Geschenk für die Feuerwehr von morgen

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Pfarrer Marcus Wolf segnet im Beisein der Feuerwehrleute das neue Einsatzfahrzeug "Florian Bamberg 11/11/1". alle Fotos: Julian Megerle
Pfarrer Marcus Wolf segnet im Beisein der Feuerwehrleute das neue Einsatzfahrzeug "Florian Bamberg 11/11/1".  alle Fotos: Julian Megerle
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Die Jugendfeuerwehr Bamberg finanziert ihr neues Ausbildungsfahrzeug komplett durch Spenden.

Die Idee ist schon ein paar Jahre alt, aber nun kommt sie offiziell zum Abschluss: Die Jugendfeuerwehr Bamberg hat nach der Sonntagsmesse in St. Otto das kirchliche Okay zur neusten Errungenschaft bekommen. "Florian Bamberg 11/11/1" nennt sich das Mehrzwckfahrzeug. Pfarrer Marcus Wolf segnete es mit einer guten Portion Weihwasser.

Das Gefährt ist bereits seit Sommer Teil des Fuhrparks und schon jetzt Mitglied der jungen Feuerwehrfamilie. Nach dem es sozusagen den Segen von der "obersten Einsatzleitstelle" gab, zogen gut 100 Feuerwehrfrauen und -männer in ihren dunkelblauen Uniformen zur Turnhalle der nahegelegenen Luitpoldschule zu Grußwort und Frühschoppen.

Das Besondere: Die 98 000 Euro für das Fahrzeug in nigelnagelneuem Feuerrot kamen nicht von der Stadt Bamberg oder einer anderen Institution. Alles ist aus Spenden erwachsen: "Vom Rentner, der vielleicht 20 Euro gespendet hat, bis zu großen Firmenspenden war alles dabei", schildert Wolfgang Pfeuffer, Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr, den Einsatz der Stadtgesellschaft für das Projekt. Prominente Unterstützung bekam die junge Feuerwehr von der Firma Weyermann: "Wir sind sehr dankbar, wenn junge Menschen bereit sind, ihre Zeit für den Schutz anderer zu opfern", erklärt Thomas Kraus-Weyermann, welcher zusammen mit seiner Frau Sabine Weyermann nachträglich zum Ehrenmitglied der Bamberger Feuerwehr ernannt wurde.

Seit August steht das Fahrzeug bereits auf dem Hof. Und seit dem 5. Oktober 2018 hat die Jugendfeuerwehr mit ihren 42 Mitstreitern ihre Kampagne "Die Jugendfeuerwehr nimmt Fahrt auf" nach draußen getragen: Mit Social Media-Beiträgen, Aktionen wie "31 Tage, 31 Unterstützer" und weiteren Veranstaltungen in der Bamberger Innenstadt. Schneller als gedacht kam das Geld aus der Zivilgesellschaft zusammen.

Alexander Ohme, stellvertretender Jugendfeuerwehrwart beschreibt den Tag, als "Florian 11/11/1" ankam: "Ich denke, für alle die das erlebt haben, war das ein außergewöhnlicher Tag." Zusammen mit seinem Kameraden Alexander Wilhelm, dem Stadtjugendfeuerwehrwart, haben sie die Idee den "älteren Semestern" der Freiwilligen Feuerwehr schmackhaft gemacht. Die Firma Schulz in Kronach hat den neusten motorisierten Begleiter umgebaut und eingerichtet: Es gibt Platz für neun Leute inklusive Fahrer. Dazu kommt noch ordentlich Raum für einen Rollcontainer, welcher über eine Rampe mittels Seilwinde eingeladen werden kann. Notstromaggregat, Sprit, Schläuche, Pumpen, Ventile. Alles kann mit, wenn die Jugendfeuerwehr zur nächsten Übung oder dem Wettkampf ausrückt.

Viel Lob vom OB

"Das ist ein sehr interessantes Modell der Finanzierung", findet Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD). So könne die Stadt Geld bei der Ausrüstung der Feuerwehr sparen, scherzt er. Klar ist: "Das Engagement der Feuerwehr muss natürlich durch eine Investitionsfreude bei der Stadt begleitet werden", versichert Starke. Damit der hohe Ausrüstungsstand gehalten werden könne, müsse sich das auch im kommenden Haushalt widerspiegeln. "Die Jugendfeuerwehr ist ein Vorbild für die Stadtgesellschaft, denn sie schafft Vertrauen im Kleinen", lobt der Oberbürgermeister die Aktion der jungen Menschen.

"Die Jugendlichen haben sich selbst organisiert und damit die Grundlage für eine gute Ausbildung geschaffen", schätzt Stadtbrandrat Matthias Moyano den Einsatz. Aber was sagt der Nachwuchs zur Neuanschaffung? "Das ist ein schickes Fahrzeug!", freut sich Jule Strobler. Die 17-Jährige war schon zweimal damit unterwegs. Die Ausstattung sei sehr hilfreich für die Übungen. "Echt klasse! Wir sind damit unabhängig von den anderen Löschgruppen", betont der dreizehnjährige Fin Plaha. Und sein Freund Paul Schwab ergänzt stolz: "Einen MAN kann sich nicht jede Jugendfeuerwehr leisten." Nur fahren dürfen sie den Wagen noch nicht: Dafür müssen dann doch noch die Erwachsenen mit einem Führerschein für LKW ran. Ein Grund mehr, später in die aktive Wehr zu wechseln.