"Politisches Urgestein": Bamberger Landrat Johann Kalb hört nach 36 Jahren auf

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Landrat Johann Kalb wurde feierlich verabschiedet. Über 300 Gäste ehren sein Engagement für den Kreis Bamberg.

"Wir verabschieden heute ein politisches Urgestein, einen herausragenden Kommunalpolitiker, der den Landkreis und Oberfranken in hervorragender Weise geprägt hat." Finanzstaatssekretär Martin Schöffel hielt in Vertretung des Ministerpräsidenten die Festrede bei der Verabschiedung von Landrat Johann Kalb im Cleantech Innovation Park in Hallstadt.

Weit mehr als 300 Gäste bedankten sich am Ende mit stehenden Ovationen beim scheidenden Landrat, der überzeugt war: "Man muss Menschen mögen. Ich bin allen sehr dankbar, die ich in diesen 36 Jahren Kommunalpolitik kennenlernen durfte. Wer mich kennt, weiß, dass ich gerne unter Menschen bin."

"Eine Region gut zu entwickeln funktioniert nur", so Kalb, wenn du den Rückhalt deiner Familie und gute Menschen um dich herum hast: Und ich hatte eine tolle Verwaltung, auf die ich mich immer verlassen konnte." Beispielhaft nannte Kalb die Corona-Pandemie und die Unterbringung von Flüchtenden. Zwei Themen, die in großer Gemeinschaft gelöst worden sind. Wichtig war ihm, auch zu seinem Abschied für kulturelle Vielfalt zu werben. "Ohne Kultur ist eine Gesellschaft tot."

"Dir war stets bewusst, dass Arbeit, wirtschaftlicher Erfolg und Steuereinnahmen die Grundlagen eines erfolgreichen Staates sind." Der Landkreis und die Region haben nach den Worten von Festredner Martin Schöffel aus Krisen Chancen gemacht. "Das Michelin-Gelände hier ist nach dem Rückzug des Reifenherstellers keine Brache. Hier spielt die Zukunftsmusik für Forschung und Technologietransfer."

"Dein Blick und deine Tatkraft reichen bis auf die europäische Ebene". Sowohl als Bürgermeister als auch als Landrat oder Vorsitzender der Europäischen Metropolregion Nürnberg habe Kalb immer über den Tellerrand hinausgeschaut. "Der europäische Gedanke hat dich bei Städtepartnerschaften beflügelt. Du hast 17 zisterziensische Klosterlandschaften in fünf Ländern zum europäischen Kulturerbe-Siegel geführt und damit die herausragende Rolle der Zisterzienser für die Entwicklung Europas neu ins Bewusstsein gerufen."

Der "Genussmensch Johann Kalb" hat nach den Worten des Staatssekretärs die regionalen, kulinarischen Besonderheiten seiner Heimat herausgestellt. Zu seinem Markenzeichen sei das Landkreisbier "36 Kreisla" geworden, sowohl Kulturgut als auch Wirtschaftsfaktor.

"Du hast nicht groß geredet. Du hast gemacht." Das hat sich beim bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder in einer Videobotschaft über Johann Kalb eingeprägt. "Du hast dem Freistaat viel Geld abgeluchst – zum Beispiel für den Cleantech Innovation Park – und damit auch viel erreicht für die Region." Die Region Bamberg gehöre zu den leistungsfähigsten in Deutschland.

"Du hast gezeigt, dass Bodenständigkeit und Verantwortungsbewusstsein nicht nur Worte sind, sondern eine gelebte Haltung", war Bezirkstagspräsident Henry Schramm sehr dankbar, im Bezirkstag darauf auch weiterhin bauen zu können. "Die oberfränkischen Landräte haben eine ausgeprägte Freundschaft gepflegt", bedankte sich der ebenfalls scheidende Kulmbacher Landrat Klaus Peter Söllner.

"Wir wussten immer: Du machst das für deine Heimat", blickte Monika Kalb auf die politische Ära ihres Mannes zurück. "Jetzt ist es nicht nur ein Ende, sondern ein Anfang für Familie und Freunde. Wir ernennen dich hiermit zum Vollzeitmann, -vater, und -opa!"

"Du hast mit all deiner Kraft Tag für Tag daran gearbeitet, die Lebensqualität unserer schönen Heimat zu verbessern", hatte stellvertretender Landrat Bruno Kellner in seiner Begrüßung die Arbeit des Landrates gewürdigt. "Der Landkreis wächst. Wir haben eine leistungsfähige Wirtschaft. Der Transformationsprozess der Autozulieferer wird aktiv gestaltet. Wir haben beste Rahmenbedingungen für die Bildung geschaffen. Kultur hat nicht nur einen hohen Stellenwert, Kultur hat dank deiner Initiative ein Siegel, das Europäische Kulturerbe-Siegel für das transnationale Projekt ,Cisterscapes'."

Bei diesem Text handelt es sich um eine Pressemitteilung. 

Vorschaubild: © Landratsamt Bamberg / Lorenz