Die Bamberger Bundestagabgeordnete Lisa Badum hat eine emotionale und intensive Reise nach Israel hinter sich. Unter anderem traf sie Angehörige von Geiseln und Getöteten. Auch einen Raketenbeschuss erlebte sie live.
Lisa Badum aus Bamberg, Bundestagsmitglied für die Grünen, hat eine enge Verbindung zu Israel und ist Vizepräsidentin der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. Organisiert vom American Jewish Committee reiste sie mit einer Gruppe von Abgeordneten aus anderen europäischen Ländern von Sonntag (29. Oktober 2023) bis Mittwoch (1. November 2023) nach Israel.
Hier erlebte sie einen Raketenalarm hautnah mit und traf auf Angehörige von Hamas-Geiseln und Getöteten. "Ihr Hauptpunkt ist die Verzweiflung", sagt Badum dazu im Gespräch mit inFranken.de.
"Können das schwer nachvollziehen": Bamberger Politikerin Badum besucht Massaker-Kibbuz in Israel
"Seit dem 7. Oktober war es mir ein Anliegen, dort hinzureisen. Ich bin persönlich mit Israel sehr verbunden, mein Bruder lebte dort vier Jahre lang", erklärt sie die Motivation. "Mir war schon etwas mulmig, aber ich wusste, dass die Fahrt mit der israelischen Armee sehr gut abgesprochen ist." Die israelische Botschaft habe ihr zudem vermittelt, dass jeder Besuch wichtig sei, "um zu verstehen, was vor Ort passiert ist", so Badum. Ein Programmpunkt sei der Besuch von Kibbuz Kfar Azar gewesen, "das überfallen wurde". Die Anwohnerschaft sei evakuiert worden und nur noch die Armee präsent.
Der Kibbuz habe 700 Einwohner gehabt, "62 Leute wurden umgebracht, darunter auch viele Kinder", teilt sie inFranken.de mit. In einem vor Ort aufgenommenen Video fügt sie hinzu: "Wir können das schwer nachvollziehen, aber ich glaube, die total zerstörten Häuser mit den Einschusslöchern geben einen Eindruck davon, was sich hier am 7. Oktober abgespielt hat." Badum betrat Häuser mit zerwühlter und zerstörter Einrichtung und Blutspuren, wie ihre Bilder eindrücklich zeigen. 17 Menschen würden zudem noch immer als Geiseln gehalten (Stand: 2. November 2023).
Seit einigen Tagen gibt es Gewissheit zum Schicksal der deutschen Hamas-Geisel Shani Louk, wie du in unserem Ticker lesen kannst. "Wir sprachen mit Menschen, die evakuiert werden mussten und Angehörige haben, die als Geiseln genommen wurden oder umgebracht wurden. Ihr Hauptpunkt ist die Verzweiflung, dass sie nichts von ihren Angehörigen wissen." Doch ihre Bitten an Deutschland ließen sich kaum umsetzen, zu gering seien die Kontakte zu Hamas-Angehörigen oder Verhandlungschancen, so Badum. Manche Kibbuz-Bewohner hätten indes bittere Gewissheit über den Tod nahestehender Menschen.
"Gibt keinen sicheren Ort für Juden": Junge Frau sieht keinen Ausweg für neues Leben
Eine Frau zwischen 20 und 30 Jahren habe zu denjenigen gehört, die "überhaupt keine Hoffnung haben, dass etwas besser wird." Ihr Mann sei getötet worden. Ihre erste Reaktion sei daraufhin gewesen, an einen sicheren Ort zu fliehen. "Dann war aber die Frage, wohin? Es gibt keinen sicheren Ort für Juden auf der Welt. Totale Verzweiflung und Aussichtslosigkeit", fasst Badum zusammen. Wieder andere beschäftigten sich bereits mit den globalen Auswirkungen des Terrorangriffs. Sie interpretierten mit Erschrecken die Pro-Palästinenser-Demos als Unterstützung für die Hamas. Das möge nicht von jedem Teilnehmenden so gemeint sein, "aber das sind die Bilder, die ankommen", fügt sie hinzu.
Am Sonntagnachmittag (29. Oktober 2023) fand auch einePro-Palästinenser-Demo in Nürnberg statt. Sie hatte Ermittlungen wegen verbotener Zeichen zur Folge. Auf eine brenzlige Situation für das eigene Leben kommt die 40-Jährige ebenfalls zu sprechen. "Ich habe Raketenbeschuss live miterlebt", erinnert sie sich. Über eine App sei eine Warnung gekommen, als sie gerade im Taxi unterwegs war. "Wir stiegen aus und stellten uns an die Straßenseite. Gott sei Dank werden 90 Prozent der Raketen abgefangen." Israel verwendet das teure und als äußerst effektiv geltende Raketenabwehrsystem "Iron Dome".
Nach dieser nervenaufreibenden Reise möchte sie "Sprachrohr für die Israelis" mit ihren Gemütslagen sein und betont, dass der Hamas-Angriff "keine Befreiungs-, sondern eine Terroraktion" gewesen sei, mit der "eine neue Stufe der Grausamkeit erreicht wurde". Das American Jewish Commitee denke derweil über Patenschaften für Angehörige oder Geiselüberlebende sowie über Aufbauprojekte nach. "Vielleicht können auch Städte hier in der Region etwas tun", sagt Badum. Abgeschlossen seien ihre Überlegungen keinesfalls. Weitere Nachrichten aus Bamberg und Umgebungfindest du in unserem Lokalressort.
unnötig, unsinnig, überflüssig, wirkungslos und letztdendlich auch nicht ganz ungefährlich Fehlt noch, dass bald auch der letzte Provinzpolitikernde in ein Krisengebiet reist Wie wär's ... Frau H.?
Normalbürger
Jetzt zufrieden Joe ? Nachdem Frau Huml heute von Markus Söder ihres Amtes enthoben wurde, müssen Sie doch vor Glück ein strahlendes Gesicht zeigen. Ich glaube allerdings, in der Stadt und auch im Landkreis Bamberg wird uns Bürgern das nochmal auf die Füße fallen.
Joe-Bamberg
Gar nicht... ... DAS befürchte ich auch, dass sich ihre Präferenzen jetzt auf ein Pöstla in Stadt oder Landkreis verlagern Aber wir Bürgernden haben das ja (noch) in der Hand
Joe-Bamberg
"Schadenfreude" liegt mir fern! Das war nur eine logische Konsequenz, auch wenn es ziemlich lange gedauert hat Jetzt sollen die schwarz-gelben Brüder und Schwestern aber langsam mal zeigen was sie drauf haben, nicht dass wieder fünf Jahre vergehen ohne große Veränderung
frankyboy
Ich sehe jetzt keinen großen Sinn in der Reise von Frau Badum. Das kostet den Steuerzahler ordentlich Geld. Es reicht doch , wenn unsere Außenministerin dort hin geflogen ist, das kann ich noch nachvollziehen. Jetzt noch einen Flug einer Abgeordneten im Anschluss , kann da jeder fliegen der möchte? Wozu dient ein solcher Besuch?
unnötig, unsinnig, überflüssig, wirkungslos und letztdendlich auch nicht ganz ungefährlich


