• Autozulieferer Bosch will 2022 neues Logistikzentrum in Bamberg eröffnen
  • Logistikzentrum soll im Bamberger Hafen entstehen
  • Oberbürgermeister zeigt sich erleichtert: "Sehr gute Nachricht"
  • Hintergrund ist auch eine neue Technologie, die in Serie gehen soll 

Überraschung in Bamberg - Bosch will schon bald neues Logistikzentrum eröffnen. Der Autozulieferer Bosch plant, bereits 2022 ein neues Logistikzentrum in Bamberg zu eröffnen. Das haben Bamberger Stadträte in einer Sondersitzung am Mittwoch (28.04.2021) erfahren. Informationen von Bosch zufolge soll das neue Logistikzentrum in Bamberg insgesamt eine Fläche von 9500 Quadratmetern haben. Von hier aus sollen künftig auch die Lieferketten des Bamberger Werks optimiert werden, heißt es in einer entsprechenden Mitteilung. 

Neues Bosch-Logistikzentrum in Bamberg: Das sind die Hintergründe

Momentan betreibt der Automobilzulieferer in Bamberg ein Logistikzentrum an der Schwarzenbergstraße. Doch dieses muss bereits Anfang kommenden Jahres aufgrund des Ausbaus der ICE-Strecke zwischen Berlin und München weichen. "Der Neubau wird einerseits erforderlich, weil die derzeitige Logistikhalle an der Schwarzenbergstraße im Zuge des Bahnausbaus ab 2022 nicht mehr zur Verfügung steht", schreibt die Stadt Bamberg in einer Pressemitteilung. 

Gleichzeitig brauche Bosch, so die Stadt Bamberg, mehr Platz. Denn das Unternehmen will unter anderem in Bamberg ab 2024 serienmäßig Teile für stationäre Brennstoffzellen produzieren. Das hatte Bosch im vergangenen Dezember angekündigt. Solche Brennstoffzellen funktionieren, indem Wasserstoff mit Sauerstoff reagiert - so entsteht elektrische Energie. Eine erste Version der stationären Brennstoffzelle von Bosch steht seit dem 29. März am Bamberger ZOB. Dort versorgt der kleine Kasten "mehr als 20 Vier-Personen-Haushalten im Stadtquartier um den Busbahnhof" und die ansässige Bäckerei mit der produzierten Wärme.

"Das Herzstück der Brennstoffzelle, die sogenannten Stacks, werden im Bamberger Werk gefertigt. Dieses neue Produkt ist wesentlich größer und schwerer als die bestehenden Erzeugnisse", schreibt die Stadt Bamberg. "Das neue integrierte Logistikzentrum wird über ein hochmodernes Palettenregallager mit 9000 Stellplätzen verfügen. Dabei werden neueste IT-Systemlösungen integriert, um unsere Logistikprozesse zukunfts- und wettbewerbsfähig aufzustellen", wird Bosch-Logistikleiter Uwe Fischer in einer Pressemitteilung des Unternehmens zitiert. 

Bamberger Oberbürgermeister wegen Bosch-Plänen erleichtert: "Gute Nachricht"

Der Bamberger Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) hört diese Nachricht über die Pläne von Bosch gerne. "Das ist eine sehr gute Nachricht für die Beschäftigten von Bosch, die Zulieferer und die gesamte Region“, wird Starke in der Mitteilung der Stadt zitiert. Denn in Bamberg stellt Bosch mit über 7000 Mitarbeitern Einspritzdüsen für Diesel-Fahrzeuge her. Erst 2019 hatte die Diesel-Krise bei den Bosch-Mitarbeitern für heftige Proteste gesorgt, da viele sich um ihren Job sorgten. Im November 2019 schien mit einem Brand in einem Bamberger Werk der Tiefpunkt erreicht. 

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Bei der Stadt herrscht jetzt Hoffnung. Es sei "ein klares Signal dafür, dass der Standort Bamberg bei der Gestaltung des Transformationsprozesses in der Automobilindustrie eine bedeutende Rolle spielt", wird der Bamberger Wirtschaftsreferent Stefan Goller zitiert. Der Bamberger Hafen sei für "unsere Logistik ein idealer Standort", so Bosch-Werkleiter Martin Schultz. 

Insgesamt sollen künftig "185 Mitarbeiter in Lager und Büro dafür sorgen, dass das Bamberger Werk, seine Schwesterwerke in aller Welt und die Kunden mit Material und fertigen Erzeugnissen termingerecht und in Bosch-Qualität beliefert werden", schreibt das Unternehmen. Man werde dabei auch "für Nachhaltigkeit und Klimaschutz" sorgen, heißt es. 

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