Ein Team des TV-Senders Kabel Eins hat im Mai die Bamberger Malteser bei ihrer Zehn-Stunden-Schicht begleitet. Seit Ende Juli ist die Sendung online. Doch nicht jeder Einsatz darf gezeigt werden.
- "Achtung Kontrolle!" bei den Maltesern Bamberg - Folge online zu sehen
- Sechs bis acht Einsätze bei 10-Stunden-Schicht: Nicht jeden Einsatz sehen die Zuschauer
- Feuerwehr rettet Patienten aus Fenster - Kamera-Team weiß sich zu verhalten
Hautnah bei Rettungseinsätzen dabei sein: Diese Faszination erleben Zuschauer der Kabel-Eins-Reportagereihe "Achtung Kontrolle!". Das Fernsehteam begleitet nicht nur Ordnungshüter und andere Kontrolleure, sondern auch Sanitäter. Die Zusammenarbeit mit Anna Eibert und Kai Freiwald von den Maltesern Bamberg scheint gut zu funktionieren, denn die beiden standen am 8. und 9. Mai 2023 bereits zum dritten Mal im Fokus der Kameras. Das wirkliche Ausmaß ihres Dienstes bekomme die Öffentlichkeit jedoch nicht mit, wie Sanitäter Kai Freiwald inFranken.de berichtet.
Ehefrau alarmiert Malteser Bamberg - Kamerateam filmt Rettung mit Drehleiter
inFranken.de berichtete bereits 2021 über den ersten Dreh der beiden. "Diese neue Erfahrung war ganz schön aufregend", sagte Freiwald damals im Gespräch. Es folgte eine weitere Folge gegen Ende der Pandemie. Beim jüngsten Dreh habe schon eine Vertrautheit zum Kamera- und Tonpersonal geherrscht. Das Team wisse inzwischen genau, wo es in Bamberg nicht drehen darf. So etwa in Behörden, Schulen oder dem Ankerzentrum. "Nur private Einsätze dürfen gefilmt werden. Bevor sie mit der Kamera hereinstürmen, fragen wir dort, ob wir überhaupt drehen dürfen."
Während des Einsatzes sei es für die Angehören natürlich nicht einfach, "einen klaren Kopf zu bewahren. Aber sie können sich mit dem Redakteur austauschen, wenn sie Fragen haben", erklärt der Sanitäter. Zu sechs bis acht Einsätzen rückten die Malteser in der Regel pro Zehn-Stunden-Schicht aus. Die Sendung auf der Kabel-Eins-Webseite zeigt einen davon. Es geht um einen Mann, den die Rettungskräfte in einem Kinderbett in der Wohnung vorfinden. Seine Frau hatte den Notruf abgesetzt und berichtet besorgt von Kopfschmerzen ihres Mannes. Dieser reagiert kaum auf das Malteser-Team.
"Alles gut, tief durchschnaufen", beruhigt Anna Eibert die Frau. "Wir nehmen ihn auf jeden Fall mit ins Krankenhaus", führt sie fort. "Im allerschlimmsten Fall" könne es ein Hirnschlag sein, aber auch nur eine Migräne. Die Malteser ordern daraufhin die Feuerwehr mit Drehleiter nach, damit der Patient schnell und sicher aus dem zweiten Stock in den Krankenwagen und dann ins Klinikum Bamberg kommt. Während des Drehs seien "die Kameras nebensächlich. Der Patient ist das Wichtigste", betont Freiwald. Das Fernsehteam wisse aber aus Erfahrung genau, wie es sich verhalten und wo sie stehen muss.
Sendung schützt Zuschauer vor besonders ernsten Einsätzen - "nicht sendefähig"
"Die hochdramatischen Einsätze während der zwei Tage durften sie nicht zeigen, weil sie nicht sendefähig sind." Vor allem für Kinder seien diese Bilder "ein No-Go". Für die Malteser seien solche Szenen jedoch Alltag. Zu besonders emotionalen Diensten gehört hingegen der Herzenswunsch-Krankenwagen.
So brachen Ehrenamtliche Ende Juli zu einer besonderen Fahrt auf: "Noch einmal den Sohn sehen": Bamberger Malteser erfüllen krebskranker Frau sehnlichsten Wunsch.Freiwald und Eibert bekämen "relativ früh" den Ausstrahlungstermin ihrer Folge mitgeteilt. Dann informiere er manche aus seinem Umfeld mit den Worten: "Es ist wieder so weit, wir sind wieder im Fernsehen."
Meiner Meinung nach ist diese TV-Format unerträglich. Bedient es doch die niedersten Instinkte des Menschen, sich am Elend und Leid von anderen zu ergötzen. Voyeurismus in seiner widerlichsten Form.