Clavius-Gymnasium wird günstiger als geplant

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Noch erinnert nichts an eine Baustelle. Doch das ist nur die Ruhe vor dem Baubeginn im März 2013. Bis 2017 werden sich Clavius-Gymnasium (l.) und Martinschule (r.) grundlegend verwandelt haben. Unter anderem ist ein Verbindungsbau zwischen beiden Schulhäusern geplant. Foto: R. Rinklef
Noch erinnert nichts an eine Baustelle. Doch das ist nur die Ruhe vor dem Baubeginn im März 2013. Bis 2017 werden sich Clavius-Gymnasium (l.) und Martinschule (r.)  grundlegend verwandelt haben. Unter anderem ist ein Verbindungsbau zwischen beiden Schulhäusern geplant.   Foto: R. Rinklef

Die Stadt Bamberg scheint aus dem Trauma Kettenbrücke gelernt zu haben. Zumindest formal glänzt das Großprojekt Clavius-Gymnasium (CG) mit ausgeglichenen Zahlen, ja sogar mit einer Einsparung.

Aufatmen im Rathaus Maxplatz. Nach dem Kostendilemma um die Kettenbrücke, die mit sechs Millionen Euro startete und bei knapp 19 Millionen Kosten endete, bereitet das nächste Großprojekt vorerst kein Kopfzerbrechen, im Gegenteil. Finanzreferent Bertram Felix nutzte die Gelegenheit, um im Finanzsenat auf eine Kurve hinzuweisen, die anders als bei den berüchtigten Vorbildern nicht nach oben zeigt, sondern nach unten. "Wir liegen beim Clavius-Gymnasium über 300.000 Euro unter dem Budget von 35,3 Millionen Euro. Das ist doch ein klasse Wert", freute sich der Herr der Zahlen.

In der Tat: Gegenüber der Schätzung der djb-Architektengesellschaft aus München vom April 2011 sinken die Kosten für Modernisierung und Erweiterung des Clavius-Gymnasiums (CG) sowie die Sanierung der Martinschule in einer auf März 2012 datierenden ersten Berechnung auf 34,9 Millionen Euro. 1#googleAds#100x100 Die vorhergesagte Einsparung wäre noch größer, wenn nicht das Teilprojekt Martinschule mit 5,4 Millionen Euro deutlich über der Schätzung vom April 2011 liegen würde. Hier hat die zweite Kostenermittlung eine Verteuerung von rund 700.000 Euro ergeben, die durch die Einsparung beim Teilprojekt CG allerdings mehr als kompensiert werden soll.

Bei den Stadträten löste die gute Nachricht quer durch alle Fraktionen und wenig überraschend zufriedenes Kopfnicken aus. Einstimmig wurden die beiden Projekte im Finanzsenat und im Stadtrat abgesegnet, so dass die Architekten nun weiterplanen können. Die Arbeiten an CG und Martinschule, die im März kommenden Jahres beginnen sollen, gelten als Einstieg in das Jahrhundertprojekt Schulhaussanierung in Bamberg, für das dreistellige Millionenbeträge im Gespräch sind.

Kosten sollen nicht aus dem Ruder laufen


Umso mehr werden die Stadträte darauf achten, dass die Kosten nicht schon zu Beginn aus dem Ruder laufen: "Die guten Zahlen sind eine wichtige Botschaft. Denn so sind wir auf der sicheren Seite", sagte CSU-Sprecher Peter Röckelein. Er ließ keinen Zweifel, dass er sich von den Landkreisvertretern im Zweckverband nur ungern Vorwürfe machen lassen will, die Stadt könne nicht bauen. Lob kam auch von Wolfgang Metzner (SPD), Christiane Laaser (GAL) und Christina Keidel (Für Bamberg). Metzner forderte die Verwaltung auf, die Planung nun zügig durchzuziehen, damit der Schulbetrieb nicht aufgehalten wird.

An die Vorgeschichte erinnerten Gaby Seidl (FDP) und Peter Gack (GAL). Denn natürlich kommen die Einsparungen nicht von ungefähr. Damit die Kostenschätzung für CG und Martinschule anders als bei der Kettenbrücke nicht schon im Vorfeld durch die Wirklichkeit überholt wird, hatten sich die Stadträte Anfang 2011 auf den so genannten Toleranzzuschlag in Höhe von 15 Prozent geeinigt. Dabei wurde auf den ersten Schätzbetrag noch einmal eine Sicherheit in Millionenhöhe aufgeschlagen, so dass die bei derartigen Großprojekten offenbar unvermeidlichen Unsicherheiten gewissermaßen eingepreist sind. An der guten Stimmung vermochte diese Relativierung jedoch nichts zu ändern. Bei der Kettenbrücke wäre man glücklich gewesen, hätte die Kostensteigerung bei 15 Prozent Halt gemacht...

Im Dunkeln tappen die Experten bei der Frage, was nach dem Umbau an Unterhaltskosten auf die Kommunen zukommen. So weiß man zwar, dass die beiden Schulen durch die energetische Aufrüstung trotz größerer Nutzfläche 33 Prozent weniger Fernwärme verbrauchen. Von 190 Kilowattstunden pro Quadratmeter sinkt der Bedarf auf 115. Doch dem geringeren Energiebedarf stehen auf der anderen Seite deutlich höhere Kosten für Unterhalt und Wartung der technischen Anlagen gegenüber. Dazu gehört unter anderem eine Belüftungsanlage.