• Bamberger Feuerwehren: Hilfsleistungskontingent für Hochwassergebiet Ahrweiler
  • Einsatzkräfte kehren nach einer Woche zurück nach Bamberg
  • Knapp 400.000 Liter Öl-Wasser-Gemisch abgepumpt
  • Helfer noch immer fassungslos: "Das glaubt uns daheim keiner"

Am Samstag (21. August 2021) kehrten die Feuerwehrleute aus Bamberg und Umgebung zurück, die bei den Einsätzen in Ahrweiler (Rheinland-Pfalz) geholfen haben. "Das glaubt uns daheim keiner, was wir hier gesehen haben", zeigen sich die Einsatzkräfte in einem Facebook-Post der Löschgruppe 3 noch immer fassungslos. "Wir haben vieles gesehen, vieles erlebt! Betroffenheit der Bevölkerung - Menschen, die uns ihre Geschichte erzählten, bei welcher es selbst der gestandensten Einsatzkraft die Nackenhaare aufstellte", heißt es dort weiter.

Bamberger Stadtbrandinspektor schildert Zerstörung: "Alles voller Schlamm und Dreck"

"Das ganze Chaos, wie es dort unten aussieht: Es gibt keine Infrastruktur mehr, keine Straßen, keine Gas-, Wasser- und Stromversorgung", beschreibt Stadtbrandinspektor Ewald Pfänder, der das Hilfsleistungskontingent "Ölwehr" leitete, inFranken.de die Situation vor Ort. "Das ist eine saubere Zerstörung. Da unten ist alles voller Schlamm und Dreck. Die Häuser sind teilweise noch unter Wasser, mit einem Öl-Wasser-Gemisch, das musste rausgesaugt werden. Das ist echt nicht ohne."

Eine Woche verbrachten Mitglieder aller Löschgruppen aus der Stadt Bamberg inklusive der Ständigen Wache, elf Feuerwehren aus dem Landkreis Bamberg sowie die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung Bamberg Land in Ahrweiler, heißt es in dem Facebook-Post. Sie waren demnach mit insgesamt über 80 Einsatzkräften und 30 Fahrzeugen hauptsächlich dafür zuständig, das durch beschädigte Öltanks entstandene Öl-Wasser-Gemisch aus Häusern abzupumpen. 391.520 Liter haben die Bamberger Hilfskräfte an fast 300 Einsatzstellen abgepumpt.

Am Samstag seien die Feuerwehrfrauen und -männer dann wohlbehalten zurückgekehrt und  mit großer Freude von Familien, Freunden, Kameraden und Vertretern der Politik im Hof der Ständigen Wache am Margaretendamm empfangen worden, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Bamberg. "Sie haben einen vorbildlichen Job in den Flutgebieten geleistet. Ihre Solidarität für die Flutopfer erfüllt mich mit Stolz", so Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD), der die Einsatzkräfte persönlich empfangen hat. "Dafür möchte ich Ihnen allen im Namen der Stadt Bamberg, aber auch ganz persönlich, von Herzen danken."

Feuerwehr Bamberg: Stadt dankt Einsatzkräften mit süßer Überraschung

Einige Hilfskräfte berichteten demnach von einem "kräftezehrenden Einsatz" und "tiefsitzenden Eindrücken". Dementsprechend groß sei die Freude gewesen, wieder wohlbehalten zu den Familien zurückgekehrt zu sein. Auf der Autobahn hätten Lastwagen gehupt und Menschen in Autos den Daumen hochgehalten, so berichtete ein Feuerwehrmann. Das habe zusammengeschweißt.

Auch Stadtbrandrat Florian Kaiser und Kreisbrandrat Bernhard Ziegmann zeigten sich erleichtert darüber, dass "ihre" Frauen und Männer die schwierigen Herausforderungen gemeistert hätten, heißt es vonseiten der Stadt. Als kleinen Dank gab es demnach für alle ein bisschen Nervennahrung: ein Kilogramm Gummibärchen.

Auf ihrer Website beschreibt die Feuerwehr Bamberg in einem Einsatztagebuch ihre Eindrücke aus Ahrweiler. Das Wichtigste an dem Einsatz sei demnach gewesen: "Man war für die Betroffenen vor Ort da und hat geholfen!"

Auch die Feuerwehr Steinwiesen (Landkreis Kronach) wollte Opfern der Flutkatastrophe helfen. Sie sammelte mit einer spontanen Hilfsaktion palettenweise Hilfsgüter. Mehr darüber erfahrt ihr in diesem Plus-Artikel des Fränkischen Tags.