Der Abschluss ist der Anfang: Gut ein Jahr lang haben die beiden Marktgemeinden Burgwindheim und Ebrach über ihrer Zukunft "gebrütet", Bürger, Behörden und Gemeinderäte miteinander und mit fachlicher Unterstützung ein Gemeindeentwicklungskonzept erstellt. Kein 270-seitiges Werk für die Versenkung in irgendwelchen Schubladen, sondern ein wichtiger Schlüssel für künftige Fördertöpfe. Das unterstrich Wolfgang Kießling, Abteilungsleiter Oberfranken West am Amt für Ländliche Entwicklung (AlE) beim Abschlussabend in der Burgwindheimer Turnhalle. Ebenso lobte er das hier erstmals im Landkreis Bamberg praktizierte Gemeinschaftsprojekt zweier Gemeinden. Damit würden sie bei künftigen Vorhaben bevorzugt behandelt. Er legte beiden ans Herz, möglichst intensiv zu kooperieren.
Denn interkommunale Projekte ließen künftig die besten Förderkonditionen erwarten.

55-prozentiger Zuschuss

Die Marktgemeinden arbeiteten nach einem Seminar des AlE bei diversen Zusammenkünften alternierend in Burgwindheim und Ebrach an dem Konzept. Nachdem die jeweiligen Marktgemeinderäte mit Grundsatzbeschlüssen den Weg für dieses Vorgehen frei gemacht und in der Folge die weiteren nötigen Beschlüsse geliefert hatten. Fachlich begleitete das Würzburger Büro für Städtebau und Architektur Dr. Holl die zwei Gemeinden ein gutes Jahr auf diesem Weg zum Konzept. Das kostet 64.000 Euro, von denen die Verwaltungsgemeinschaft dank des 55-prozentigen Zuschusses selbst nur noch 28.935 zu tragen hat. Eine Investition in die Zukunft sozusagen. Bei dem mit den Bürgern entwickelten Konzept geht es darum zu ermitteln, was vor Ort gebraucht wird, damit man zukunftsfähig ist und mit welchen Vorhaben und Maßnahmen das zu erreichen ist.

Nach der Begrüßung durch Ebrachs Bürgermeister Max-Dieter Schneider (SPD), der das Prozedere ausdrücklich lobte, hatten die Mitarbeiter des Fachbüros das Wort. Diplom-Geograf Holger Kess oblag es, unterstützt durch Praktikantin Lisa Rehn und Landschaftsarchitektin Natascha Weigand, die Ergebnisse des 270-seitigen Werkes gestrafft zu präsentieren. Mehrfach arbeitete Kess bei den Handlungsempfehlungen heraus, dass die beiden Gemeinden auf möglichst vielen Gebieten kooperieren sollten. Von Angeboten beim Carsharing bis hin zum Tourismus. Wobei hier insbesondere die Substanz der Kulturlandschaft (Sakrallandschaft) als ausbaufähige Stärke gesehen wird.

Aber nicht nur Touristen sollen die Zukunft der beiden Märkte sichern. Auch in den Orten selbst müssen Weichen gestellt werden. Angesichts der demografischen Entwicklung gelte es Leerstand zeitig entgegen zu wirken, auch durch die Steigerung der Attraktivität der Orte für die Ansässigen. Die konkrete Handlungsempfehlung des Konzeptes lautet, die Ortskerne etwa mit Maßnahmen der Dorferneuerung neu zu gestalten.

Listen verteilt

Dass sie mit dem fertigen Konzept ihr Engagement nicht beenden, sondern darauf fußenden weitermachen sollte, legte Kess den Bürgern ans Herz. Um sie gleich ganz praktisch in die Pflicht zu nehmen, wurden Listen mit den vier Handlungsfeldern (der bisherigen Arbeitskreise) verteilt, so dass sich jeder sein Betätigungsfeld aussuchen konnte. Als sinnvoll bezeichnete der Referent die Fortsetzung des Engagements in einem Seminar.
Am Ende oblag Burgwindheims Bürgermeister Heinrich Thaler (CSU) das Schlusswort.

Darin sprach er allen an dem Projekt Beteiligten - Bürgern wie Verwaltung, Institutionen und selbstredend dem AlE - seinen Dank aus. "Wir haben uns ein Fundament geschaffen, es liegt an den Gremien, was daraus gemacht wird." Er appellierte, weiter mit zu machen, "denn die Baustelle ist lange noch nicht beendet."