"Das is DJ Desue hier und ich bin Sidooo und wir machen jetzt mal bisschen Mucke hier für euch!", schallte in der Nacht zum Sonntag, um exakt 1.31 Uhr, die Stimme von einem der bekanntesten deutschen Rapper durch das Pio. Mit einem Satz war er auf den Boxen und die Menge tobte.

Im Publikum befanden sich neben eingefleischten Sido-Fans und solchen, die ihn einfach mal gerne live sehen wollten, natürlich auch einige Stammgäste des Clubs wie beispielsweise Fuemsanta Weber (19) und Anja Richter (18) aus Bamberg - obwohl sie nicht wegen ihm gekommen sind, erwarteten die beiden aber natürlich eine gute Show von dem Superstar.

Im Gegensatz zu Anja und Fuemsanta ist Florian Hohner eindeutig wegen Sido gekommen. "Seit ungefähr zehn Jahren" ist der 22-jährige Bischberger schon Fan des Berliner Rappers. Auch bei den letzten beiden Auftritten seines Stars im Pio war er natürlich dabei - außerdem hat er bereits zwei Konzerte besucht. Nach Autogrammen, Bildern, verschiedenen Fanartikeln und sogar einem Sido-Tattoo auf dem rechten Oberarm hat er jetzt noch einen großen Traum: einmal mit Sido auf der Bühne zu stehen.

Jägermeister und Smalltalk

Der Auftritt selbst ging nicht ohne Spirituosen von statten, was bei dem Berliner Rapper allerdings niemanden wirklich verwunderte oder gar störte. Eher im Gegenteil: Sidos Prostwünsche wurden vom Publikum mit einem enthusiastischen "Prost Sidooo!" erwidert.

Nach den ersten paar Jägermeistern begann er dann auch, das Publikum etwas mehr in seine Performance einzubeziehen. Kevin Kop aus Haßfurt war einer von denen, die dabei besonders in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rückten. "Ich hab die ganze Zeit jeden Text mitgerappt. Ich hab halt schon versucht, Sidos Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen", erzählt der 18-Jährige später. Von seinem Lieblingsrapper bekam er den Spitznamen "Emo" verpasst und wurde so gemeinsam mit dem "Junkie" und dem "Bullen" in die Performance einbezogen.

Neben einigem Smalltalk gab es von Sido, der mit bürgerlichem Namen Paul Würdig heißt, aber natürlich auch musikalisch etwas auf die Ohren. Er performte sowohl ältere Songs, wie beispielsweise "Schlechtes Vorbild" aus dem Jahr 2007, aber auch einige neuere Hits - unter anderem vom Album "23", das er im letzten Jahr gemeinsam mit Rap-Kollege Bushido aufnahm.

Nicht nur am DJ-Pult

Insgesamt schien das Publikum ziemlich zufrieden, nachdem der Berliner Rapper die Bühne um 2.22 Uhr wieder verlassen hatte. Die 20-jährige Stephanie Müller fand besonders gut, dass er im Gegensatz zu anderen Stargästen bei seinem Auftritt auch auf die Boxen gegangen ist und nicht nur hinter dem DJ-Pult stand, wie es beispielsweise Jan Delay oder Kool Savas gemacht haben. Wenn er noch einmal im Pio zu Gast ist, wird sie bestimmt wieder hingehen, erklärt die Scheßlitzerin.

Florians Traum, einmal mit Sido auf der Bühne zu stehen ging an diesem Wochenende zwar leider nicht in Erfüllung, für den Bischberger wird es aber wahrscheinlich auch nicht der letzte Besuch bei einem Auftritt des Rappers gewesen sein.