Der Vorverkauf für den Schwank "Leberwurst und falscher Adel" beginnt am Freitag, 10. März, im Rhön-Center Burkardroth.

"Darauf freuen sich nicht nur die Burkardröther", fasst Monika Grom die Erwartung der Theaterfreunde in der Umgebung zusammen. Die Souffleuse ist zusammen mit Anton Büchs, dem Leiter der Gruppe schon seit dem ersten Auftritt der Laienspielschar dabei. Das Ensemble nennt sich schlicht "Theatergruppe Burkardroth". Die rund 30 Akteure stehen für ambitioniertes Laientheater, finden Jahr für Jahr ihr Publikum weit über die Ortsgrenzen hinaus und sind längst zu einem Kulturträger der Großgemeinde geworden.


In Lauter und Bad Bocklet

Dabei spielen die Mimen seit einigen Jahren gar nicht mehr in Burkardroth selbst. "Es gibt hier einfach keine Spielstätte mehr, bedauert Kathrin Frank", Hauptdarstellerin im diesjährigen Lustspiel. "Da müesse die Burchardröeder hald widder nauf noach Laudder", ist bei den Proben zu hören. Christoph Ehrenberg, einer der Hauptdarsteller, meint die Edelweißhalle in Lauter, in der am 25. und 26. März die ersten beiden Vorstellungen gegeben werden.

Den Zungenschlag alteingesessener Vorrhöner hat er gut drauf. Dialekt ist zwar ein Markenzeichen der Gruppe, aber Regisseur Anton Büchs gibt jedem Schauspieler die Freiheit, den ursprünglich hochdeutschen Text so zu formulieren, wie zuhause gesprochen wird. Das klingt bei Mario Metz aus Frauenroth ein wenig anders als bei Tony May aus Wollbach: "Aber gerade das macht die Dialoge authentisch und nicht aufgesetzt", meint Büchs. Er gilt als die Seele der Gruppe: "Überhaupt erarbeiten wir uns die Stücke gemeinsam. Uns eint die Spielfreude. Jeder ist engagiert, das passt auch zwischenmenschlich gut zusammen", fügt der Theatermann hinzu, der als Rektor der St. Martin Schule Riedenberg weiß, wie die Rhöner ticken.

Den gemilderten Dialekt verstehen auch die Kurgäste, die das heitere Lustspiel an den Samstagen, 1. und. 8. April, und Sonntagen , 2. und 9. April, in der zweiten Spielstätte, dem Bad Bockleter Pfarrsaal erleben können.


Das "Von" ist wichtig

Es sind nur drei Buchstaben, aber das "von" vor dem Namen spielt eine wichtige Rolle in der Komödie von Erich Koch. Die ehrgeizige Metzgersgattin Berta (Katrin Frank) erträumt sich durch vielversprechende Heiratspolitik den Aufstieg in höhere Kreise. Ihr Mann, der bodenständige Metzgermeister Otto (Christoph Ehrenberg) hätte im Geschäftsinteresse allerdings Tochter Manuela (Laura Rottenberger) lieber dem tüchtigen Bäcker Udo als dem Adelsspross Rüdiger (Florian Hein) gegeben. Jedoch ist die Verlobungsfeier schon terminiert und minutiös geplant: Berta "...da muess alles stümm"!


Klischees und Tolpatsch

Aber so ohne Irrungen und Wirrungen, ohne Sein und Schein, ohne Pleiten, Pech und Pannen kommt eben das "Von" nicht so einfach an die Tochter, und der Adel, mir nix, dir nix, in die Metzgerei. Da haben ein grobschlächtiger Butler (Kurt Manger), die flotte Tante Lisa (Diana Endres) und ihr Verlobter Hans (Tony May) aus der verruchten "Häschenbar", die Adeligen "von Durstmachers" (Verena Rottenberger, Florian Hein und Anton Büchs) und selbst Oma Hulda (Christine Krapf) noch ein lustiges Wörtchen mitzureden. Weil aber noch nicht alle Klischees bedient, die Knoten nicht unlösbar geknüpft, und alle Affären noch nicht ans Tageslicht gekommen sind, tollpatscht Robert, das "hochbegabt" dichtende Muttersöhnchen aus dem Fleischwurst- und Leberkästempel (Mario Metz), auch noch mit allerlei Menschlichem durch die Szenerie. Ob tatsächlich Schampus geschlürft oder "beläichte Brödlich mit Laberwurscht" serviert werden, muss zunächst noch offen bleiben, würde aber dem Motto des dichtenden Fleischereisprösslings Robert entsprechen: "Ist der Adel dekadent, führt die Wurscht zum Happy End".

Die Bühne für die hoch engagierten Akteure aus Burkardroth baut Jürgen Krapf, Michael Frank, Birgit May und zahlreiche weitere Helfer sorgen dafür, dass alles klappt und auch die 32. Aufführung der bunten Burkardröther Truppe den Besuchern heitere Theaterstunden beschert.