce Istanbul den Titelverteidiger Real Madrid und Lokomotiv Kuban Krasnodar den FC Barcelona. Die Sieger der vier Play-off-Paarungen qualifizieren sich für das Final Four, das vom 13. bis 15. Mai in Berlin stattfindet.