Fehlt noch, dass bald auch der letzte Provinzpolitikernde in ein Krisengebiet reist
Wie wär's ... Frau H.?
Jetzt zufrieden Joe ?
Nachdem Frau Huml heute von Markus Söder ihres Amtes enthoben wurde, müssen Sie doch vor Glück ein strahlendes Gesicht zeigen.
Ich glaube allerdings, in der Stadt und auch im Landkreis Bamberg wird uns Bürgern das nochmal auf die Füße fallen.
Gar nicht...

... DAS befürchte ich auch, dass sich ihre Präferenzen jetzt auf ein Pöstla in Stadt oder Landkreis verlagern
Aber wir Bürgernden haben das ja (noch) in der Hand
"Schadenfreude" liegt mir fern!

Das war nur eine logische Konsequenz, auch wenn es ziemlich lange gedauert hat
Jetzt sollen die schwarz-gelben Brüder und Schwestern aber langsam mal zeigen was sie drauf haben, nicht dass wieder fünf Jahre vergehen ohne große Veränderung
Ich sehe jetzt keinen großen Sinn in der Reise von Frau Badum. Das kostet den Steuerzahler ordentlich Geld. Es reicht doch , wenn unsere Außenministerin dort hin geflogen ist, das kann ich noch nachvollziehen. Jetzt noch einen Flug einer Abgeordneten im Anschluss , kann da jeder fliegen der möchte? Wozu dient ein solcher Besuch?