In einem neuen Band des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege wird die Geschichte des Bamberger Gärtnerviertels dokumentiert.
Wie sind die "Häuser" im Bamberger Gärtnerviertel entstanden? Wer hat dort gelebt? Und was steckt hinter ihren Fassaden? Antworten darauf gibt der neue Band 7.2 des Bamberger Großinventars, der nun im Pfarrheim St. Gangolf vorgestellt wurde. "Das Großinventar zeigt eindrucksvoll, wie eng die Geschichte der Gärtnerfamilien – einer solchen entstamme ich ja auch – mit den "Häusern", Freiflächen und Straßen Bambergs verbunden ist", sagt Oberbürgermeister Sebastian M. Niedermaier.
Auf rund 1.600 Seiten beschreiben Fachleute des Bayerischen "Landesamts" für "Denkmalpflege" Haus für Haus und Straße für Straße die Gegend rund um St. Gangolf. Knapp 1.000 historische und aktuelle Fotografien, Pläne und Karten ergänzen die wissenschaftlichen Texte. Die beiden Teilbände sind vollständig farbig gedruckt. Damit ist ein weiterer Teil der Bamberger Gärtnerstadt umfassend erforscht und dokumentiert.
Von diesem Werk profitieren viele: Die Stadt bekommt eine fundierte Grundlage für "Denkmalpflege" und Stadtplanung. Eigentümerinnen und Eigentümer erfahren mehr über die Geschichte ihrer Gebäude, was ihnen bei Sanierungen hilft. Und alle, die sich für Bamberg interessieren, können ihre Stadt neu entdecken.
Der Band 7.2 trägt den Titel "Stift St. Gangolf mit Oberer Gärtnerei und östlichen Stadterweiterungen". Er ist in der Reihe "Die Kunstdenkmäler von Bayern" erschienen und umfasst die beiden Teilbände "Öffentliche Bauten" und "Straßen und Plätze".
Inhaltlich spannt er den Bogen vom mittelalterlichen Stiftsbezirk bis zu jüngeren Wohnquartieren und ehemaligen Kasernenarealen im Osten der Stadt. Schon im ausgehenden 14. Jahrhundert sind im Umfeld von St. Gangolf rund 30 Gärtnerfamilien nachweisbar, um 1450 waren es bereits etwa 70. Die Kirche selbst bewahrt Bausubstanz aus dem 11. Jahrhundert, das Dachwerk über dem Mittelschiff lässt sich dendrochronologisch auf die Jahre 1181 bis 1184 datieren. Auch der Ort der Buchvorstellung ist Teil des Inventars: Das heutige Pfarrheim wurde 1927 nach Plänen Anton Stallers als Probensaal für den Liederkranz errichtet. Bei der Sanierung 2003/04 blieb der historische Saal unverändert erhalten.
"Seit 1895 pflegt das Bayerische "Landesamt" für "Denkmalpflege" die Reihe ‚Die Kunstdenkmäler von Bayern‘. In mehr als 100 Bänden erfasst diese Publikationsreihe unser bauliches Erbe, macht es greifbar durch Fotografien, Pläne und Karten, die die Texte begleiten und bereichern. In den 1980er Jahren hat mit dem Großinventar Bamberg die vertiefte Erfassung und Darstellung der "Baudenkmäler" der fränkischen Welterbestadt begonnen. Jetzt sind Teilband 15 und 16 erschienen und würdigen wie ihre Vorgänger die Bedeutung der Bamberger Denkmallandschaft. Mit der Vorlage der umfangreichen Bücher haben wir unser Wissen für kommende Generationen bewahrt – ein Grund zur Freude und zum Feiern", sagte Dr. Markus Ullrich, Leiter der Abteilung Denkmalerfassung und -forschung am Bayerischen "Landesamt" für "Denkmalpflege".
Seit 2001 arbeiten die "Stadt Bamberg" und das "Landesamt" eng am Großinventar zusammen. Die Stadt unterstützt den Band 7.2 als Maßnahme im Städtebauförderungsprogramm "Lebendige Zentren", gemeinsam mit der "Regierung von Oberfranken", Bund und Freistaat Bayern sowie der "Oberfrankenstiftung". Hauptautoren sind Dr. Volker Rößner, Dr. Peter Ruderich und Dr. Jan Volker Wilhelm. Mit dem geplanten Band 7.3 zur Wunderburg soll die Erforschung der Gärtnerstadt abgeschlossen werden.
Der Band ist im Heinrichs-Verlag Bamberg und im Deutschen Kunstverlag Berlin erschienen. Wegen ihrer silberglänzenden Schutzumschläge sind die Bamberger Inventarbände auch als "Silberbände" bekannt.
Bei diesem Text handelt es sich um eine Pressemitteilung.