Es ist nahezu eine exakte Kopie: Wieder sind bislang unbekannte Täter mit einem gestohlenen Fahrzeug in das Schaufenster des Juweliers am Grünen Markt gefahren, um mit ihrer Beute in einem anderen Auto unerkannt zu flüchten.

Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren, am 14. Januar 2019, war schon einmal derselbe Juwelier mit derselben spektakulären Vorgehensweise Opfer eines Einbruchs geworden. Damals rasten die Täter rückwärts mit einem SUV ins Schaufenster und erbeuteten teure Uhren und Schmuck mit einem Wert, der in Millionenhöhe liegen soll.

Bei dem Einbruch am Freitag waren die Täter laut Mitteilung des Polizeipräsidiums Oberfranken bei der Auswahl ihrer Beute wohl weniger erfolgreich: Sie nahmen Schmuck mit, der laut ersten Schätzungen einen Wert im unteren fünfstelligen Eurobereich hat. In unmittelbarer Nähe war außerdem im November 2019 ebenfalls mit einem Fahrzeug versucht worden, in ein Juweliergeschäft einzubrechen: Die Täter scheiterten damals an der zu schmalen Tür.

Die Kripo prüft derzeit mögliche Zusammenhänge vor allem zum Fall vom Januar 2019, der noch nicht abgeschlossen ist, wie Anne Höfer, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums, auf Nachfrage sagte.

Parallelen zum alten Fall

Es gibt viele Parallelen: Auch die frühe Tatzeit des erneuten Einbruchs ähnelt derjenigen vor zwei Jahren. Laut Polizei fuhren die Täter gestern gegen 5.45 Uhr mit einem schwarzen BMW rückwärts in das Schaufenster des Juweliers. Zwei maskierte Personen sprangen daraufhin aus dem Wagen und schlugen die Vitrinen ein.

Mit mehreren Schmuckstücken im Gepäck flüchteten die Täter dann mit einem größeren silbernen Mercedes, vermutlich Limousine, älteres Modell. Nach Angaben der Polizeipräsidiumssprecherin hatten die Unbekannten auf dem Wagen ein, zumindest zu Beginn der Flucht, nicht eingeschaltetes, mobiles Blaulicht angebracht. Ein weiteres wichtiges Indiz: Das Kennzeichen des Mercedes beginnt mit dem Anfangsbuchstaben "B". Den BMW ließen die Einbrecher zurück. Ermittlungen ergaben, dass das Auto am Abend zuvor bei Schweinfurt entwendet worden war.

Die umfangreiche Fahndung mit zahlreichen Streifenbesatzungen und einem Polizeihubschrauber lief gam Freitag auf Hochtouren, blieb aber bis zum Abend ergebnislos. Die Kripo übernahm am Grünen Markt die Ermittlungen, stellte unter anderem den BMW sicher. "Es steht noch sehr viel Arbeit an, wir sind noch am Anfang", erklärte Höfer. Die Kripo habe umfangreiches Spurenmaterial am Tatort gesichert. Die Höhe des Sachschadens konnte noch nicht beziffert werden.

Wer kann Hinweise geben?

Die Ermittler sind jetzt auf Zeugen angewiesen. Vor allem sucht die Polizei einen Radfahrer oder eine Radfahrerin: Zwischen dieser Person und dem BMW-Fahrer wäre es Freitagfrüh beinahe in der Keßlerstraße zum Unfall gekommen, als die Täter auf der Anfahrt zum Tatort waren.

Die zwei Einbrecher werden wie folgt beschrieben: Ein Täter ist circa 30 bis 35 Jahre alt, circa 1,75 Meter groß und schlank. Der Mittäter dürfte 25 bis 30 Jahre alt, 1,80 Meter groß und schlank sein. Einer der Männer trug einen Bart. Insgesamt waren wohl mindestens drei Personen an der Tat vor Ort beteiligt.

Die Kripo fragt unter anderem: Wer hat am Freitag, 15. Januar, in den Morgenstunden verdächtige Personen oder Fahrzeuge am Grünen Markt gesehen oder gar den Einbruch beobachtet? Wem ist der silberne Mercedes nach 5.45 Uhr noch irgendwo aufgefallen? Personen, die Hinweise geben können, werden gebeten, sich bei der Kripo unter 0951/9129-491 zu melden.

Es ist nicht auszuschließen, dass auch ein Zusammenhang zu einem Handyraub in Schlüsselfeld besteht.