Kein einfaches Amt hat der Mistendorfer Kirchenpfleger Heinrich Nüßlein im Augenblick. Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt ist seit Anfang Mai für Gottesdienstbesucher geschlossen. Grund dafür ist eine umfangreiche Innenraumsanierung, des 1391 erstmals erwähnten und 1701 letztmals erweiterten Gotteshauses. Die Gottesdienste finden zurzeit im Pfarrheim oder in der Steinknockkapelle bzw. in der Filialkirche in Zeegendorf statt.
Für viele Mistendorfer und insbesondere für Pfarrer Otto Wohlleber dauern die Sanierungsmaßnahmen schon sehr lange. Der Pfarrer würde gerne bald wieder in "seiner Kirche" Gottesdienst feiern. Umbau- und Sanierungsmaßnahmen sind für ihn nichts Neues, mehrere Renovierungen hat er miterlebt.
Die letzte große Maßnahme fand 1990 bis 1992 statt.

Ursprünglich sollte in diesem Jahr nur die Raumschale mit der Decke überarbeitet und die Stuckdecke gesichert werden, die sich teilweise gelöst hat. Doch kurz nach Baubeginn stellte sich heraus, dass weitere Arbeiten zwingend notwendig sind. Die Holzpodeste unter den Kirchenbänken waren in einem maroden Zustand und die Holzlager größten Teils vermorscht. So mussten neue Bankpodeste angefertigt und der Untergrund teilweise erneuert werden.

Der Natursteinboden der Kirche wurde saniert und Schreinerarbeiten an der Empore und an der Sakristei waren notwendig. Die Pfarrkirche erhält darüber hinaus eine neue Beleuchtung und eine neue Beschallungsanlage. Im Zuge der Renovierungsarbeiten wird auch die Orgel ausgebaut, gereinigt und neu gestimmt.

Viel Eigenleistung

Die Sandsteinmauer auf der Südseite der Kirche zeigte deutliche Wasserschäden. Bei der Ursachenforschung stellte man fest, dass Drainage und Abwasserableitung der Dachrinne völlig unzureichend waren. Auf der Süd- und Westseite der Kirche wurde mittlerweile Abhilfe geschaffen und dies "zum größten Teil in Eigenleistung", berichtet der Kirchenpfleger. Doch auch diese Termine sind von ihm zu koordinieren, daneben müssen Absprachen mit den beteiligten Firmen gemacht und mit dem Landesamt für Denkmalpflege Rücksprache gehalten werden. "Ein nicht immer leichtes Unterfangen", so Heinrich Nüßlein, der dabei ein wachsames Augen auf die Kostenentwicklung hat. Ganz allein könnte die Kirchenstiftung die Renovierung nicht stemmen. So wurden Zuschüsse bei der Erzdiözese Bamberg, bei der Oberfrankenstiftung, bei der Bayerischen Landesstiftung und bei der Gemeinde Strullendorf beantragt.

Beim letzten Treffen der Fachleute mit den Verantwortlichen vor Ort wurde die farbliche Gestaltung der Orgelempore ausführlich diskutiert. Für Diözesanarchitektin Petra Postler ist es wichtig, dass die Empore wieder in ihrem originalen Zustand mit einer "aufwendigen Maserierung" zu sehen ist. Darüber hinaus muss die Farbe so gewählt werden, dass die Empore mit der Kanzel und den Altären zu einem einheitlichen Gesamtbild wird. Die Architektin lobt in diesem Zusammenhang die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten in Mistendorf und die "vielen freiwilligen und fleißigen Helfer", die ihren Beitrag dazu leisten, dass die Pfarrkirche bald wieder "im neuen Glanz erstrahlt". Auf die Frage nach der Fertigstellung der Arbeiten formuliert sie vorsichtig "Ende des Jahres". Für sie ist es wichtig, dass "alle Arbeiten komplett fertig sind" und sie weiß aus Erfahrung das "anständige Arbeit einfach Zeit braucht".