"Er lag schon zwei Stunden da": Andreas (23) rettet hilflosem Mann am Straßenrand das Leben

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Bamberg: Winterdienstfahrer (23) rettet Mann das Leben - "Er lag schon zwei Stunden da"
Bamberg: Winterdienstfahrer (23) rettet Mann das Leben - "Er lag schon zwei Stunden da"
StMB; NEWS5/Haag (Symbolbild); Collage: inFranken.de

Ein 23-jähriger Winterdienstfahrer entdeckte während seiner Schicht im Landkreis Bamberg einen am Straßenrand liegenden Mann. Dieser hatte sich schon zwei Stunden lang vergeblich um Hilfe bemüht.

  • Mitarbeiter der Straßenmeisterei Bamberg wird zum Lebensretter
  • Ein Mann lag stundenlang am Straßenrand: "Er winkte mir mit seinem Handydisplay zu"
  • 55-Jähriger hatte zuvor einen Autounfall und dann sein Fahrzeug verlassen
  • Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer ehrt den Winterdienstfahrer in München

Der 23-jährige Winterdienstfahrer der Straßenmeisterei Bamberg Andreas Herbst hat in den frühen Morgenstunden des 10. Januars 2022 Zivilcourage bewiesen, die sogar Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer beeindruckte. Aus seiner Perspektive schildert er, wie er einen verunfallten Mann vor dem Kältetod bewahrte.

Mann liegt bei Bamberg stundenlang am Straßenrand - "habe sofort angehalten"

inFranken.de berichtete am Dienstag (11. Januar 2022) über die Vorgeschichte. Am Montagabend (10. Januar 2022) gegen 23 Uhr wurde die Polizei über ein im Graben stehendes und verlassenes Unfallauto auf der Ortsverbindungsstrecke zwischen Reundorf und Obergreuth informiert. Den 55-jährigen und laut Polizeiinformationen alkoholisierten Fahrer fand Andreas Herbst dann während seiner Frühschicht gegen 3.30 Uhr auf - hilflos am Straßenrand liegend. 

"Von weitem habe ich gesehen, dass ein Licht mir entgegenleuchtet", erinnert er sich im Gespräch mit inFranken.de, "Dem habe ich mich genähert und auf einmal sehe ich einen Mann dort liegen, der mir mit seinem Handydisplay zuwinkt. Ich habe dann sofort angehalten und Erste Hilfe geleistet." Herbst habe gefragt, ob dem Mann etwas fehle, wie es ihm gehe. "Dann habe ich ihm erstmal meine Jacke gegeben, damit er ein bisschen aufwärmt. Dann habe ich ihn noch mit einer Rettungsdecke zugedeckt." Außerdem habe er den Rettungsdienst und die Polizei alarmiert.

Eigenständig habe der Mann keinen Notruf absetzen können, berichtet Herbst. Der 55-Jährige sei ihm sehr dankbar gewesen. "Er lag schon zwei Stunden da, sagte er mir." Niemanden habe mit seinem Licht zum Anhalten bringen können. Das ganze Ereignis sei überraschend für den jungen Winterdienstfahrer gewesen. Zu dieser Uhrzeit habe er solch einen Vorfall nicht erwartet. Er habe aber nicht viel nachgedacht, sondern einfach reagiert. Nachdem der Mann dem Rettungsdienst übergeben war, konnte Herbst seine Fahrt fortsetzen.

"Vorbild für uns alle": 23-Jähriger bekommt Anerkennung von oberster Stelle 

"Die schnelle und geistesgegenwärtige Reaktion von Herrn Herbst verdient großen Respekt und Anerkennung! Der Winterdienst hilft Menschen in allen Notlagen. Herr Herbst ist ein Vorbild für uns alle." Mit diesen Worten äußerte sich die bayerische Verkehrsministerin Kerstin Schreyer zu dem couragierten Einsatz. Am Dienstag (18. Januar 2022) lud sie ihn zu sich nach München ein. "Wir haben ein bisschen über den Unfall geredet, haben Fotos gemacht und ich habe einen Präsentkorb bekommen. Es war nett", berichtet Herbst. 

Von seinen Kolleg*innen habe er auch Anerkennung erhalten. Der 23-jährige Mitarbeiter der Straßenmeisterei Bamberg werde auf jeden Fall noch länger an dieses Ereignis zurückdenken.