Wer es bisher versäumt hat, sollte seinen Besuch dieser einmaligen Sonderschau unter dem Thema "Das Weltbad Kissingen und Prinzregent Luitpold - Innovativ. International. Königlich.", anlässlich des 200. Geburtstags des bayerischen Prinzregenten, unbedingt noch einplanen, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Bad Kissingen.

Prominente Besucher

Bisherige Ausstellungsbesucher wie Bad Kissingens Oberbürgermeister Dirk Vogel und Unterfrankens Regierungspräsident Eugen Ehmann waren von der Vielfalt und Gestaltung der seit Mai laufenden Jubiläumsschau mit ihren interessanten Original-Exponaten aus der mehr als 25-jährigen Regierungszeit des bayerischen Prinzregenten Luitpold begeistert. Dieser besuchte die Ausstellung gelegentlich sogar selbst, dargestellt von Peter Krug, gemeinsam mit seinem Sohn Ludwig, dem späteren König Ludwig III. (Ludwig Büchner). Schließlich ist sie seiner Person als "beliebtesten Monarchen in Bayerns Geschichte" gewidmet.

Durch sein Wirken und seine öffentliche Präsenz galt Luitpold von Bayern (1821 bis 1912) schon zu Lebzeiten als Integrationsfigur für alle Bevölkerungsschichten im Königreich. Deshalb finden sich in der Ausstellung auch viele Belege für die tief empfundene Verehrung der Kissinger für ihren Prinzregenten, hatte er doch zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit den von ihm in Auftrag gegebenen Repräsentationsbauten, mit Europas größter Wandelhalle und dem Regentenbau mit seinen Sälen, die Kurstadt erst zum wahren Weltbad gemacht. Mit seinem nachhaltigen Wirken in Bad Kissingen hat der Prinzregent einen bedeutenden Anteil an der letztjährigen Verleihung des Unesco-Welterbe-Titels, so die Mitteilung weiter.

Glorreiche Epoche

Das einst königliche Staatsbad Kissingen hatte sich schon seit Errichtung des Arkadenbaus (1838) gewandelt und war ab Mitte des 19. Jahrhunderts von einem kleinstädtisch geprägten Badeort zur internationalen Kurstadt aufgestiegen. Um aber der rasant gestiegenen Zahl vor allem internationaler Kurgäste und Repräsentanten europäischer Herrscherhäuser sowie deren an Luxus gewöhnten Ansprüchen genügen zu können, bedurfte es in Stadt und Staatsbad zahlreicher technischer und struktureller Veränderungen sowie repräsentativer Neubauten. Auf diese nun einsetzende Modernisierung nahm Prinzregent Luitpold während seiner Regierungszeit ab 1886 erheblichen Einfluss. Noch heute zeugen Namensgebungen wie Luitpoldbad, Luitpoldpark, Luitpoldsprudel und Prinzregentenstraße von jener für Bad Kissingen glorreichen Epoche. Vor allem erinnern die von ihm in Auftrag gegebene Wandelhalle und der Regentenbau als Wahrzeichen der Kurstadt an diesen bayerischen Monarchen, der als Garant für Tradition und Ordnung in einer sich rasch wandelnden Welt für viele Bayern als Symbolfigur der "guten alten Zeit" galt. Doch die feierliche Eröffnung des Regentenbaus im Mai 1913 erlebte der Namensgeber nicht mehr.

Zeitgleich mit dem Wirken Luitpolds herrschte in den fast drei Jahrzehnten seiner Regentschaft in Bad Kissingen auch eine rege private Bautätigkeit, da auch wohlhabende Bürger, Ärzte und Hoteliers ihre prachtvollen Villen, Sanatorien und Luxusherbergen errichteten.

Speziell für Kinder interessant

Diesen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufschwung Bad Kissingens zeigt noch bis zum 9. Februar die Sonderausstellung "Das Weltbad Kissingen und Prinzregent Luitpold", die auch für Kinder interessant ist. Denn mit einem speziell für diese Altersgruppe von der Museumspädagogin Simone Doll-Gerstendörfer entwickelten und von der Grafikerin Irma Stolz humorvoll gestalteten Entdeckerheft können sie diese außergewöhnliche Sonderschau auf eigene Faust erkunden. Kindgerechte Texte und Illustrationen führen spielerisch in die Themen und Inhalte der Ausstellung ein, knifflige Rätsel und kreative Aufgaben wollen gelöst werden. Zum Abschluss des Ausstellungsbesuchs werden die Kinder mit einer kleinen Überraschung belohnt.

Zur Ausstellung ist zudem eine Begleitpublikation erschienen, in der die Historikerin Cornelia Oelwein nicht nur die Exponate näher beschreibt, sondern auch die Veränderungen zur Prinzregentenzeit vertiefend darstellt. Diesen 138 Seiten starken Band der "Bad Kissinger Museums-Informationen" kann man im Museumsshop oder im Buchhandel erwerben.

Ausstellung

"Weltbad Kissingen und Prinzregent Luitpold - Innovativ. International. Königlich." bis zum 9. Februar, jeweils mittwochs bis sonntags, von 14 bis 17 Uhr . Museum Obere Saline (MOS); Terminvereinbarungen für Gruppen sind möglich: Tel.: 0971/807 42 30 oder E-Mail mos@stadt.badkissingen.de. Eintrittspreise und Aktuelles gibt es im Internet unter www.museum-obere-saline.de. Es gelten die aktuellen Corona-Regelungen.