Die kleine Markuskapelle in Küstersgreuth St. Marcus Evangelista ist im westlichen Landkreis vor allem als Wallfahrtsziel um den Markustag (25. April) bekannt. Aus den Pfarreien und Kuratien von Burgebrach, Treppendorf, Oberköst, Hirschbrunn, Unterneuses und Stappenbach wallfahren die Gläubigen seit dem Mittelalter hinauf auf den Berg zu der kleinen Kapelle mit der Statue des Hl. Markus aus dem Jahre 1552. Die Geschichte um sie liest sich fast wie ein Roman, da sie lange Zeit herhalten musste in den religiösen und politischen Kämpfen zwischen Katholiken und Protestanten und dem Fürstentum Bamberg und den Markgrafen von Ansbach/Bayreuth.

Am s Wochenende aber stand die Weihe des neuen Altars und Ambos durch Erzbischof Ludwig Schick im Mittelpunkt der Dörfer Küstersgreuth mit 27 Einwohnern und Tempelsgreuth mit 90 Einwohnern, die in der Kirchenstiftung zusammengeschlossen sind. Wegen Corona nochmals verschoben, hatte der Burgebracher Pfarrer Bernhard Friedmann als zuständiger Seelsorger nun den Termin fixiert. Die Besucherzahl in der Kirche war wegen der Pandemie beschränkt und so hatten die Verantwortlichen das "Steigerwald-Onlineteam" mit Rachel und Ute Bauer und Elias Stenglein aus Frensdorf engagiert. Die feierliche Weihe und der Gottesdienst wurden ins Internet gestreamt und konnten so live mitverfolgt werden, aber auch in einer benachbarten Halle hatten sich einige Gläubige eingefunden und waren über eine Leinwandübertragung dabei.

Schon das Eingangslied "Ein Haus voll Glorie schauet, weit über alle Land" sangen alle Gläubigen voll Inbrunst mit, denn ihre Kirche liegt wirklich hoch über den Wäldern, Wiesen und Äckern des Steigerwaldes. Als erstes weihte der Erzbischof das Wasser und segnete dann damit den neuen Ambo und anschließend auch symbolisch die Gottesdienstbesucher. Das Weihwasser wurde nicht wie sonst üblich und von manchen Pfarrern sogar sonst reichlich über die Leute gesprengt, sondern nur in ihre Nähe.

Ein Kulturgut

In seiner Predigt verwies Schick darauf, dass die Altarweihe helfen wolle, dass wir als Christen lebendig bleiben. Dann sagte er: "Die Kapelle St. Markus gehört zu den Kulturgütern in unserem Bereich. Sie ist denkmalgeschützt und muss erhalten werden. Hier haben wir Kunst, Kultur und Denkmal in dieser schönen Kapelle zusammen." Da die Kultur des Christentums zur Zeit in Frage stehe und drohe vergessen zu werden, forderte er, dass wir sie neu bedenken und in unser Leben und unsere Geschichte einbringen müssten. Der Erzbischof fasste die christliche Kultur in zwei Worte zusammen: "Bete und arbeite!"

Die anschließende Altarweihe nach einem über 1200 Jahre alten Ritus war dann sicherlich der Höhepunkt des Festgottesdienstes. Nach der Allerheiligenlitanei wurden die Reliquien des Heiligen Pazifikus (Friedensbringer, Friedensstifter, der Friedliche) in den Altar eingesetzt und verschlossen. Dann segnete der Erzbischof den Altar mit Weihwasser und salbte ihn mit Chrisamöl. In Erinnerung an die fünf Wunden Jesu entzündete er fünf Weihrauchkerzen, die langsam verbrannten und ihren Duft in der Kirche verbreiteten. Nach dem Weihegebet deckten Helga Bauer, Birgit Kotzer und Veronika Nastvogel den Altar mit den Tüchern ein und stellten Kerzen und ein Kreuz auf.

Mit den Liedern "Großer Gott wir loben dich" und dem Marienlied "O himmlische Frau Königin" endete der Festgottesdienst. Musikalisch umrahmte ihn Reinhard Stadter auf der Orgel.

Pfarrer Bernhard Friedmann dankte dem Erzbischof für sein Kommen und die Weihehandlung. Ihm schloss sich an Burgebrachs Bürgermeister Johannes Maciejonczyk (CSU). Er erinnerte, dass Schick bereits den fünften Altar in seiner Gemeinde weihe und übergab ihm im Namen des Marktes ein Geschenk für seine Stiftung.

Lob für den Architekten

Aber auch die Dorfbewohner ließen es sich nicht nehmen, sich bei ihrem Bischof für den wunderbaren Gottesdienst zu bedanken und ihm auch ein Präsent zu überreichen. Helga Bauer, Vorsitzende des Kirchenrates, lobte und dankte aber auch dem Diözesanarchitekten Herbert van Beek für den Altarentwurf und die Baubegleitung und Christoph Mai von der Firma Monolith. Sie hatte den rund eine Tonne schweren Altar und Ambo aus Postaer Elbsandstein gefertigt. Bauer schloss: "Nach Meinung der Anwesenden fügen sich Altar und Ambo in Form und Farbe harmonisch in die altehrwürdige Kapelle ein." Ein großer Dank aller galt auch Baptist Bezold, der während der ganzen Baumaßnahmen unermüdlich überall mithalf. Dieser erzählte später: "Ich habe mit sieben Architekten zusammengearbeitet, was sicher nicht leicht war, wie ihr euch vorstellen könnt. Aber unsere Kirche ist wunderbar geworden."

Die Gesamtkosten für Altar, Ambo, Serviertisch, Liedanzeige, Bodenreinigung, Heiligenstatuenkonservierung und elektrische Glockenbedienung belaufen sich auf rund 20 000 Euro. Der Markt Burgebrach gib dazu zehn Prozent, das Erzbischöfliche Ordinariat erteilt einen Zuschuss ebenso wie die Oberfrankenstiftung und die Bayerische Landesstiftung München. Den Rest trägt die katholische Kirchenstiftung.