Es sind schwere Vorwürfe, die gegen zwei in Bamberg festgenommene Syrer erhoben werden: Der 24-jährige Kamel T. und der 17-jährige Azad R. sollen "hinreichend verdächtig" sein, sich als Mitglieder an der terroristischen Vereinigung "Harakat Ahrar al Sham al Islamiya" (islamische Bewegung der Freien Männer Großsyriens) beteiligt zu haben.

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat die Ermittlungen inzwischen an sich gezogen. Gegen die beiden mutmaßlichen Islamisten sind beim Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs Haftbefehle erwirkt worden, das teilte die Behörde am Dienstag mit.

Die ausländische terroristische Vereinigung, die kurz "Ahrar al Sham" heißt, gilt als eine der einflussreichsten salafistisch-dschihadistischen Gruppierungen der syrischen Aufstandsbewegung. Sie hat sich laut Bundesanwaltschaft zum Ziel gesetzt, das Regime des syrischen Machthabers Baschar al Assad zu stürzen und einen allein auf der Scharia gegründeten Gottesstaat zu errichten. Die genaue Anzahl der kampfbereiten Mitglieder der "Ahrar al Sham" ist laut der Behörde nicht bekannt, sie soll sich aber in einer Größenordnung von 10.000 bis 20.000 bewegen.
Die beiden jungen Syrer hatten bis zu ihrer Festnahme im April in einer Asylbewerberunterkunft in Bamberg gewohnt. Zunächst hatte die Staatsanwaltschaft Bamberg die Ermittlungen gegen die Männer wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat geführt. Seitdem befanden sich die Männer in Untersuchungshaft.


Beteiligt an Kämpfen im syrischen Bürgerkrieg?

Den Beschuldigten wird vorgeworfen, sich "Ahrar al Sham" in Syrien angeschlossen und zwischen 2013 und 2014 an Kämpfen für die Vereinigung im syrischen Bürgerkrieg beteiligt zu haben.

Bambergs Oberstaatsanwalt Christopher Rosenbusch hatte bereits im April gegenüber unserer Zeitung deutlich gemacht: "In Deutschland oder gar Bamberg war nichts geplant." Definitiv schlossen die Ermittler nach der Festnahme terroristische Aktivitäten der Beschuldigten in Deutschland aus.
Vermutet wird, dass die beiden Verdächtigen aus Zufall in der Domstadt landeten. Der jüngere Beschuldigte soll sich im Syrienkrieg schwer verletzt haben. Möglicherweise hatte der 24-Jährige den Jüngeren nur begleitet. Laut Staatsanwaltschaft wollte der ältere Beschuldigte wieder in sein Heimatland zurückkehren.

Im Mai hatte die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung aufgenommen und das Verfahren übernommen. Laut der Behörde wurden die Beschuldigten am 10. Juni dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt, der ihnen die Haftbefehle eröffnet hat. Die beiden Männer befinden sich in Untersuchungshaft.