Bamberg
Energiesparmaßnahmen

Bamberg stellt Beleuchtung von Wahrzeichen ein - folgende Orte bleiben dunkel

Bamberg zieht Konsequenzen aus der Energiekrise. Die Stadt kündigt "mit sofortiger Wirkung" die Abschaltung der Beleuchtung verschiedener Wahrzeichen an. Eine neue Arbeitsgruppe will auch Maßnahmen für Bürger erarbeiten.
Bamberg stellt Beleuchtung von Wahrzeichen ein - welche Orte dunkel bleiben
Bamberg wird bis auf Weiteres nicht mehr wie gewohnt erstrahlen. Die Beleuchtung wird heruntergefahren. Foto: Nicolas Armer/dpa (Archivbild)
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Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke hat eine Arbeitsgruppe "Energiekrise" eingerichtet, teilt die Stadt in einer Pressemitteilung mit. Als erste Sofortmaßnahme wurde die Abschaltung der Beleuchtung an öffentlichen Gebäuden und Bamberger Wahrzeichen organisiert. Auch andere Themen werden vorbereitet.

Mit der Arbeitsgruppe will sich die Stadt Bamberg bestmöglich auf lokale Auswirkungen einer aktuell diskutierten Energiekrise einstellen. "Wir haben in den vergangenen Jahren unsere Hausaufgaben gemacht und uns in der Stadt schon in vielen Bereichen energieeffizient aufgestellt. Jetzt gilt es, weitere sinnvolle Maßnahmen zu ergreifen, damit wir uns optimal auf den Herbst und Winter vorbereiten", betont Starke.   

Altenburg, Rathaus, Kettenbrücke - Bamberg fährt Energieverbrauch runter 

In einer ersten Sitzung am Freitag (8. Juli 2022) wurden schon Themenfelder identifiziert, mit denen sich die Arbeitsgruppe in den nächsten Wochen und Monaten beschäftigen wird. Energiesparen bei Strom und Gas hat oberste Priorität, deshalb wurde als erste Maßnahme beschlossen, dass die Beleuchtung an zahlreichen Gebäuden, Skulpturen und Brücken mit sofortiger Wirkung abgeschaltet wird.

Unter anderem werden das Rathaus Maxplatz, das Alte Rathaus sowie die Konzert- und Kongresshalle ab Freitag nicht mehr beleuchtet. Außerdem werden die Effektlichter an der Luitpoldbrücke sowie der Löwenbrücke abgeschaltet. Die Kettenbrücke wird ab der kommenden Woche nicht mehr angeleuchtet. 

Nach Absprache mit dem Vorsitzenden des Altenburgvereins, Werner Hipelius, wird auch die Altenburg ab Freitag nicht mehr angestrahlt. Die Erzdiözese Bamberg beteiligt sich ebenfalls an der Aktion: Oberbürgermeister Starke und Domdekan Hubert Schiepek haben vereinbart, dass der Dom ab sofort nicht mehr beleuchtet wird. "Wir setzen damit gemeinsam ein deutliches Zeichen, dass in allen Bereichen Energie gespart werden muss", betont Starke.

Arbeitsgruppe "Energiekrise" soll weitere Maßnahmen für Bürger*innen erarbeiten

Darüber hinaus prüft die Verwaltung deshalb auch die Stärkung von Home-Office-Arbeitsplätzen für die Mitarbeiter*innen der Stadt und eine Absenkung der Temperatur in den Büroräumen im Herbst und Winter. 

Die Arbeitsgruppe befasst sich ganz konkret mit verschiedenen Szenarien, die aufgrund möglicher Einschränkungen der Gaslieferungen aus Russland entstehen könnten. Wie werden sich diese Szenarien auf die Stadt Bamberg und ihre Bürger*innen auswirken? Welche Herausforderungen sind in diesem Zusammenhang für die Verwaltung zu erwarten? Welche Schritte können bereits präventiv eingeleitet werden, um die Folgen abzumildern? Welche Sofortmaßnahmen müssen sein?

