Die Ähnlichkeit ist nicht zu übersehen. Der Mann ist seinem Vater, der im Jahr 2000 verstorbenen Kino-Legende Walter Matthau ("Ein verrücktes Paar" mit Jack Lemmon), wie aus dem Gesicht geschnitten: Charles Matthau, etwas schmaler als sein alter Herr, lächelt, ein freundlicher, zurückhaltender Mann mit besten Beziehungen in Hollywood. Er soll in unmittelbarer Nachbarschaft zu Tom Hanks und Ben Affleck wohnen. Der 53-Jährige ist selbst Regisseur und produziert US-Filme - und unterstützt jetzt auch das kleine Jugendfilm-Projekt "Dylan Papermoon" von René Daniel aus Eggolsheim.

Es ist genau genommen eine Sensation. René Daniel spricht von einem "großen Glücksfall" für sein Projekt. Dafür ist Matthau extra aus den USA angereist.
Beim Drehtag am Donnerstag in Bamberg hatte er erstmals die Gelegenheit, die Hauptcharaktere kennenzulernen: Dylan Papermoon (14) mit seinen Brüdern Big-Eye Jojy (11) und Timmy Lavotta (3).

Und Matthau ist begeistert von der Produktion, die ihn so sehr an das alte Hollywood erinnere, an die Zeit, als Filme noch nicht mit einem Millionen-Budget und tonnenschwerem Equipment aufwendig gedreht wurden.
So entstand bei Matthau auch das Interesse an dem fränkischen Dreh: "Wir haben uns über Facebook kennengelernt." Matthau hat die Arbeit von René Daniel schon länger über die sozialen Netzwerke verfolgt. "Ich war sehr beeindruckt von seiner Vision und Hingabe." Nun kam Matthau also nach Bamberg zu einer Eisengießerei in die Hallstadter Straße und schaute gespannt bei den Dreharbeiten für den Mafia-Streifen "Dylan Papermoon" zu.

Darin wird der Zuschauer in die Zeit der Prohibition in den USA versetzt, in das New York von 1926: Dylan Papermoon ist ein Junge, der als Zeitungsverkäufer Geld verdient, um auch seine beiden kleinen Brüder über die Runden zu bringen. Dylan, gespielt von Dylan Schröder, besitzt außerdem eine Formel, die Begehrlichkeiten bei der Mafia weckt. Auch das FBI ist ihm auf den Fersen. Es beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel.

Die Dreharbeiten werden mit schmalem Budget gestemmt. "Ein Tag kostet zwischen 500 bis 750 Euro", sagt Daniel. Der 49-Jährige ist ein Autodidakt, der früher schon Romane schrieb und auch das Drehbuch für den Film. Es ist ein Projekt im Rahmen seiner Kultur-Film-Jugendarbeit, mit der er junge Talente fördern will, sagt Daniel. "Der Film lief mir beim Schreiben förmlich vor Augen ab."


Vermarktung in den USA

Gedreht wurde schon im Bavaria Filmstudio in München, aber auch in Köln und Frankfurt, Forchheim (auf dem alten Spinnerei-Gelände in der Trettlachstraße) und eben in Bamberg.

Daniel und Matthau schwebt auch eine Vermarktung in den USA vor. Die Voraussetzungen dafür passen: "Der Film wird in englischer Sprache gedreht", sagt Daniel und sein Freund "Charlie" kenne das Business.

Dem gefällt es in Bamberg: "Es ist eine wunderschöne Stadt", sagt Matthau. Mit diesen Eindrücken fliegt er am Sonntag zurück in die USA. Die Arbeiten in Bamberg gehen derweil weiter: Geplant sei ein weiterer Dreh Ende November, sagt Daniel. Erneut mit Unterstützung: Dann will der Mann aus Hollywood wieder dabei sein.

Der Film soll ab 2018 zu sehen sein. Mehr Infos und Kontaktdaten für interessierte Sponsoren gibt es hier.