Nach einer kurzen Auszeit wurde das Alkohol-Ausschank-Verbot in Bamberg vom 27. Juli 2020 bis zum 26. August 2020 verlängert. Das bedeutet:  Die Regelung, dass der Ausschank von alkoholischen Getränken ab 20.00 Uhr im Geltungsbereich Sandgebiet, auf der Unteren und Oberen Brücke, dem Obstmarkt und am Gabelmann von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag sowie vor einem gesetzlichen Feiertag verboten ist, bleibt bestehen. „Zum Schutze der Bevölkerung“, wie die Stadt mitteilte. Grund für diese Maßnahme ist die anhaltende Problematik des Coronavirus. Grund dafür waren „Sandkerwa-ähnliche Zustände“, wie die Polizei mitteilte. 

Nachdem ein Gastronom dagegen geklagt hatte, entschied das Verwaltungsgericht Bayreuth in einem Eilverfahren auf eine Aufschiebung der Regelung. Allerdings wurde diese am 13. August 2020 vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof (BayVGH) abgeschmettert, nachdem die Stadt Bamberg Widerspruch gegen diese Aufschiebung eingelegt hatte. Außerdem verkündete das BayVGH: Der Beschluss ist nicht anfechtbar. „Gut, dass unsere Strategie, dem Schutz der Bevölkerung absoluten Vorrang einzuräumen, nun auch juristisch bestätigt worden ist. Allen Besuchern des Sandgebiets und vor allem den Gastronomen wäre nicht gedient, wenn wir einen weiteren Lockdown riskieren würden“, freute sich Oberbürgermeister Andreas Starke. 

Ausschank-Regeln in Bamberg: Darf ich ein Bier auf der Unteren Brücke trinken?

Doch was genau ist jetzt in der "Bierstadt" Bamberg erlaubt? Denn nach wie vor ist die Polizei ab den Abendstunden in der Sandstraße und im Innenstadtbereich präsent.  Es habe sich gezeigt, dass durch die Umsetzung der Allgemeinverfügung die Menschenansammlungen, vor allem im Sandgebiet und auf der Oberen Brücke, deutlich geringer wurden. Polizei und Stadtverwaltung, aber auch viele Gastronomen, verbuchten die Allgemeinverfügung bisher als Erfolg. Jedoch wünschen sich die Verantwortlichen, dass das auch in Zukunft so bleibt. Dafür braucht es vor allem eines: Handlungssicherheit.

Wie die Stadt gegenüber inFranken.de mitteilte, gilt die Regelung des Ausschank-Verbotes derzeit für die Zeiträume von Freitag auf Samstag, von Samstag auf Sonntag sowie an oder vor Feiertagen. In den nicht ausgeschlossenen Zeiträumen sei dieser jedoch erlaubt. Zudem räumt die Pressesprecherin Ulrike Siebenhaar ein: „Alkoholkonsum ist von der Allgemeinverfügung nicht betroffen. Ein generelles Alkoholkonsumverbot auf der Unteren Brücke existiert derzeit aufgrund der Allgemeinverfügung nicht.“ 

Doch macht Siebenhaar auch eine wichtige Einschränkung. Mit Verweis auf die sogenannte „Sondernutzungssatzung“ vom 16. Februar 1972 gibt sie zu bedenken, dass der Verzehr von Alkohol in den genannten Bereichen, besonders bei einem längeren Aufenthalt, eine unerlaubte Sondernutzung darstellen könnte. Das wiederum sei jedoch von einer jeweiligen Einzelfallprüfung durch die Polizei festzustellen. „Dies gilt unabhängig vom Pandemie-Geschehen“, erklärt sie. 

Wird es eine neue Verlängerung des Ausschank-Verbots geben?

Vor allem die Untere Brücke in Bamberg ist ein beliebter Ort, um den Tag gemütlich mit ein bis zwei Bier ausklingen zu lassen. Dass das prinzipiell möglich sein könnte, zeigt die Stellungnahme der Stadt. 
Das heißt: Mit einem selbst mitgebrachten durch die Stadt schlendern ist erlaubt, auch ein kurzes Verweilen oder Plaudern mit Bekannten, die einem zufällig begegnen, schließt das nicht aus. Möchte man sein Bier aber im genannten Bereich genießen, bedarf es einer individuellen Überprüfung des Einzelfalls, ob das damit einhergehende Infektionsrisiko verhältnismäßig sei.

Zusammenfassend lässt sich daher sagen: Es gibt keine klare Antwort der Stadt darauf, ob es erlaubt ist auf der Unteren Brücke ein Bier zu trinken. Man handelt dementsprechend auf eigenes Risiko, wenn man dort dem Alkoholgenuss frönen möchte. 

Die Präsenz der Polizei führe indes dazu, dass sich die Besucher größtenteils an die Vorgaben halten, lobt die Polizei. Bei Verstößen ist sie allerdings befugt, Verwarnungen auszusprechen und Anzeige zu erstatten. Im Ernstfall droht ein Bußgeld von 25 Euro. (In Magdeburg gelten bereits Bußgelder ab 150 Euro.)

Ob das Ausschank-Verbot Ende August erneut verlängert wird, kann die Polizei derzeit nicht sagen. Die Entscheidungsmacht obliege in diesem Fall der Stadt. Beobachtungen und Einschätzungen der Polizei werden in die Entscheidung mit einbezogen, dabei komme es vor allem auf das Verhalten der Bürger in den letzten Tagen vor dem Ende des Verbots an. Denn eine Entscheidung wird laut der Polizei kurzfristig gefällt. Mit einer Verkündung über das weitere Vorgehen ist also erst zwischen dem 26. und 28. August zu rechnen.

Wie viel Bier pro Tag ist eigentlich gesund?