Die Welt bangt um das Leben von Michael Schumacher. Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister liegt nach wie vor im Koma. Nach seinem Skiunfall in den französischen Alpen wird nun viel über Sicherheit auf den Pisten diskutiert - auch in Bamberg.

"Der ein oder andere sagt schon: Jetzt muss ich mir einen Helm kaufen, nachdem das mit dem Schumi passiert ist", sagt Jochen Kutzelmann von Sport Wittke in Hallstadt. Eine leicht erhöhte Nachfrage nach Skihelmen haben alle Sportgeschäfte in Bamberg festgestellt. Eine Helmpflicht besteht bisher in Deutschland und Österreich nicht. In Südtirol müssen Kinder bis 16 Jahre einen Helm tragen. Dennoch denken viele nach prominenten Unfällen um und setzen stärker auf Sicherheit.

Bei Sport Wagner in der Gutenbergstraße und im Intersport Profimarkt im Hallstadter Industriegebiet hat man ebenso einen Anstieg in Sachen Schutzhelme wahrgenommen. Mehr als sonst, heißt es auch dort.
Die Nachfrage ist aber nicht so extrem ausgefallen wie vor fünf Jahren, als ein anderer prominenter Fall für Schlagzeilen sorgte. "Das war Wahnsinn", erinnert sich Roland Betz von Rolands Alpin-Laden in der Nürnberger Straße.

Damals, 2009, ist der thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus - der ein oder andere wird sich noch erinnern - mit einer Skifahrerin auf der österreichischen Riesneralm zusammengestoßen. Die Frau starb unmittelbar danach an den Folgen des Zusammenpralls. "Damals haben wir so viele Helme verkauft wie noch nie", sagt Roland Betz. Die anderen Sportfachgeschäfte bestätigen, dass 2009 mehr denn je los war.


Viele tragen schon einen Helm

Michael Schumacher ist nach jetzigem Erkenntnisstand ohne Fremdeinwirkung gestürzt. Bei Althaus war das anders, er hat einen Unfall mit verursacht - das Schicksal der Frau hat viele bewegt. "Man muss bedenken: Es kann einen immer jemand über den Haufen fahren", sagt Betz. Das heißt: Ein Helm dient in erster Linie auch zum Schutz, wenn andere weniger aufmerksam sind. In den Sportgeschäften empfehlen die Fachleute inzwischen immer Helme. Über 80 Prozent der ambitionierteren Skifahrer besäßen inzwischen auch einen solchen Kopfschutz, sagt Roland Betz. Der Markt ist dementsprechend schon gut abgedeckt.

Dafür zeichnet sich langsam eine erhöhte Nachfrage bei Rückenprotektoren ab. Diese seien inzwischen sehr weit entwickelt. Leicht und bequem zu tragen. Wobei das für einen Skifahrer, der nur einmal in der Saison auf die Piste geht, kaum lohnenswert sein dürfte, sagt auch Roland Betz.

Viel entscheidender ist hier die richtige Einstellung am Ski beispielsweise. "Die Bindungsauslösung ist wichtig", sagt Betz. Das heißt: Der Ski sollte für jede Person angepasst sein nach Alter, Gewicht, Körpergröße und Können. Je nachdem, wie fit ein Skifahrer ist, kann sein Körper mehr Kraft aufbringen, um den Ski noch zu beherrschen, bevor sich die Bindung automatisch öffnet. "Der Deutsche Skiverband empfiehlt jedes Jahr eine neue Einstellung."


Ein Tüv für Skifahrer?

Zur Sicherheit auf der Piste gehört noch mehr. Zum einen, dass der Ski gepflegt und die Kante griffig ist. Aber auch ein richtig sitzender Skischuh ist essenziell. Wenn zu viel Spiel im Schuh ist, geht die Kraft verloren. Die Verletzungsgefahr steigt. Das seien zwar einleuchtende Dinge, vielen Hobby-Skifahrern sei das aber nie so bewusst.

"Es sollte einen Ski-Tüv geben", findet deshalb Roland Betz. Einen Tüv, der am Lift steht und das Material kontrolliert. Wenn ein Prüfer dann sagen würde, das Material ist nicht optimal, sei schon vielen sehr geholfen. Doch so etwas gibt es noch nicht.

"Wir sind momentan wie der Tüv", sagt Roland Betz über die Wintersport-Fachgeschäfte.