Vor 15 Jahren stellte Familie Oppel wegen Simons Allergie die ErnÀhrung um. Das weitete sie auf die BÀckerei aus und sieht sich vom Erfolg gekrönt. Dazu gehört Wachstum in Ebrach, wo man auch auf den Baumwipfelpfad setzt.
Der Baumwipfelpfad ist die Chance. FĂŒr Ebrach. FĂŒr die gesamte Region. Und fĂŒr Michael Oppel. Davon ist der 42-JĂ€hrige ĂŒberzeugt. Und zwar so, dass er in Ebrach expandiert. Oppel ist 42 Jahre alt, und genauso lange beliefert die BĂ€ckerei Oppel aus dem acht Kilometer entfernten unterfrĂ€nkischen Untersteinbach die Ebracher mit Brot und GebĂ€ck. Seit kurzem haben die Kunden sogar Gelegenheit, sich vor Ort daran zu ergötzen: Die Verkaufsstelle in der Engstelle der Ortsdurchfahrt baute Oppel zum Laden mit CafĂ© aus.
Philosophie passt
Seine Philosophie passe zu der von den Machern des Baumwipfelpfades findet er: Natur und RegionalitĂ€t, also. Wie kommt der BĂ€ckermeister und Konditor - in vierter Generation - zu dieser Ăberzeugung? Durch seinen Ă€ltesten Sohn Simon. Der wurde vor 15 Jahren geboren und hatte massive gesundheitliche Probleme. Unter anderem eine starke Neurodermitis. Neben homöopathischer Behandlung wurde ihm und seiner Frau Sandra zu einer ErnĂ€hrungsumstellung geraten. Mit Erfolg. Die BeschĂ€ftigung mit gesunden Nahrungsmitteln blieb nicht nur im privaten Bereich, Oppel dehnte sie auch auf das GeschĂ€ft aus.
Auch das mit Erfolg. Der allerdings durchaus erarbeitet werden musste. "Bei vielem betraten wir Neuland und mussten einiges ausprobieren", erinnert sich der 42-JĂ€hrige schmunzelnd. SchlieĂlich genĂŒgt es der Kundschaft heute auch nicht mehr, dass etwas gesund ist. Mindestens genauso kommt auch auf den Geschmack und die Optik an.
In Holzoptik und hell, passend zum Steigerwald, so prĂ€sentiert sich der neu gestaltete BĂ€ckerei-Laden. FĂŒr die Umgestaltung war die Verkaufsstelle gut eine Woche geschlossen. Danach fand die Kundschaft neben BĂ€ckerwaren auch wieder Lotto, Post und Zeitschriften, die hier im Hause schon seit langer Zeit angestammt sind. Das bedeutet freilich, dass Oppels Mitarbeiterinnen sich in neue Sachgebiete einzuarbeiten hatten, wie er ausfĂŒhrt. Mit der Erweiterung der VerkaufsflĂ€che und dem Cafe (mit 14 SitzplĂ€tzen drinnen und 16 drauĂen) hat Oppel auch die Zahl seiner Mitarbeiterinnen in Ebrach erhöht auf nun insgesamt vier Voll- und Teilzeit-KrĂ€fte.
Die wissen selbstverstĂ€ndlich um die Philosophie der Firma, die insgesamt rund 60 BeschĂ€ftigte und LĂ€den beziehungsweise Verkaufsstellen in Untersteinbach, Eltmann, Trabelsdorf, Burgebrach, Hallstadt und seit kurzem auch in Bischberg hat. Angesichts des groĂen Sterbens kleiner BĂ€ckereien in Deutschland ein Agieren gegen den Trend.
Auch in Ebrach. Und das wird deswegen funktionieren, so Oppel, "weil wir kein normaler BÀcker sind." Sondern eben einer, der auf Natur pur und RegionalitÀt setzt und damit auf Zusatzstoffe verzichtet.
100 Kilo Meersalz pro Woche
"Gehe Wege, die du noch nie gegangen bist, damit du Spuren hinterlĂ€sst", ist auf einem Poster an der Wand zu lesen. Auf einem anderen steht "Natur pur, sonst nichts!" Das fĂ€ngt bereits beim Salz an, erklĂ€rt Michael Oppel. Er ist dem Verein Natur pur mit deutschlandweit 20 BĂ€ckereien angeschlossen, die sich selbst strengen Auflagen und Kontrollen unterworfen haben. Es gibt vorgeschriebene Rohstofflisten und fĂŒr jedes Produkt muss das Rezept vorgelegt werden. "Kein Rezept von uns gibt es woanders", zeigt sich Oppel stolz, der von sich behauptet, BĂ€cker mit Leib und Seele zu sein, auch wenn er nun viele Aufgaben auĂerhalb der Backstube wahrnehmen muss.
Am Anfang seines "Ăko-Trips" hat er intensiv recherchiert und verwendet seitdem nur noch unbehandeltes Meersalz (100 Kilo in der Woche) und verweist dabei auf ein prominentes Vorbild: Fernsehkoch Alfons Schuhbeck. Besonders gut zu sehen ist das Meersalz etwa auf Laugenbrezen.
Die Eier bezieht die BĂ€ckerei Oppel aus dem Ebracher Gemeindeteil Buch, KĂŒrbiskerne aus NĂŒrnberg und damit "keine chinesischen, wie meist ĂŒblich", Mehl aus Volkach und Sambach. Wasser durchlĂ€uft vor der Verwendung die Vitalisierungsanlage. Vor allem Allergiker geben sich bei Oppel als Kunden zu erkennen. Auf jedem Preisschild finden sich Informationen ĂŒber die Allergene.
Der Firmenchef ist ein echter Dinkelfreund, "das einzige Mehl, das basisch ist."
Umstellung fĂŒr BĂ€cker
Stichwort einzig. Stolz ist Oppel darauf, dass seine Donuts komplett selbstgemacht werden und nicht aus Fertigmischungen. Hier mussten sich auch die BÀcker erst umstellen. Aber die Lehrlinge, insgesamt werden in Untersteinbach sechs ausgebildet, lernen das nun automatisch. "Vieles ist wesentlich aufwendiger", weià der Firmenchef. Zahlt sich der Mehraufwand aus? Oppel zufolge schon, denn: "Auch die Industrieprodukte sind nicht billig." Somit sieht sich Oppel auch hier bestÀtigt.
Wie geht es ĂŒbrigens seinem Sohn Simon? "Gut," sagt der Vater zufrieden. Und: Simon will BĂ€cker werden.