Wenn Conchita dieser Tage ihr Herrchen und ihr Frauchen im Auto begleiten darf, dann ist der Vierbeiner zwar gerne dabei. Die Besitzer der Hündin überlegen es sich bei Temperaturen über 25 Grad Celsius aber sehr genau, ob sie das Tier wirklich mitnehmen müssen. Denn Hitze birgt gerade für Fell tragende Tiere Tücken und bisweilen tödliche Gefahren.

Marion Hymnon-Löffler und Liebhard Löffler, dem Führungs-Duo des Tierschutzvereins Bamberg und Umgebung, ist in diesem Zusammenhang an Aufklärungsarbeit gelegen. Während Menschen bei Hitze in der Lage sind, durch Reduzierung der Kleidung beziehungsweise leichtere Materialien Abhilfe zu schaffen, stecken Hunde in ihrem Fell. Scheren bringt hier wohl Erleichterung, aber nicht in dem Maße, dass man die Vierbeiner unbedenklich im Auto lassen könnte.

Überhaupt legen die Tierschützer Wert auf die Feststellung, dass bei Hitze kein Hund im Auto bleiben darf, selbst dann nicht, wenn dieses im Schatten abgestellt ist. Ein spaltbreit geöffnetes Fenster reicht ebensowenig wie ein offenes Schiebedach. "Die Temperaturen im Wageninneren sind für den Hund trotzdem so hoch, dass er ganz schnell Probleme kriegt", erklärt Erster Vorsitzender Liebhard Löffler. Man müsse sich nur einmal vorstellen wie es ist, mit einem dicken Mantel bekleidet im Wagen zu sitzen. Die Auswirkung auf die Tiere: Sauerstoffmangel, Übelkeit, Kreislaufprobleme. Die Folge: Kreislaufversagen, das im schlimmsten Fall zum Tod führt. Marion Hymon-Löffler sagt es ganz deutlich: "Tierhalter sind verpflichtet, Hunde vor den Folgen der Hitze zu schützen." Wenn Passanten ein Tier sehen, das in einem Auto in praller Sonne eingesperrt ist, "sollen sie keine Hemmungen haben und die Polizei rufen".

Im Sommer gilt es für Tierhalter einige Dinge berücksichtigen, damit die heiße Jahreszeit für ihre Lieblinge nicht zur Qual wird. Dazu gehört etwa, ihnen immer Zugang zu ausreichend frischem Wasser zu ermöglichen (Mineralwasser mit Kohlesäure ist ungeeignet). In der Wohnung sollte es Hunden und Katzen möglich sein, sich selbst den für sie angenehmen kühlen Platz zu suchen. Käfige dürfen nie in der prallen Sonne, aber auch nicht im Durchzug stehen. "Man muss hier genau hinsehen", betont Marion Hymon-Löffler, "weil die Sonne bekanntlich wandert". Bei Aquarien ist gleichfalls darauf zu achten, dass sich das Wasser darin nicht aufheizt.

Den Hundebesitzern legen Tierschutzvereinsvorsitzenden nahe, die (längeren ) Spaziergänge in die Morgen- und Abendstunden zu verlegen, wenn es nicht mehr ganz so heiß ist. Mehr oder weniger Tierquälerei sei es, Hunde bei Hitze neben dem Fahrrad laufen zu lassen. "Das ist dann fast so, wie wenn jemand im Mantel joggen muss", erbost sich Marion Hymon-Löffler.

Noch einmal kommt sie auf das Thema Transport im Auto zurück: Wenn man derzeit den Hund schon unbedingt im Auto mitnehmen müsse, dann sei es unabdingbar, sich immer wieder zu versichern, dass er vom Kreislauf her in Ordnung ist, dass man ihm frische Luft verschafft und frisches Trinkwasser anbietet. Wie beim Menschen auch, könne ein auf den Nackenbereich gelegtes feuchtes Tuch Abkühlung bringen.