Ab 2017 wird der Jahresbeitrag des Obst- und Gartenbauvereins Garitz auf acht Euro erhöht. Das war das wichtigste Ergebnis der diesjährigen Jahreshauptversammlung des bald 90 Jahre alten Traditionsvereins. Protokollarischer Höhepunkt war wieder die Ehrung langjähriger Mitglieder durch die Kreisvorsitzende Irmgard Heinrich.
Jahr für Jahr sinkt die Mitgliederzahl des Garitzer Obst- und Gartenbauvereins.
Waren es einst 220, sank deren Zahl auch im vergangenen Jahr trotz vier Neuaufnahmen von 160 auf nur noch 155 Mitglieder. Sterbefälle und Vereinsaustritte können nicht durch jüngeren Nachwuchs ausgeglichen werden, bedauerte Georg Weippert (71), der selbst seit 40 Jahren Vorsitzender des Vereins ist. Eine Lösung des Problems wusste er allerdings auch nicht. "Die Jugend hat heute andere Interessen." Dabei sei es wichtig, gerade Stadtkinder an die Natur heranzuführen, betonte Irmgard Heinrich als Kreisvorsitzende des Bayerischen Landesverbandes für Gartenbau und Landespflege. "Sie müssen lernen, dass Obst und Gemüse nicht aus dem Supermarkt kommen, sondern im Garten wachsen." Wenn auch die kleinen, privat bewirtschafteten Nutzgärten aus der Mode kämen, so Heinrich weiter, könne doch deren Umwandlung in Ziergärten der Jugend eine neue Perspektive zur Mitarbeit im Verein bieten.
Aus dieser Sicht dürfte der letztjährige Baumschnittkurs oder das Seminar über die Anwendung heimischer Kräuter in Küche und Heilmedizin, von dem der Vorsitzende berichtete, auch für Anfänger interessant gewesen sein. Kinder waren wie jedes Jahr beim Schmücken des Osterbrunnens eingebunden. "Dies ist die beste Art der Nachwuchswerbung", freute sich Weippert über den Fleiß beteiligter Kinder, kritisierte aber zugleich das vereinzelt beobachtete Verhalten von Eltern, ihr Kind mitten aus dieser Freude machenden Arbeit herauszureißen.
Auch im vergangenen Jahr hatten drei Frauen etwa 90 Kräutersträuße zur Würzweihe gebunden. Der auf 300 Euro vom Verein aufgestockte Verkaufserlös wurde zur Beschaffung von Blumenschmuck an die beiden Garitzer Kirchen weitergegeben. Beim Binden der Sträuße dürften sich künftig gern mehr Mitglieder beteiligen, wurde in der Versammlung angemahnt. Zum Erntedankfest hatte der Verein wieder die Elisabethkirche mit heimischen Feldfrüchten geschmückt, die anschließend der Kissinger Tafel geschenkt wurden.
Natürlich hatte es 2015 auch gesellige Veranstaltungen und Ausflüge gegeben. Das trotz großer Hitze gut besuchte Sommerfest bereicherte die Vereinskasse um einen Reingewinn von 1 870 Euro. Entsprechend konnte Kassier Manuel Perez als neuen Kassenstand über 20 300 Euro melden mit einem Zugewinn von knapp 900 Euro im Vergleich zu 2014. Die beiden Kassenprüfer Hanne Schneider und Hans Krambo, auf deren Antrag der Vorstand einstimmig entlastet wurde, wurden per Akklamation für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt.


Höherer Beitrag

Volles Verständnis zeigte die Versammlung beim Antrag des Vorstandes, den bisherigen Mitgliedsbeitrag von 6,50 Euro ab 2017 auf acht Euro zu erhöhen. Die Zustimmung erfolgte ohne jede Diskussion einstimmig.

Höhepunkt der Jahreshauptversammlung war die Ehrung langjähriger und verdienter Mitglieder, die von Irmgard Heinrich die silberne oder sogar goldene Ehrennadel angesteckt bekamen. Für 40-jährige Mitgliedschaft wurde Bruno Reuß geehrt, der von 1998 bis 2010 Vorstandsbeisitzer und auch als Grillmeister bei Vereinsfesten unverzichtbar war. Schon im 44. Mitgliedsjahr nimmt Wolfgang Schneider aktiv am Vereinsleben teil, wofür er ebenfalls mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet wurde.


Die Geehrten

Ehrennadeln für langjährige Mitgliedschaft erhielten in Gold (40 Jahre): Bruno Reuß und Wolfgang Schneider, Silber (25 Jahre): Rosemarie Albert, Horst Arand, Maria Altmann, Johann Kröner und Helmut Reichert Bronze (20 Jahre): Gerhard Heinz, Rainer Krause und Bernd Mahr.