Seit September haben sie in 160 Unterrichtseinheiten Pädagogik gepaukt, sich in Entwicklungspsychologie unterrichten lassen, rechtliche Fragen diskutiert und ihre Kommunikation geübt. In verschiedenen Exkursionen haben sie qualifizierte praktische Erfahrungen in der Kinderbetreuung, unter Aufsicht ihrer Kursleiterin, sammeln können: "Nun haben zwölf Tagesmütter und ein Tagesvater aus dem Landkreis ihre sehr verantwortungsvolle Ausbildung abgeschlossen", bestätigte
Kursleiterin Katharina Metz bei der Übergabe der Zertifizierungsurkunde im Mehrgenerationenhaus.

Vor dem Hintergrund der Debatte um Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird der Tagesmutter eine wachsende Bedeutung zukommen, so die Diplomsozialpädagogin, die alle bisherigen Kurse des Mehrgenerationenhauses geleitet hat.

Reibungslose Zusammenarbeit

Landrat Thomas Bold freute sich, dass nunmehr schon der 11. Kurs, den das Jugendamt des Landkreises an das Mehrgenerationenhaus delegiert hat, erfolgreich abgeschlossen werden konnte. "Seit ihrem Umzug in die von-Hessing Straße klappt die Zusammenarbeit, quasi über die Straße hinweg, noch reibungsloser, rief er der Leiterin des Mehrgenerationenhauses Iris Hönig zu. "Sie als Tagesmütter helfen mit, Chancengleichheit der Familien zu gewährleisten", rief Bold den qualifizierten Tagesmüttern zu.

Auch Jugendamtsleiter Siegbert Goll sprach von fruchtbarer Zusammenarbeit, die sich in vielen Bereichen bewährt habe. "Es fördert die Kreativität, wenn solche Kurse in lockerer Atmosphäre, statt in Amtsstuben stattfinden können". Auch zu dieser Feier hatten einige Mütter ihre Kinder mitgebracht. Und es störte niemand, wenn Julia auf ihrem Gummipferd hopste oder Nico einen Ball durch die Reihen rollte. "Amt für junge Menschen und Familien nennen wir das Jugendamt", sagte Goll und hob den Anspruch der Aufgabe heraus: "Es bedarf einer Reihe von Voraussetzungen, um den Anforderungen zu genügen: Gesundheit in der Familie, Platz für das Pflegekind, erweitertes polizeiliches Führungszeugnis, persönliche Eignung und vieles mehr müssen wir verlangen." Derzeit fördert das Jugendamt 66 Kinder in der Tagespflege. Goll machten den Absolventinnen Mut: "Sie müssen nicht nur Kleinkinder betreuen und so Familien unterstützen, auch ihre Selbstständigkeit will gemeistert sein. Sie alle haben beste Voraussetzungen, wir vom Jugendamt werden Sie unterstützen." Und er überreichte allen Absolventen eine Rose.

Anerkannte Qualifikation

Manuela Beeson aus Wildflecken geht motiviert an ihre neue Herausforderung. Sie hat zwei eigene Kinder, erzählt sie, ihren kleinen Nico auf dem Arm: "Ich bin Mutter, hab' auch schon ein Pflegekind und habe doch noch sehr viel gelernt, und bin stolz, dass meine Qualifikation jetzt auch anerkannt ist."