Stadtbrandrat Matthias Moyano ist begeistert: "Das ist ein freudiges Ereignis, und ich bin froh, dass es am Ende doch so schnell umgesetzt wurde - die Bauzeit lag gerade mal bei etwa einem Jahr." Am Ende, weil die Feuerwehr laut Moyano seit fast 20 Jahren auf der Suche nach einem Ersatz für die alte Halle in der Kapellenstraße ist.
"Das war mehr oder weniger eine Hinterhofgarage, die Verhältnisse sind sehr beengt." Seitdem dann auch noch eine Baulücke vor dem Feuerwehrgebäude entlang der Straße geschlossen wurde, mussten sich die Rettungskräfte in ihren Fahrzeugen durch eine enge Durchfahrt zwängen.

Das ist nun vorbei. Am Sonntag wird das nagelneue Feuerwehrgerätehauses der Freiwilligen Feuerwehr an der Ecke Münchner Ring/Rotensteinstraße eingeweiht. Es bietet Platz für drei Hallenstellplätze sowie einen Schulungsraum, in dem auch die Jugendgruppen unterrichtet werden. Außerdem wird die Kleiderkammer aller Löschgruppen, die sich derzeit noch in einer Garage am Margaretendamm befindet, ins neue Haus umziehen, wie die Stadt Bamberg und Stadtbrandrat Moyano erläutern. Der fügt hinzu: "Nun gibt es auch getrennte Duschen und Toiletten für Männlein und Weiblein."

2,2 Millionen Euro hat das Immobilienmanagement insgesamt investiert, die Regierung fördert davon etwa zehn Prozent, sagt Stadtsprecherin Ulrike Siebenhaar.
Sie gibt ebenfalls Auskunft zu einem Schreiben, das Norbert Tscherner vom Bamberger Bürger-Block an den Oberbürgermeister und die Lokalredaktion geschickt hat. Tscherner sprach von einem "Sicherheitsrisiko" und sah den nächsten Unfall am Münchner Ring schon "vorprogrammiert". Er forderte Absperrpfosten und eine Sperrkette an einer ganz bestimmten Stelle: Es geht um einen asphaltierten Verbindungsweg zur Erlichstraße.
"Dieser war jedoch zu keinem Zeitpunkt als Durchfahrung für Kraftfahrzeuge gedacht", stellt Stadtsprecherin Ulrike Siebenhaar klar. Die geteerte Strecke ist ausschließlich für Radfahrer und Fußgänger freigegeben. Die Stadt kündigte im FT-Gespräch an, "im Zuge der noch laufenden Baumaßnahmen" zwischen dem Geh- und Radweg am Münchner Ring einerseits und dem Verbindungsweg zur Erlichstraße andererseits "rasch geeignete Hindernisse" zu errichten. Das ist zwischenzeitlich geschehen. Die Pflanzenkübel sollen eine deutliche Sichtbarriere darstellen.


Frage nach Radweg-Ausbau

Tscherner stellte in seinem Schreiben eine weitere Frage: "Warum hat man den zirka 90 Meter langen Radweg entlang der Feuerwehr am Münchner ring nicht gleich mit ausgebaut?"
Dazu erklärt Stadtsprecherin Siebenhaar, "dass es sich um eine Bundesstraße handelt und neben Finanzierungsfragen auch Grundeigentums- und Zuständigkeitsfragen zu klären sind". Es sei nicht möglich gewesen, dies mit dem Bau des Feuerwehrgerätehauses zu vermischen.

Dessen Einweihung steht am Sonntag im Mittelpunkt bei den 36 Kameradinnen und Kameraden der Löschgruppe 2. Die Öffentlichkeit wird an einem anderen Termin zu einem "Tag der offenen Tür" geladen.
Wegen der exponierten Lage ihres neuen Hauses bekommen die Feuerwehrler nun übrigens eine Sonderaufgabe, wie Stadtbrandrat Matthias Moyano ankündigt. "Die Löschgruppe 2 wird zur Unfällen auf der Autobahn ausrücken, um die Verkehrsabsicherung zu übernehmen." Dafür haben die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr einen "Verkehrssicherungsanhänger" bekommen. Mit diesem gelangen sie dank des nun schnelleren Weges über den Ring zügig auf die Autobahnen.

Und Stadtbrandrat Moyano stellt klar: "Wir fahren von der Fahrzeughalle auf die Rotensteinstraße und dann auf den Münchner Ring aus." Der kleine Verbindungsweg zur Erlichstraße wäre auch von der Feuerwehr nicht als Ausfahrt genutzt worden.