Bambergs Stadtwald: Neues Feuchtbiotop soll Artenvielfalt schützen

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Im Stadtwald Bamberg ist ein neues Feuchtbiotop entstanden. Es soll Amphibien schützen und die Wasserqualität verbessern.

"Der Stadtwald braucht mehr Wasser!", befand der damalige städtische Revierleiter Dieter Bierlein. Und packte beherzt an: Ohne große Ankündigung und Anträge ließ er ausbaggern. Der Kühtränkweiher entstand. Jahrzehnte und etliche Aktenberge später knüpft das Teilprojekt Wasser und Wald im Rahmen des Biodiversitätsprojekts Bamberg an diese Idee an. Am 28. April konnte es eingeweiht werden.

Entstanden ist "in einem bundesweit beachteten Projekt ein lebendiges Zuhause für schützenwertes Leben", lobte Oberbürgermeister Andreas Starke bei der Einweihung. Ausgangspunkt waren die ehemaligen Versickerungsanlagen aus den 1930er Jahren. Das Wasser aus dem Sendelbach und dem Halbmeilengraben, das die Stadtwerke Bamberg in den Hauptsmoorwald leiteten, diente der Grundwasseranreicherung für das Stadtwaldwasserwerk. 1986 wurde der Betrieb aufgegeben, die Anlagen verfielen.

Es blieb ein verschlungenes System aus ehemaligen Sickerschlitzen, Absetzbecken und Gräben, das jahrzehntelang ungenutzt im Stadtwald schlummerte. Die Idee des Teilprojekts "Wasser und Wald": Die Versickerungsanlagen nicht abreißen, sondern in naturnahe Feuchtlebensräume umwandeln. Und so der Gelbbauchunke und dem Kammmolch, zwei streng geschützten Amphibienarten, und vielen weiteren Amphibien ein neues Zuhause zu geben.

Indikator für intakte Lebensräume

Dafür wird der Sendelbach angezapft. Das über ein neues Seitenwehr ausgeleitete Wasser – bis zu 133 Liter pro Sekunde – fließt durch eine neu verlegte Rohrleitung über das so genannte Tälchen in den Stadtwald. Dabei musste in einem gesteuerten Rohrvortriebsverfahren auf rund 60 Metern Länge die B 22 unterquert werden – ohne den Verkehr auch nur einen Tag lang anzuhalten.

Am Halbmeilengraben wurde ein Ersatzneubau aus Wasserbausteinen errichtet. Das neue Schlitzwehr lenkt bei Hochwasser bis zu zwei Drittel des Abflusses – maximal rund 710 Liter pro Sekunde – in ein naturnah umgestaltetes Grabensystem im Stadtwald um. Gelbbauchunke und Kammmolch werden es danken. Insbesondere die Unke hat es in sich: Wenn ihr weiches, tiefes Uuuuh erklingt, können Wasserwerker und Forstwirte beruhigt sein.

Die Unke gilt als Indikator für intakte Lebensräume. Doch nicht nur das: Das Teilprojekt Wasser und Wald, so Forstamtsleiter Johannes Hölzel, wirke sich positiv auf ganz Bamberg aus, da es vor Hochwasser schütze und die Trinkwasserqualität erhalte.

Oberbürgermeister Starke sparte bei der Einweihung nicht mit Lob. Neben Bierlein dankte er vor allem Forstamtsleiter Hölzel, der das Projekt von der ersten Idee bis zum Schreiben des Förderantrags, der Baubetreuung und der Planungsbegleitung betreut habe.

Entstanden sei ein "Musterbeispiel für effizienten Umgang mit öffentlichen Fördermitteln": Bei Gesamtkosten von etwas über eine Million Euro habe der Anteil an Planungskosten lediglich 16 Prozent der Gesamtkosten betragen. 90 Prozent der Gesamtkosten übernimmt der Bund. Bleibt der Stadt Bamberg der Eigenanteil von 10 Prozent.

Gemeinschaftsprojekt

Am Teilprojekt Wasser und Wald haben viele Partner mitgewirkt. Neben dem Ingenieurbüro Hoehnen & Partner (Planung, wasserrechtlicher Antrag, Baubetreuung), Firma Kehn (Generalunternehmer Bauausführung) und Firma Schlapp (Geländemodellierungsarbeiten) trugen das Wasserwirtschaftsamt Kronach, die Stadtwerke Bamberg, das Staatliche Bauamt Bamberg, das Klima- und Umweltamt, das Landratsamt und Bundestagsabgeordneter Andreas Schwarz ihren Teil zum Gelingen bei.

Bei diesem Text handelt es sich um eine Pressemitteilung. 

Vorschaubild: © Stadt Bamberg / Sonja Seufferth