Interesse ist vorhanden: Knapp 70 Prozent der Befragten würde einen Parkschein mit dem Handy bezahlen, wenn das in Bamberg möglich wäre. Das hat eine nicht repräsentative Umfrage auf InFranken.de ergeben. Diese Park-Frage haben wir bereits 2015 gestellt. Damals hatte die Stadtverwaltung noch aus unterschiedlichen Gründen Abstand von der Einführung genommen.

Inzwischen hat sich das geändert. Das zumindest ist einer Antwort des Oberbürgermeisters auf eine Anfrage von Johannes Wicht, Kreisjugendleiter der Beamtenbund-Jugend Bamberg, zu entnehmen: Die Einführung des "bürgerfreundlichen Services" soll bis spätestens Anfang 2018 umgesetzt sein, so Andreas Starke (SPD) in dem Schreiben.


Quote von bis zu 16 Prozent

Details zum geplanten Handy-parken in Bamberg waren bei der Stadt aktuell noch nicht zu bekommen: "Eine Ausschreibung ist in Vorbereitung", erklärt Steffen Schützwohl von der städtischen Pressestelle.

Wie das bargeldlose Handyparken aussehen könnte, zeigt derweil ein Blick in andere Kommunen wie Nürnberg, Coburg oder Bayreuth. Dort können Autofahrer schon länger ihre Parkzeiten per Smartphone begleichen.

In Bayreuth ist der Service seit 2009 möglich und wird immer besser angenommen: Inzwischen werden laut Joachim Oppold, Sprecher der Stadt Bayreuth, 15 bis 16 Prozent aller Parkvorgänge in der Innenstadt per Handy bezahlt. "Die Tendenz ist weiter steigend", so Oppold. Dafür hat die Stadt rund 5000 Euro an laufenden Kosten im Jahr zu tragen, was sich dennoch rechne: "Das Handyparken war eine Maßnahme zur Belebung der Innenstadt", so Oppold. Das Angebot werde vor allem von Jüngeren genutzt.

So funktioniert das Handyparken in Bayreuth

Die Stadt Bayreuth arbeitet mit Easyparkzusammen, neben der Erlanger Firma Sunhill Technologies einer der großen Anbieter. Nutzer bezahlen dabei ihre Parkgebühren per App, Anruf oder SMS.

Das bringt den Autofahrern laut Jürgen Hildebrandt vom ADAC Nordbayern vor allem Vor-, aber auch Nachteile. Ein großer Vorteil: Wer beispielsweise beim Arzt länger im Wartezimmer sitzt, muss nicht extra raus und Geld in den Automaten schmeißen, um seine Parkzeit zu verlängern. "Man wird automatisch benachrichtigt." Und kann die Parkdauer bequem per Smartphone innerhalb der Höchstparkdauer anpassen.


Strafzettel ade?

"Was nicht so schön ist, sind die versteckten Gebühren", findet der Verkehrsexperte des ADAC dagegen. Diese würden von den externen Firmen an den Nutzer weitergegeben. In Bayreuth sind das neben den städtischen Parkgebühren zwölf Cent pro Parkvorgang für registrierte und 18 Cent für nicht registrierte Nutzer. Allerdings werden Autofahrer auf der Internetseite der Stadt im Vorfeld über die Kosten informiert.

"Das Handyparken ist ansonsten eine positive Sache", bilanziert Hildebrandt. Das Parken kann sich durch die minutengenaue Abrechnung für Autofahrer auszahlen: Strafzettel könnten dadurch endlich Geschichte sein.