• Bamberg: Neues Stadtviertel in Planung - Stadtgestaltungsbeirat diskutiert über erste Skizzen 
  • "Carl-Meinelt-Viertel": Sparkasse strebt neuen Wohn- und Arbeitsraum an
  • Architekten stehen vor Herausforderung: Große Lärmbelastung durch Verkehr am Berliner Ring 

Die Stadt Bamberg soll neuen Wohn- und Arbeitsraum bekommen. "Die Sparkasse Bamberg denkt derzeit über eine städtebauliche Weiterentwicklung der Fläche rund um das Planungs- und Steuerungszentrum der Sparkasse an der Carl-Meinelt-Straße, direkt am Berliner Ring, nach", heißt es in einer Pressemitteilung. Am Donnerstag (24. November 2022) wurden dem Stadtgestaltungsbeirat in einer öffentlichen Sitzung erste Ideen hierzu präsentiert. 

Bamberg soll neues Stadtviertel bekommen - erste Skizzen vorgestellt

"Unser Ziel ist es, die attraktiven Flächen um die Carl-Meinelt-Straße mit Wohnen, altersgerechtem Wohnen, Kinderbetreuung und gewerblichen Angeboten zu bereichern", erklärte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Bamberg, Stephan Kirchner. Das Architekturbüro "Brückner Architekten" aus München und der Projektentwickler "Sontowski & Partner GmbH" aus Erlangen stehen mit der Gestaltung des geplanten "Carl-Meinelt-Viertels" vor einer Herausforderung, berichteten Vertreter bei der öffentlichen Beiratssitzung. 

Das große Verkehrsaufkommen am Berliner Ring sorge für viel Lärm. Im Bereich zwischen Berliner Ring, Carl-Meinelt-Straße und Starkenfeldstraße Wohnraum zu schaffen, sei deshalb nicht so einfach. "Wie fängt man mit so einer Aufgabe an?", so die Fragestellung der Architekten, die verschiedene Variationen des künftigen Viertels skizziert haben. Zum jetzigen Stand gibt es 18 Entwürfe, drei dieser Skizzen wurden in der Beiratssitzung vorgestellt.

Eine organische Variante zeigt den Bau runder und dynamischer, eine klassische Gestaltung zeigt die geplanten Gebäude eckiger. Zusätzlich sei eine Solar-Variante denkbar, bei der die gebauten Wohnhäuser mit Solardächern ausgestattet werden könnten. In allen drei Skizzen sollen Grünflächen als "Abschirmung zum Berliner Ring" genutzt werden. Im Osten des Grundstücks befinden sich das "Bambados" und der Volkspark.

Neues "Carl-Meinelt-Viertel" in Bamberg - das sagt der Stadtgestaltungsbeirat

Prof. Dita Leyh vom Gestaltungsbeirat äußerte sich zu den bisherigen Entwürfen des Architekturbüros: "Wir finden es gut, dass Sie uns so frühzeitig mit einbeziehen. Uns waren die drei Varianten allerdings noch zu formal." Bei allen Entwürfen fehle die "Vernetzung für Fußgänger", ebenso wenig sei eine "Hierarchie öffentlicher und halb-öffentlicher Räume" erkennbar. Auch finde in der klassischen und Solar-Variante keine "Integration des Boomerangs" - also des Sparkassen-Gebäudes - statt.

Hinsichtlich der Nutzung des neuen Stadtviertels stünden noch weitere Fragen offen: Wie viele Wohnungen sollen entstehen? Wird die Sparkasse innerhalb des Viertels umziehen und ihr lärmgeschützteres Gebäude für Wohnraum freigeben? Idealerweise entstünden im inneren, ruhigeren Teil des "Carl-Meinelt-Viertels" potenzielle Wohngebäude, und der gewerbliche Teil grenze an die umliegenden Straßen, erklärten die Architekten. Es ist von einem "gemischten Gebiet" die Rede. 

Auch das Thema Parkmöglichkeiten wurde in der Beiratssitzung angesprochen: Für die Bewohner sei eine Tiefgarage denkbar, Besucher könnten entlang der Carl-Meinelt-Straße "unter Bäumen in einer Allee-Situation" parken. "Derzeit befinden wir uns aber noch in einem sehr frühen Stadium der Planungen", erklärte Kirchner. Die Anregungen des Stadtgestaltungsbeirats bezüglich des "Carl-Meinelt-Viertels" in Bamberg würden nun in die weiteren Planungen mit aufgenommen werden.

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