"Das hätten wir nicht gedacht, dass sich so viele Kinder anmelden" , staunte Nina Werner von den Stadtwerken. Im Rahmen des Ferienprogramms hatte sie mit externer Unterstützung durch Verena Schmitt und Meike Eck ein "Energie-Expeditionscamp" organisiert und einem Dutzend Kindern eine Absage erteilen müssen, weil nur 30 Experimentierplätze auf dem ehemaligen "Zaak Gebäude" in der Würzburger Straße zur Verfügung stand.
Die allerdings waren
professionell ausgerüstet mit allen Utensilien, die geeignet waren, aus Kindern von sechs bis 13 Jahren wahre Energieexperten zu machen. Buttons mit den Vornamen der Kinder wurden erstellt, und das war der "Energieausweis".

Voll Energie suchten die Kinder nach einer kurzen Einführung nach den verschiedenen Möglichkeiten, Strom zu erzeugen. Mit kleinen Spielen wurde gezeigt wie Strom fließt, und die Kinder begriffen schnell, welche Farbe ein Pluspol hat, wie die Kabel zusammengesteckt werden müssen, wie die Messgeräte funktionieren und wie viel Volt letztlich aus der Steckdose kommen.


"Ja, das Licht brennt!"

Im Windpark konnten die Kinder ausprobieren, wie aus Wind Strom erzeugt wird. Teamarbeit war gefragt in den Kleingruppen, die Ventilatoren per Handkurbel zum Laufen bringen mussten, deren Wind wiederum kleine Windräder antrieb, die Strom erzeugten. Aber Lukas, neun Jahre, war enttäuscht: " Ich hab doch alle Kabel richtig angeschlossen, aber das Windrad dreht sich zu langsam, die angeschlossene Lampe leuchtet nicht". Erst als sein Freund Paul ein weiteres Windrad vor den Ventilator stellte, beide miteinander verband und Julius noch schneller kurbelte, jubelte die ganze Gruppe: " Ja!!! Das Licht brennt"!


Radio ökologisch

Mit Feuereifer ging's auch in der Solarwerkstatt zur Sache. Dort mussten die Kinder kleine Solarzellen so geschickt vor die Lampen platzieren, dass die erforderlichen vier Volt erzeugt werden konnten, mit denen ein kleines Transistorradio zum Laufen gebracht werden sollte. Tim, Magdalena und Jule schlossen eine Zelle nach der anderen an bis Tim endlich rief: "Ich krieg Antenne Bayern rein".

Damit die Energie bei den Kindern nicht nachließ, konnten sie zwischendurch Gummibärchen nachtanken und sich in der Pause mit Würstchen und Limo stärken. Danach glühten auch bei Emil, Maximilian und Mercedes die Wangen, als sie mit Solarzellen einen Minimotor auf kleinen Bürsten antrieben und Mercedes stolz verkünden konnte: "Mein Pinguin läuft".

Kindegerecht wurden die Zusammenhänge erläutert, mit viel Einfühlungsvermögen gingen die Betreuerinnen auf die Fragen ein. Pädagogin Verena Schmitt meinte: "Es ist erstaunlich, wie schnell die Kinder Zusammenhänge erfassen".

Zum Abschluss wurden noch Windräder gebastelt, die die Kinder mit nach Hause nehmen durften. Den Eltern erzählten sie mit leuchtenden Augen von einem spannenden und lehrreichen Nachmittag. Paul erklärte stolz seiner Mutter: "Ich hab 8,1 Volt geschafft"!