So gut wie jeden Donnerstag hatte Johann Merkel einen festen Termin im Kalender: 16 Uhr, Haus der Begegnung, Generationentreff.

Vor gut drei Jahren wurde diese von Ehrenamtlichen betriebene Einrichtung ins Leben gerufen. Auf Initiative der CUW hin. Neben der damaligen CUW-Gemeinderätin Ute Seven gehörte auch ihr Gemeinderats- und Fraktionskollege Franz Werner zu den Initiatoren. Und zu den ehrenamtlich Tätigen.

Was waren ihre Beweggründe? Die demografische Entwicklung gerade auf dem Land. "Wir wollten einen Ort schaffen, so sich die Generationen zwanglos begegnen können, aber auch eine Plattform für Dienstleistungen."
Der Gemeinderat befürwortete das Vorhaben, stellte im Rathaus (Haus des Gastes) kostenlos einen Raum zur Verfügung. Übernahm, falls nötig, die geringen Defizite.
"Das ist ganz selbstverständlich", merkt dazu Erster Bürgermeister Heinrich Thaler (CSU) an, der von der Notwendigkeit einer solchen Einrichtung ebenfalls nach wie vor genauso überzeugt ist wie die Initiatoren.

"Der Bürgermeister hat auch immer versucht, zumindest vorbei zu schauen", weiß Stamm-Gast Merkel.
Freilich hatte "Mittendrin" nicht die hohe Besucherzahl, die man sich als Ehrenamtlicher wünscht.
Trotz eines breiten Angebotsspektrums. "Im Schnitt waren am Ende fünf Personen da", erläutert Franz Werner. "Wir waren uns von Anfang an bewusst, dass wir einen langen Atem brauchen." Aber jetzt scheint eine Zäsur angebracht, eine Überarbeitung des Konzeptes sinnvoll. Das hatte auch die Reflexion mit der Generationenbeauftragten des Landkreises, Sina Wicht ergeben. Auch das, von Anfang an geplant. "Das Projekt sollte regelmäßig auf den Prüfstand kommen," erinnert sich Ute Seven.

Jetzt sind eben verschiedene Nachjustierungen nötig. Die wollte man dem neuen Gemeinderat überlassen, der die Situation ausloten und dann entscheiden muss, ob er das Projekt fortführen will.

Suche nach Alternativen

Einer, der hundertprozentig dafür plädiert, das ist Johann Merkel. Kein Gemeinderat. Er hat die Treffen genossen. Es gab die regelmäßigen Öffnungszeiten und dann natürlich die Zusatzveranstaltungen.

Schwerpunktmäßig waren die in den Wintermonaten. Insgesamt etwa 30, so schätzt Ute Seven. "Mittendrin" wurde von einem Team mit knapp zehn Ehrenamtlichen gestemmt. Nach Sevens Kenntnisstand würde sich das Gros weiter engagieren. Sie selbst hat sich aus beruflichen Gründen zurückgezogen.

Vielleicht sei es sinnvoll, den Treff nur vierzehntägig zu öffnen. Das würde die Ehrenamtlichen entlasten. Eine andere Option wäre etwa, den Treff in den Wirtschaften abzuhalten, erklärt der Bürgermeister.

Das käme dann denjenigen entgegen, die Merkels Einladung, doch auch zum Treff zu kommen, mit dem Hinweis abgetan hatten, im Generationen-treff würde kein Bier ausgeschenkt.

Dafür gebe es doch kostenlosen Kaffee und Kuchen, lediglich eine Spende sei als Unkostenbeitrag erbeten worden, habe er er immer argumentiert.

Merkel (78), der mit Macht für den Treff geworben hat, hat Überlegungen zu möglichen Ursachen für das Fernbleiben angestellt. Ein Grund könnte für manche sein, dass eine politische Gruppierung (die CUW) den Treff ins Leben gerufen hat. Daran sollte es doch nicht scheitern, findet er.

Merkel hat schon wieder eine Idee für eine Veranstaltung: "Ich habe so viele Fotos, die könnte ich doch zeigen." Der 78-Jährige hat es immer wieder auch mit harten Argumenten versucht, Besucher für den Treff zu gewinnen: "Willst Du daheim vorm Fenster sitzen bleiben, und warten bis Du stirbst, oder lieber mal einen schönen Nachmittag verbringen?"

Für ihn persönlich war schon vor drei Jahren ganz klar die Entscheidung gefallen, dass er eben das nicht möchte. Dafür aber gerne bald wieder selbst gebackenen Kuchen im "Mittendrin" essen und sich dabei unterhalten.