Paul K. * (*alle Namen von der Redaktion geändert) lernt gerade zu sprechen. Wieder. Anfang dieses Jahres hat ein Schlaganfall den 56-Jährigen aus der Bahn geworfen. Keiner in der Familie war darauf vorbereitet. Paul K.* war der Starke. Seine fünf Kinder und seine Ehefrau konnten sich immer auf ihn verlassen. Heute ist der Mann pflegebedürftig und seine Frau und die Kinder sind abhängig von Hartz IV.
Eine Notlage, in die viele geraten können, sagt Gabriele Morath vom Caritasverband für den Landkreis Bad Kissingen. Die Sozialberaterin konnte die Familie dank der Spenden für die Aktion Weihnachtshilfe der Saale Zeitung unterstützen.

Inzwischen kann Paul K.* wieder aufstehen. Physiotherapeuten und Logopäden helfen ihm dabei, wieder der Mann zu werden, der er einmal war. Es geht langsam voran. Aber es geht voran. Elisabeth K.*, seine Ehefrau, besucht ihn ein Mal pro Woche in der Pflegeeinrichtung. Öfter kann sie sich die Fahrten nicht leisten. Die Erwerbsunfähigkeitsrente, die ihr Mann bekommt, reicht nicht einmal für den Platz im Heim. Der Bezirk gleicht den Rest aus. Mit drei ihrer fünf Kinder lebt Elisabeth K.* von Hartz IV. Als ihr Mann noch gearbeitet hat, ist die Familie gut über die Runden gekommen. Seit dem Schlaganfall ist das anders.

Spenden für Arznei

"Die Ehefrau hat sich bei mir gemeldet als das Krankengeld für ihren Mann wegfiel", sagt Sozialberaterin Gabriele Morath. "Da ist es richtig eng für sie geworden." Bis die Ämter alle Leistungen bewilligt hatten, konnte Gabriele Morath die Frau mit den Spenden der Aktion Weihnachtshilfe der Saale Zeitung unterstützen. Besonders dankbar war sie, dass die Sozialberaterin ihr bei einer Reparaturrechnung für ihr Auto unter die Arme gegriffen hatte - die Verbindung zu ihrem Mann. Auch ein Mittel, das Paul K.* beim Schluck-Training hilft und nicht von der Krankkasse übernommen wird, war zu teuer für die Ehefrau und konnte mithilfe der Spenden bezahlt werden.

Psychische Belastung

"Die Frau war psychisch absolut am Ende", sagt Gabriele Morath. "Die Situation verlangt viel von ihr ab. Sie macht sich viele Sorgen. Aber sie zieht sich immer wieder hoch. Sie wird sicherer und erkennt ihre Stärken." Am meisten helfe ihr Gabriele Morath damit, indem sie ihr den Rücken stärkt, erzählt die Sozialberaterin. "Wir hinterfragen, wo steht sie, welche Anträge müssen ausgefüllt werden, wo ruft sie am besten an." Getreu dem Motto: "Hilfe zur Selbsthilfe".

"Die Kinder vermissen ihren Papa unglaublich", sagt Gabriele Morath. Eine große Hoffnung der Familie ist es, dass Paul K.* bald in eine Einrichtung wechseln kann, die näher am Wohnort liegt, damit sie sich häufiger sehen können. An Weihnachten kommt Paul K.* für einen Tag nach Hause. Seine Frau hat es ihm versprochen." Und die Kinder freuen sich wahnsinnig drauf", sagt die Sozialberaterin.