Angst um Jobs und Werke: Beschäftigte von Bosch & Co. gehen auf die Barrikaden

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Mitarbeiter von Bosch & Co. gehen auf die Barrikaden - Angst um Jobs
Bosch-Gebäude in Bamberg. Der Standort ist weiter vom Verbrennergeschäft geprägt.
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Ralf Welz / inFranken.de
Mitarbeiter von Bosch & Co. gehen auf die Barrikaden - Angst um Jobs
Blick auf ein Bosch-Gebäude (Symbolbild). Die deutsche Autoindustrie befindet sich in einer schweren Krise.
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Bernd Weißbrod/dpa

In der Autoindustrie sind viele Jobs bedroht. Auch an den Bosch-Standorten Bamberg und Nürnberg herrscht Unsicherheit. Am Montag protestieren Beschäftigte bundesweit gegen Stellenabbau und Werksschließungen.

An vielen deutschen Standorten des Technologiekonzerns Bosch ist die Lage angespannt. Bundesweit protestieren Beschäftigte gegen geplante Stellenstreichungen in der Autozuliefersparte "Mobility". In Franken ist die Zukunft insbesondere an den Standorten Bamberg und Nürnberg ungewiss. Zwar gelten für Bamberg derzeit noch Schutzregelungen, doch Betriebsrat und Gewerkschaft warnen vor einer zunehmenden Verunsicherung.

Die für Montag, den 21. September 2026, geplanten Massenproteste sind Teil eines größeren Konflikts. Auch bei Audi, BMW und Bosch soll es unter anderem in Ingolstadt, München und Nürnberg öffentliche Aktionen geben. Laut IG Metall sind allein in Bayern in mehr als 50 Betrieben Proteste gegen Stellenabbau und Werksschließungen geplant – kurz vor Beginn der diesjährigen Tarifrunde.

Mitarbeiter von Bosch, Audi, BMW & Co. protestieren in Bayern gegen Stellenabbau und Werksschließungen

Vor knapp einem Jahr hatte die Firma Bosch massive Stellenstreichungen angekündigt. Der weltweit größte Autozulieferer gab damals bekannt, bis 2030 etwa 13.000 Arbeitsplätze in Deutschland abzubauen. Der Konzern begründet seinen Umbau mit schwacher Nachfrage, Überkapazitäten, dem schleppenden Hochlauf der Elektromobilität in Europa sowie wachsendem Preis- und Wettbewerbsdruck.

Auch aus dem Management kommen Warnungen vor verschärfter Konkurrenz: Bosch-Mobility-Chef Markus Heyn sagte in einem aktuellen dpa‑Interview, chinesische Hersteller seien zunehmend im europäischen Markt präsent; zugleich forderte er politische Rahmenbedingungen, um lokale Wertschöpfung in Europa zu sichern.

Besonders genau wird in Franken auf den Standort Bamberg geschaut. Dort arbeiten heute noch rund 6000 Menschen; vor gut zwanzig Jahren waren es laut Informationen des Fränkischen Tags (Plus-Angebot) noch etwa 10.000. Trotz des vorläufigen Ausschlusses betriebsbedingter Kündigungen bleibt die entscheidende Frage, wie es nach 2027 weitergeht, wenn die geltende Vereinbarung ausläuft.

Bosch-Standort Bamberg weiter von Verbrennergeschäft geprägt

Die Bosch-Sparte Mobility ist der größte Geschäftsbereich des Konzerns. Sie bündelt Technologien und Lösungen für die Automobil- und Transportbranche.

Am Standort Bamberg werden unter anderem Komponenten für Benzin- und Dieselmotoren sowie für Brennstoffzellen und Elektrolyseure entwickelt und gefertigt; nach Unternehmensangaben spielt das Werk zudem eine wichtige Rolle bei der Industrialisierung von Wasserstofftechnologien. 

Die Unsicherheit ist allerdings auch deshalb groß, weil Bamberg weiterhin stark vom klassischen Verbrennergeschäft geprägt ist. Betriebsratschef Mario Gutmann warnte gegenüber dem Bayerischen Rundfunk vor einem Verlust industrieller Substanz und kritisierte ungleiche Wettbewerbsbedingungen gegenüber den USA und China.

Bosch-Standort Nürnberg in Gefahr? Gewerkschaft sieht 1700 Jobs gefährdet

Noch zugespitzter erscheint die Lage am Bosch-Standort Nürnberg. Dort stehen nach Gewerkschaftsangaben um die 1700 Jobs auf dem Spiel. Die IG Metall fordert eine klare Perspektive für die Niederlassung – sonst drohe die Schließung.

Laut Ankündigung der IG Metall ist bei Bosch in Nürnberg am Montag von 11 bis 12 Uhr eine Kundgebung vor dem Werkstor an der Zweibrückener Straße/Ecke Jaeckelstraße geplant. Zuvor findet von 10 bis 11 Uhr eine Betriebsversammlung auf dem Werksgelände statt. Zur Kundgebung werden auch Beschäftigte weiterer Nürnberger Betriebe erwartet.

Zahlreiche Aktionen finden am 21. September in Bayern betriebsintern statt, etwa im Rahmen von Betriebsversammlungen oder aktiven Mittagspausen.

IG Metall fordert Investitionen und neue Strategien für Autoindustrie

IG-Metall-Bezirksleiter Horst Ott kritisiert, dass viele Unternehmen Entwicklungen in der Elektromobilität, Digitalisierung und Batterietechnik zu spät berücksichtigt hätten. Dadurch sei die deutsche Auto- und Zulieferindustrie im internationalen Wettbewerb ins Hintertreffen geraten.

"Wir lassen uns nicht zu Sündenböcken für das Versagen der Bosse machen", wird Ott in einer Mitteilung zitiert. Die Beschäftigten dürften nicht für unternehmerische Fehlentscheidungen verantwortlich gemacht werden.

Nach Angaben der Gewerkschaft reagieren Unternehmen mit dem Abbau von Arbeitsplätzen. Zudem werde die 35-Stunden-Woche infrage gestellt. Die IG Metall Bayern fordert Investitionen in die Werke sowie neue Produkte und Strategien, um die Wettbewerbsfähigkeit der Branche und die Beschäftigung an den Standorten zu sichern.

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