Die Aufgabe lautete, sich kreativ mit der besonderen historischen, künstlerischen und religiösen Bedeutung des ehemaligen Klosters St. Michael und seiner Geschichte auseinander zu setzen und sie neu zu interpretieren.

Zehn Kunstschaffende aus Oberfranken hatten sich dieser Herausforderung gestellt und am Kunstwettbewerb "Im Schutz des Engels - 1000 Jahre Kloster Michaelsberg Bamberg" teilgenommen. Ausgeschrieben hatte ihn die Stadt Bamberg gemeinsam mit dem Berufsverbands Bildender Künstler (BBK) Oberfranken.

Nun steht das Ergebnis fest. Es gibt zwei Sieger: Michaela Schwarzmann, Grafikerin aus Eggolsheim (Landkreis Forchheim), und der Bamberger Glasmaler Johannes Schreiber. Sie teilen sich die 10 000 Euro Preisgeld.

Bürgermeister Christian Lange, der den Vorsitz der Jury hatte, stellte im Rathaus die Sieger und ihre Arbeiten vor. Beide würden auf besondere Weise bekannte Michelsberger Kunstwerke in lebendige Projekte umsetzen.

Die interessierte Öffentlichkeit erhält Gelegenheit, das Entstehen der Kunstwerke mit zu erleben: Schwarzmann und Schreiber werden ab 4. September vier Wochen lang in den beiden Pavillons im Michelsberger Terrassengarten arbeiten. Mit der Dauer der Ausstellung wachsen ihre Kunstwerke.

Schwarzmanns Idee nennt sich "Pflanzen wollen ans Licht" und ist vom "Himmelsgarten" der Kirche St. Michael inspiriert. Während das Gotteshaus und damit auch das mit über 500 Pflanzen bemalte Gewölbe auf unbestimmte Zeit nicht zugänglich sind, holt sie die Flora im Jubiläumsjahr künstlerisch ans Licht.

Wie, das beschreibt die Eggolsheimerin so: Sie wird zweilagige transparente Blätter mit Pflanzenzeichnungen gestalten, die weder ein exaktes Abbild sein wollen noch eine erklärende Sachzeichnung. "Der Fokus liegt auf Linien, Formen und auf kompositorischen Aspekten. . .  Jeweils zwei transparente Papiere werden beidseitig bezeichnet und benäht. Veränderungen zeigen sich durch verschiedene Lichtverhältnisse und das Schemenhafte der Rückseite." Fertige Zeichnungen werden in einer rahmenlosen Hängung im Pavillon präsentiert.

In Anspielung auf das frühere Klosterleben hat die Künstlerin zudem vor, sich von 8. bis 15. September in Klausur zu begeben und im Pavillon auch zu übernachten.

Spezieller Bamberger Totentanz

Johannes Schreibers Beitrag ist ein ganz spezieller "Bamberger Totentanz", bestehend aus zwölf bis 15 Mosaiken aus Glas und keramischem Material. Die etwa 50 Zentimeter hohen Arbeiten sollen sich am Ende über den Raum verteilt aneinander fügen.

Der Bamberger Künstler befasst sich thematisch mit seinem erklärten Lieblingsort auf dem Michaelsberg, der Totentanz-Kapelle in St. Michael. Mit viel Witz überträgt er die besondere Thematik ins 21. Jahrhundert und auf Bamberger Verhältnisse. Es kommen die Basketballer und die Symphoniker genau so vor wie das Fischerstechen und die Kellertradition.

Bei der Bekanntgabe des Wettbewerbsergebnisses im Rathaus begrüßte es Gerhard Schlötzer als Vertreter des BBK Oberfranken ausdrücklich, dass die Stadt gezielt heimische Künstler eingeladen hatte, sich zu beteiligen.