Ein Jahr nach Schick-Rücktritt: Warum gibt es immer noch keinen neuen Bamberger Erzbischof?

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Welcher der ausgewählten Kandidaten wird als neuer Bamberger Erzbischof Predigten im Dom halten?
Bamberg: Ein Jahr nach Schick-Rücktritt - warum gibt es immer noch keinen neuen Bischof?
Joa70/pixabay.com (Symbolbild)

An Allerheiligen 2022 nahm Papst Franziskus den Rücktritt des Bamberger Erzbischofs Ludwig Schick an. Auch nach einem Jahr ist dessen Position noch unbesetzt. Das Erzbistum erklärt den Hintergrund.

Nach 20-jähriger Amtszeit der Paukenschlag: Vergangenes Jahr bot der damals 73-jährige Bamberger Erzbischof Ludwig Schick seinen Rücktritt an. An Allerheiligen 2022 nahm Papst Franziskus diesen Antrag an, wodurch gleichzeitig der Suchprozess für einen Nachfolger begann. Inzwischen ist ein Jahr vergangen und noch immer leitet Diözesanadministrator Weihbischof Herwig Gössl das Bistum stellvertretend. 

Nur Priester können zum Bischof ernannt werden und die jährlichen Priesterweihen gehen stetig zurück. Zudem ist die Bischofsernennung ein langwieriges Prozedere. Wo hakt es genau? Die Antwort mutet simpel an, wie aus einem Gespräch mit dem Pressesprecher des Erzbistums Bamberg Harry Luck hervorgeht. 

Wann erhält Bamberg einen neuen Erzbischof? Papst wählt Kandidaten aus Liste

In Bayern erstellt das Domkapitel (die Bistumsleitung) eine Kandidatenliste mit Vorschlägen. Die Kandidaten müssen beispielsweise wenigstens 35 Jahre alt sein, wenigstens seit fünf Jahren Priester sein und über einen guten Ruf verfügen. Welche Kandidaten unter anderem heiß gehandelt werden, liest du hier. Der Papst erhält diese Liste und hat daraufhin volle Freiheit, seinen Favoriten zu küren, wie auf der Webseite des Bamberger Erzbistums zu lesen ist. "Ziemlich bald nach dem Rücktritt trat das Domkapitel im vergangenen Jahr zusammen und erstellte die Liste. Diese wurde auch relativ zeitnah abgeschickt", erklärt Luck inFranken.de

Nun stehe nur noch die Nachricht aus Rom aus. "Wir warten seit einiger Zeit darauf." Wann die entscheidende Antwort kommt, könne das Erzbistum nicht einsehen. Das Verfahren sei "eher intransparent". Der Papst könne mit seiner Wahl die Ausrichtung und weitere Entwicklungen der katholischen Kirche beeinflussen. Neben Bamberg gibt es auch offene Bischofsstellen in Osnabrück, Paderborn und Stuttgart. Paderborn warte bereits einen Monat länger als Bamberg auf die Ernennung durch Papst Franziskus. 

"Wir hoffen, dass wir einen Bischof bekommen, der Polarisierung und Spaltung entgegentritt und ausgleichend und integrierend wirkt, was die Strömungen in der Kirche angeht", betont Luck. Tatsächlich wird die Auswahl an möglichen Bischofskandidaten in Deutschland immer kleiner. Die Zahl der Neupriester sank laut der Deutschen Bischofskonferenz etwa von 99 im Jahr 2009 auf 80 im Jahr 2010. 2022 waren es nur noch 45. Zudem erreichten die Austritte im Juni 2023 ein neues Rekordhoch. Diözesanadministrator Herwig Gössl und die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) bezogen dazu Stellung. Weitere Nachrichten aus Bamberg und Umgebung findest du in unserem Lokalressort.