Die Teilnehmer treffen sich um 18 Uhr an der Brose-Arena, um mit geschmückten Schleppern der Bevölkerung Mut und Hoffnung zu machen und den Kindern eine Freude zu bereiten. Die Fahrt soll durch die Bamberger Innenstadt sowie auch zum Klinikum erfolgen. Die Landwirte möchten zeigen, dass in dieser Zeit alle zusammenhalten müssen.

Die Landwirte der Region hatten dieses Jahr schon viele Kundgebungen und Veranstaltungen, mit denen sie die Bevölkerung auf ihre Lage und ihre Probleme aufmerksam machen wollten. Die Bulldog-Aktion am Samstagabend in Bamberg war anders, weihnachtlich, stimmungsvoll. Zu der Bauernaktion "Ein Funke Hoffnung", die von Land schafft Verbindung (LsV) deutschlandweit veranstaltet wurde, trafen sich auch über 40 Traktoren aus Bamberg, Lichtenfels und Coburg an der Brose-Arena in Bamberg. Die Bulldogs, wie die Fahrzeuge in Franken heißen, waren mit bunten Lichterketten weihnachtlich geschmückt. Bei einigen Traktoren fuhren sogar St. Nikolaus oder ein Christbaum mit.

Ines Schellmann von der Polizei ließ den feierlichen Aufmarsch mit Streifenwagen vorne und hinten begleiten. Die Polizei hatte zur Absicherung an Kreuzungen alle Kräfte aus dem Dienst abgeordnet. Dafür bedankten sich LsV-Organistor Christian Besler und sein Pressesprecher Marco Übel nach der Aktion, die ohne brenzlige Verkehrssituationen geblieben war.

Von der Brose-Arena bis zum Klinikum

Schon am Beginn an der Forchheimer Straße standen viele Gäste aus Stadt und Land, die sich das Ereignis nicht entgehen lassen wollten. Aber auch an der Heinrichsbrücke, am Heinrichsdamm, in der Langen Straße, in der Königstraße, am Kaulberg bis zum Klinikum säumten Besucher die Gehsteige und winkten froh den Bulldog-Fahrern zu.

Besonders begeistert waren die vielen Familien, deren Kinder vom Glitzern der Lichterketten, dem Blinken der grellen Warnlichter und lautem Hupen der großen Bulldogs beeindruckt waren. "Wir freuen uns, dass die Bauern eine weihnachtliche Stimmung in die Stadt bringen", sagte Matthias Püls, der sich das Spektakel zusammen mit seiner Frau, seiner Tochter und der Oma in der Augustenstraße gegenüber der Redaktion des Fränkischen Tags anschaute. Diese Meinung teilten viele andere im Stadtgebiet.

Dieses Mal wollten die Landwirte mit ihrer "Aktion Hoffnung" der Bevölkerung Mut und Hoffnung machen in der Covid-19-Pandemie. "Wir möchten zeigen, dass wir alle zusammenhalten müssen, um diese schwierige Zeit zu überstehen", sagte Übel. Und Pessler betonte: "Wir Bauern möchten auch ein Zeichen setzen, dass auf die regionale Landwirtschaft Verlass ist." Viele landwirtschaftliche Betriebe hätten aufgrund der niedrigen Erlöse große wirtschaftliche Probleme, aber sie gäben nicht auf. "Wir wollen unsere über Generationen geführten Betriebe nicht aufgeben und die Bevölkerung weiter mit nachhaltig produzierten Nahrungsmitteln versorgen", betonte der Organisator. Dieser Meinung waren auch die Familien Steinmeitz und Beck aus Burgebrach und Hallstadt, die aus Solidarität zu den Bauern in die Stadt gekommen waren. Auch das Seniorenehepaar Kaiser aus Pettstadt war deswegen nach Bamberg gefahren. Die Eheleute betonten, sie wüssten um die Probleme der Landwirtschaft.

Emotionaler Moment

Einen Abend lang wurden diese Sorgen überstrahlt von der freudigen Stimmung, die ihren krönenden Abschluss am Klinikum fand, als fünf Traktorlenker bis an die Kinderstation fahren durften. Besler kamen die Tränen, als ein Vater sein Kind aus dem Bett hob und dieses den Bauern draußen zuwinkte.