Seit sieben Jahren schreibt Bettina Bäumert Bücher: Mystik-Krimis, Franken-Krimis, Kinderbücher und Kurzgeschichten. Die Strullendorferin ist ein "Selfpublisher" - kümmert sich neben dem Schreiben also auch um die Cover-Gestaltung und den Druck.

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"Um Korrektur lesen zu lassen fehlt mir das Geld. Weshalb in meinen Texten sicherlich auch Fehler sind", gesteht sie. Und weiter: "Mein Verdienst ist gleich Null - und das auch ganz ohne Corona-Krise." Deshalb wollte sie zuerst auch keine Spenden sammeln. Wir finden aber: Wem die Geschichte von Bäumert gefällt, darf trotzdem gerne etwas geben, an:

Bettina Bäumert

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Und nun zur Geschichte:

Zerberus Müller und Die Tote auf dem Motorrad

Darum geht es:

Er beobachtete sie voller Interesse. Sie war gut. Sie war wirklich gut. Ihr Kampf ums Überleben dauerte bereits länger, als er es für möglich gehalten hatte. Ihr sinnloser und hartnäckiger Widerstand gegen das Unausweichliche und ihre aberwitzige Hoffnung auf Leben wirkten berauschend auf ihn. ....

Voller trügerischer Zuversicht auf Rettung wanderte ihr Blick nach oben in eine allgegenwärtige Trübe und beängstigende Dunkelheit, in der sie nicht das Geringste erkennen konnte. Gevatter Tod, der ruhig und gelassen auf sie zukam, versuchte sie selbst dann noch auf Abstand zu halten, als ihr klar wurde, dass sie einer Sinnestäuschung zum Opfer gefallen war. Dass ihr Geist ihr einen üblen Streich

gespielt hatte, indem er ihr eine völlig irrelevante Hoffnung auf Rettung vorgaukelte. Plötzlich weinte sie. Sie wollte nicht sterben. Nicht jetzt, nicht heute.

.....

Wolfgang Desel hatte gefragt. Schließlich konnte sich der Bürgermeister nicht erinnern, dass sein Freund mit seinem Bauchgefühl jemals schon daneben gelegen war. Also stand er jetzt neben Zerberus Müller am Ufer des Kanals in Höhe der Wasserwacht von Strullendorf. Und wie Zerberus, beobachtete auch er die zwei Taucher, die - nicht ohne ihre Witze über den Franken zu reißen - in das braune, kalte Wasser stiegen. "Guggd öschd amol unde die Brüggn. Dod, wu des Modoroud

schded."

Thomas, ein schlanker, durchtrainiertes Kraftpaket war das jüngste Mitglied der Wasserwacht. Der passionierte Taucher, lachte genervt. "Mann Zerberus, wie oft willst du das jetzt noch sagen? Meinst, wir sind blöd oder was?" Sein Kumpel Richard, ein gemütlicher und eher zurückhaltender Mensch, grinste breit. "Bin diregd froh, des es rengd. Somid wird dä Mülle ach noss."

Thomas gab seinem Freund ein Zeichen. Kurz darauf verschwanden sie in der trüben Brühe des Kanals. Kai Schlesinger, der unweit der Wasserwacht im Dickicht des Kanals saß und angelte, sah dem geschäftigen Treiben erstaunt zu. Als er seinen Freund entdeckte, packte er eiligst seine Angelsachen zusammen. Kurz darauf schob er seinen rostigen Drahtesel zu Zerberus und Wolfgang Desel.

"Tach, Herr Bürgermeister", sagte er, wobei er fragend von Wolfgang Desel zu Zerberus guckte. "Hast du dir doch Gedanken gemacht, Zerb? Wegen meiner Funde, meine ich?", erkundigte er sich neugierig. Zerberus nickte, wobei er etwas völlig Unverständliches brummte und den Kragen seiner Jacke hochschlug. Der Nieselregen, der bereits in den frühen Morgenstunden eingesetzt

hatte, war stärker geworden. "Du willsd bei dem Wedde doch wohl ned weide angln?", überging

er die Wissbegierde des alten Mannes. Kai Schlesinger zog sein Basecap tiefer in die Stirn. "Ne, nicht wirklich. Dieser Nieselregen geht auf meine alten Knochen. Ich bin auf dem Heimweg. Eigentlich. Aber dann ... Also, erzähl, was ist hier los?", blieb er hartnäckig, wobei er dem Blick der anderen folgte und auf die Stelle im Wasser starrte, an der die Taucher verschwunden waren.

Zerberus Müller verharrte in Schweigen. Und auch Kai und der Bürgermeister beobachteten wortlos die Wasseroberfläche des Kanals. Es dauerte eine ganze Weile, bis die Taucher wieder zurückkamen.

Richard beeilte sich, ans Ufer zu kommen. Kaum aus dem Wasser rannte er zum Gebüsch. Kurz darauf würgte er, was das Zeug hielt. Auch Thomas riss kreidebleich seine Tauchermaske vom Gesicht. Noch vom Wasser aus rief er dem Bürgermeister entsetzt zu. "Wir brauchen die Polizei! Die Kripo ... alle ... Da unten sitzt jemand auf dem Motorrad ... Eine Frau ... Denke ich ... sie ... sie ist tot ... und ...!"

So funktioniert die Corona-Bühne

Was ist die Corona-Bühne? Der FT stellt mit seiner Facebook-Seite und seiner Homepage inFranken.de den Künstlern eine reichweitenstarke Möglichkeit zur Verfügung, virtuell aufzutreten. Videobeiträge, Fotoserien, Audio-Aufnahmen, Texte und andere Ideen sind willkommen. Die Zuschauer können direkt an den Künstler spenden. Gema-pflichtige Musik ist nicht möglich. Die Beiträge werden von uns geprüft. Wer kann mitmachen? Das Angebot richtet sich an freischaffende Künstler aus Bamberg und dem Landkreis. Und wie? Die Künstler schicken ihre Beiträge, eine kurze Erklärung zu ihrer Situation und Kontodaten für Spenden per Email an redaktion.bamberg@infranken.de (Stichwort: Corona-Bühne).