Drei weiße Eichhörnchen gerettet

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Sind sie nicht putzig? Die drei weißen Eichhörnchen haben bei der Tierschutzinitiative Haßberge eine Unterkunft gefunden. Foto: privat

Bei der Tierschutzinitiative Haßberge in Oberschwappach sind äußerst seltene Tiere gelandet. Die kleinen Nager haben wegen ihre Farbe kaum eine Chance, in der freien Natur zu überleben.

Am Boden krabbeln drei kleine Eichhörnchen. Ein viertes ist bereits einer hungrigen Katze zum Opfer gefallen. Es ist eine alarmierende Entdeckung, die eine Bamberger Familie an einem Sonntagnachmittag in ihrem Garten machte. Nach einem schnellen Hilferuf bei Britta Merkel von der Tierschutzinitiative Haßberge sammelte die Familie die etwa fünf Wochen jungen Tierchen vorsichtig ein und brachte sie der engagierten Tierschützerin.
Seit etwas mehr als einer Woche trägt die Oberschwappacherin die Kleinen nun in einer warmen Wollmütze am Bauch mit sich herum. "Sie brauchen momentan noch sehr viel Körperkontakt, um nicht auszukühlen", erklärt ihre Kollegin Karin Braun. Eine artgerechte Pflege sei harte Arbeit. "Da schlägt man sich schon mal die Nacht um die Ohren." Alle vier Stunden wird gefüttert: Eine Mischung aus Katzenmilch, Joghurt, Walnussöl, Vita minen, Fencheltee und Apfelmus soll die Eichhörnchen groß und stark werden lassen.

Ob sie dann jedoch ausgewildert werden können, ist fraglich. Mit ihrer hellen, fast wollweißen Färbung, die ein Gendefekt (Flavismus) verursacht, stellen sie für Fressfeinde jeglicher Art eine leichte Beute dar. "Momentan sind wir mit verschiedenen Biologen sowie der Unteren Naturschutzbehörde im Gespräch, um Möglichkeiten der Auswilderung abzuklären", erzählt Karin Braun. Schon in sechs Wochen solle es eigentlich soweit sein, "aber ob es überhaupt geht, wissen wir noch nicht". Auch sei es bei den den Tierschützern zur Verfügung stehenden Mitteln momentan fast unmöglich, die Eichhörnchen in Gefangenschaft zu halten. "Da sind wir gerade hin und her gerissen."

Doch die Tierschützer warnen vor unüberlegten Handlungen: Bei der Aufzucht, Versorgung und Auswilderung von Wildtieren gelten besondere Vorschriften. Deshalb sollten Laien Wildtiere nicht einfach an sich nehmen. "Tierliebe alleine reicht nicht aus", betont Britta Merkel.
Bei dem Verein in Oberschwappach sieht es allerdings etwas anders aus: Seit Jahren zieht Britta Merkel verwaiste Eichhörnchen, Hasen oder andere heimische Wildtiere auf, um sie dann in ihren natürlichen Lebensraum auszuwildern.

Für die weißen Eichhörnchen kommt er zwar zu spät, doch der Bau eines (soweit überhaupt möglich) artgerechten Auswilderungsgeheges ist bereits geplant und genehmigt. Allerdings fehle es den Oberschwappacher Tierschützern an den nötigen finanziellen Mitteln. Wer helfen will, kann sich unter Telefon 0157/74914689 an die Tierschutzinitiative wenden. Ein Spendenkonto ist eingerichtet: Nummer 9107319, Sparkasse Ostunterfranken (79351730).