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Ist es das Trauma durch die drastisch gestiegenen Baukosten zweier Kanalbrücken, das hier nachwirkt, oder hat es mit der schwierigen Haushaltssituation der Stadt Bamberg zu tun? Beim geplanten Neubau der Franz-Fischer-Brücke nördlich von Bug geht es nur mit Sieben-Millimeter-Stiefeln voran.
Bereits zwei Mal wurde der Baubeginn verschoben. Von 2012 auf 2013 und dann auf 2014. Derzeit wird Frühjahr 2015 als der frühest mögliche Baubeginn im Rathaus gehandelt, allerdings nur unter dem Vorbehalt der Finanzierbarkeit.

Immerhin: Der ausgiebige Planungsprozess bot genügend Zeit, dass sich die Beteiligten in Ruhe für eine von zehn Varianten entscheiden konnten.
Während die Autos das Betonbauwerk nur einspurig befahren dürfen, kann man die neue Buger Brücke in farbigen Illustrationen des Baureferats bereits bewundern.
Für Manfred Drescher vom Bürgerverein Bamberg-Bug sind solche Fotomontagen nur ein schwacher Trost. Er fühlt sich seit Jahren von der Stadt getäuscht. "Entweder ist die Brücke marode und sie muss umgehend neu gebaut werden. Oder sie ist es nicht, dann kann die Sperrung aufgehoben werden."

Eine neue Brücke: Was die Zukunft für Bug bringen soll, hat Baureferent Michael Ilk im Bausenat an die Leinwand geworfen: Am alten Übergang über die Regnitz soll eine Spannbetonbrücke mit so genannter gevouteter Unterkante entstehen. Dabei verjüngt sich die Spannbetonauflage zur Mitte der Pfeiler, was einen schlanken Eindruck des Bauwerks erzeugt. Nichtsdestotrotz wäre die neue Buger Brücke mit 13 Metern Breite etwa doppelt so breit wie die bestehende.

Für diese Bauweise haben sich als erster der Bürgerverein Bug und andere Bürger aus dem südlichen Stadtteil ausgesprochen, und die Mitglieder im Bausenat taten es ihm jetzt gleich - gegen die Stimmen der Grünen. Aus den Reihen von CSU und SPD kam nur ein Einwand: Die Stadt möge, um Legendenbildung in der Öffentlichkeit zu vermeiden, stets genau darlegen, wie hoch der Anteil ist, den der Straßenbau zu den Gesamtkosten beiträgt. Es sind rund 2,5 Millionen Euro.

Wobei unklar ist, wo die Endkostenhöhe für die neue Brücke tatsächlich liegt. Die Verwaltung, die von einer fünfprozentigen Teuerungsrate pro Jahr ausgeht, hat dem Bausenat eine Zahlenreihe genannt, die von 8,5 Millionen Euro bis 11,39 Millionen Euro reicht, je nachdem wann mit dem Bauwerk begonnen werden wird.
Streng genommen ist damit auch die neue Buger Brücke schon ein wenig teurer geworden, obwohl sie derzeit nur in Bildern existiert. Denn weil der Baubeginn immer weiter nach hinten verschoben wurde, sind die 2011-er Preise (8,5 Millionen Euro) nach der Schätzung des Baureferats 2015 natürlich nicht mehr zu halten. Dann soll sie schon mit 10,33 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Grüne wollen 10 Millionen sparen

Doch folgt man den Grünen, könnte man aus der Not mit den Kosten auch eine Tugend machen. Indem man überhaupt nicht baut. Die alternative Fraktion hat sich im Bausenat nämlich für eine Null-Lösung ausgesprochen: "So wie es jetzt ist, mit der Ampelanlage und der halbseitigen Befahrbarkeit auf der bestehenden Brücke, kann es bleiben. Das ist die beste Form der Verkehrsberuhigung", sagte Peter Gack.

Doch die Argumente der GAL, die vor allem die Verdoppelung der Breite der Brücke auf 13 Meter kritisch sehen, fanden bei den Kollegen der großen Fraktionen keinen Widerhall. Der in Bug wohnende Stadtrat Klaus Gallenz (CSU) verwies darauf, dass man nur mit einem Neubau der maroden Brücke deren Totalsperrung zuvorkommen könne. Auch der Verzicht auf einen der drei Meter breiten Rad- und Fußwege entlang Brücke und Straße hält er nicht für eine Lösung: "Hier geht es um eine sinnvolle Verbesserung. Und finanziell macht der Radweg das Kraut auch nicht mehr fett."

Glaubt man Manfred Drescher vom Bürgerverein, geht es beim Neubau der Buger Brücke nicht nur um 900 Menschen, die in dem südlichen Stadtteil wohnen. Von einer funktionierenden Verbindung profitiere der ganze Bamberger Süden, viele Vereine und auch Firmen. "Die Brücke ist lebensnotwendig, wobei es nicht um einen Meter mehr oder weniger Breite geht, solange der begegnungsfreie Verkehr von Autos, Radfahrern und Fußgängern möglich ist. Drescher ist mittlerweile sehr enttäuscht: "Es kann doch nicht sein, dass die Buger Bürger die Leidtragenden der verfehlten Brückenplanungen der letzten Jahre werden."