, dass sich Rabea Knauer und Yannick Dietz im Oktober zum Brainstormen treffen, denn Halloween steht vor der Tür. Für die beiden heißt das jedoch nicht, dass sie sich auf eine grotesk dekorierte Motto-Party vorbereiten. Es bedeutet, dass man sie mal wieder am Filmset antrifft.

Rabea und Yannick können sich mittlerweile Horrorfilm-Produzenten nennen, denn seit drei Jahren konzeptionieren, drehen und schneiden die beiden Kurzfilme, die Angst einjagen. Ihr erster Horror-Kurzfilm von 2017 wurde auf YouTube über 31 000-mal geklickt (Stand: Oktober 2020). Eine solche Reichweite ist keinesfalls selbstverständlich für ein Horror-Erstlingswerk und liegt sicherlich zu großen Teilen an den bemerkenswerten technischen und schauspielerischen Fähigkeiten der beiden.

Rabeas Schauspielkunst wurde ihr wohl sprichwörtlich in die Wiege gelegt - denn eine entsprechende Ausbildung hat die 19-Jährige nicht absolviert. "Meine Oma hat ganz lange in Fürth am Theater gespielt", erzählt sie. "Und meine Eltern haben sich sogar durch das Theater kennengelernt."

In den Genen

Ihre eigenen größten Berührungspunkte mit der Schauspielerei waren Auftritte im Kinder-Musical und als sie als Jugendliche aus Spaß mit ihrer besten Freundin eine Home-Serie gedreht hat, auf die sie jetzt belustigt zurückblickt. In der Schule lernte sie Yannick kennen, der schon damals als 14-Jähriger seine gesamte Freizeit seinem YouTube-Kanal YannickFilms widmete.

Yannicks frühe Anfänge: "Ich hatte lange gespart und mir von meinem Kommunionsgeld meine erste Kamera gekauft", so der heute ebenfalls 19-Jährige.

Berufswunsch Filmemacher

Danach war sein beruflicher Werdegang klar: Ohne Kamera ging nichts mehr. "Auch als wir in der Schule Referate halten sollten, habe ich - wann immer es ging - ein Video produziert." Zu einem solchen Anlass fanden auch er und Rabea zum ersten Mal an einem Filmset zusammen. Damals drehten sie einen Film gegen Rassismus, der eine Auszeichnung gewann.

Auf den Horror-Trip kamen die beiden erst später, als sie mit der Schule fertig waren- und das, obwohl Rabea gar keine Horrorfilme mag. "Ich schaue die nicht, ich drehe sie nur", verrät sie amüsiert.

Der erste Anstoß dazu kam von Yannick, der damals nach Ideen für seinen YouTube-Kanal suchte und Ende Oktober um das Horror-Thema gar nicht mehr herumkam. In der Halloween-Nacht selbst drehten sie also "Don't Look Twice", einen Kurzfilm, in dem sich eine junge Frau, gespielt von Rabea, von einer Puppe heimgesucht fühlt. "Ich glaube, dass der Film auch deshalb so viele Aufrufe hat, weil er ohne Dialog funktioniert", mutmaßt Yannick.

International verständlich

Ein Indikator dafür könnte der zweite Horrorfilm der beiden sein, in dem Deutsch gesprochen wird, und der somit auf der globalen Video-Plattform YouTube ein viel kleineres Publikum bedient.

"Pentagramm" (2018) konnte daher mit den Klicks von "Don't Look Twice" nicht mithalten, soll damit aber ein Einzelfall bleiben. Pünktlich zum diesjährigen Halloween haben die beiden ihr neuestes Werk veröffentlicht: "The Parking Lot" (2020).

Die Idee hinter diesem Film war "eine Geschichte auf ganz kleinem Raum zu erzählen, in der trotzdem richtig viel passiert", erzählt Yannick. Der Ort des Geschehens: sein Auto. Auf dem Fahrersitz eines Skoda Fabias gruselt sich die Protagonistin Rabea für zwei nervenaufreibende Minuten, nachdem sie sich mit vollem Körpereinsatz einen Abhang im Wald hinunterstürzt und eine spektakuläre Fluchtszene hinlegt, so viel sei verraten.

Über 200 Videos

Die Klickzahlen sind Yannicks Einschätzung nach "bisher ganz gut"; allerdings hofft er auf noch mehr Engagement. Verdient wäre es: Seine Fähigkeiten haben über die Jahre enorm an Qualität gewonnen, was nicht allein an der schieren Masse seiner Produktionen liegt. Sein Credo: mindestens ein YouTube-Upload pro Woche; in diesen Sommer hat es bereits die 200. Veröffentlichung auf YannickFilms gegeben.

Natürlich sind nicht alle Videos so aufwendig wie die Kurzfilme mit Rabea. In Tutorials gibt Yannick Tipps zu Themen rund ums Filmemachen und ist zudem mit über 80 abgedrehten Projekten leidenschaftlicher Musikvideo-Produzent. Auch das omnipräsente Thema "Corona" hat der Filmemacher in diesem Jahr verarbeitet und einen aufwendigen Kurzfilm mit dem Namen "ViRUS" produziert, der mit Explosionen, Effekten sowie Green Screen Technik daherkommt.

Aktuell brainstormen Yannick und Rabea schon für den nächsten Horror-Kurzfilm. Eine Idee und einzelne Horror-Elemente gibt es bereits. Arbeitstitel: "POLAROiD", Ort des Geschehens: eine Kinderpsychiatrie

Im Netz

Den neuen Horror-Kurzfilm The Parking Lot sowie die ersten beiden Filme gibt es auf dem YouTube-Kanal "YannickFilms" und auf www.yannickfilms.de.