Die Arbeitsgruppe erhielt vom Oberbürgermeister den Auftrag, Antworten zu erarbeiten. Erste Ergebnisse sollen in der Vollsitzung des Stadtrats am Mittwoch (27. Juli 2022) vorgestellt werden. Neben Starke gehören der Gruppe der Zweite Bürgermeister Jonas Glüsenkamp, Ordnungsreferent Christian Hinterstein, Finanzreferent Bertram Felix, Wirtschaftsreferent Stefan Goller, Stadtwerke-Geschäftsführer Michael Fiedeldey, Stadtbau-Geschäftsführer Veit Bergmann und Andreas Sehrig, Leiter des Amts für Brand und Katastrophenschutz, an. 

Stadt: In Bamberg werde bereits seit Jahren Energie gespart

Weitere konkrete Maßnahmen für die Bürger*innen, wie eine Energiesparberatung sowie die Einrichtung von Wärmeräumen, sollen kommen. Bereits seit vielen Jahren bemüht sich die Stadt Bamberg darum, Energie einzusparen, vor allem durch die energetische Sanierung kommunaler Gebäude wie Schulen und Verwaltungsgebäude oder durch die Anbindung an vorhandene Fernwärmenetze, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Auch wurden Gebäudeleitstationen unter anderem zur zentralen Regelung von Heizungen eingeführt und festgelegt, dass die Raumtemperatur in Büroräumen im Winter tagsüber auf 20 Grad und nachts auf 17 Grad beschränkt wird. Sämtliche Ampelanlagen wurden außerdem bereits auf LED-Technik umgestellt. 

Bereits vor Jahren haben die Stadtwerke Bamberg im Auftrag der Stadt die städtische Straßenbeleuchtung nahezu komplett auf LED-Technologie umgestellt. Damit wird im Vergleich zur klassischen Glühbirne nicht nur rund 95 Prozent der Energie eingespart. Dank der Möglichkeit zur Fernsteuerung einzelner Lichtpunkte kann die Beleuchtung an die Verkehrsverhältnisse angepasst werden, was die Effizienz zusätzlich steigert. Darüber hinaus wird zu verkehrsarmen Zeiten zwischen 23 und 5 Uhr in verschiedenen Bereichen die Helligkeit des Lichts rund ein Drittel heruntergeregelt.

Zum Beheizen der Schwimmbecken werde kein Gas verbraucht

Auch bei der Beleuchtung von öffentlichen Gebäuden, Turnhallen oder anderen Sportstätten haben die Stadtwerke im Auftrag der Stadt mittels LED-Technologie die Effizienz gesteigert und gleichzeitig die Lichtverhältnisse optimiert. Bei der Öffentlichen Beleuchtung kommen mittlerweile auch Solarleuchten zum Einsatz, wie zum Beispiel in Bug am Campingplatz.

Auf dem Lagarde-Campus realisieren die Stadtwerke ein Konzept zur regenerativen Wärmeversorgung, bei dem die Wärme für die 1.200 Wohnungen sowie Gewerbe- und Kulturflächen zu 70 Prozent aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. "Wir gewinnen die erneuerbare Energie auf engstem Raum und binden nicht nur hocheffiziente Neubauten in das System ein, sondern auch denkmalgeschützte Altbauten", erklärt Michael Fiedeldey, Geschäftsführer der Stadtwerke Bamberg. 

Das Passivhaus-Hallenbad Bambados und sein benachbartes Stadionbad werden laut Stadt besonders energiesparend und ressourcenschonend mittels Holzhackschnitzeln aus dem Wasserschutzgebiet der Stadtwerke beheizt, das Freibad Gaustadt mittels Solarthermie. Zum Beheizen der Schwimmbecken wird kein Gas verbraucht. Für die Schwimmer*innen bedeutet das leicht schwankende Wassertemperaturen, die stärker als bisher abhängig von der Außentemperatur sind.

Oberbürgermeister appelliert an Haushalte und Unternehmen

"An diesen mittel- und langfristig wirksamen Maßnahmen wollen wir kontinuierlich weiterarbeiten", sagt Andreas Starke. Er appelliert an alle privaten Haushalte und Unternehmen, Energie zu sparen: "Jede eingesparte Kilowattstunde ist eine gute, weil sie uns helfen kann, bei einer Gasmangellage erfolgreich über den Winter zu kommen", betont der Bamberger Oberbürgermeister.

Auch Nürnberg stoppt die Beleuchtung städtischer Wahrzeichen. Die Stadt kündigte zudem weitere Maßnahmen zur Energieeinsparung an