Sturmtief "Egon" hat in der Nacht zum Freitag den Landkreis Bad Kissingen unterschiedlich getroffen. Während es im Süden des Kreises - Oerlenbach, Lauertal - zwar sehr stürmisch war, kam im Norden - im Altlandkreis Bad Brückenau - starker Schneefall dazu. Die Folge: Auf der A 7 bei Bad Brückenau blieben Lkw liegen, einige Staats- und Bundesstraßen mussten zeitweise komplett gesperrt werden. Hier traf es insbesondere den Raum Schondra bis Wildflecken.


Behinderungen

Dennoch sprach Daniel Seeburg, Leiter der Polizeiinspektion Bad Brückenau, nur von "Behinderungen". Der Wintereinbruch mache vor allem Lkw-Fahrern zu schaffen, die an den Steigungen stecken bleiben. Sowohl die ehemalige B 27 von Bad Brückenau in Richtung Motten sei betroffen als auch die B 286 in Richtung Bad Kissingen. "Auf jedem Parkplatz stehen Lkw", sagte Seeburg. Auch im Bereich Oberleichtersbach und Schondra gab es Behinderungen. Mehrere Straßen wurden kurzzeitig gesperrt, beispielsweise die Strecke zwischen Schönderling und Singenrain.


Müllabfuhr abgebrochen

In Teilen der Rhön musste am Freitag die Müllabfuhr abgebrochen werden. Sie wird heute, Samstag, nachgeholt, teilte das Landratsamt mit.
Für den Bauhof Bad Brückenau bedeutet der Wintereinbruch einen hohen Kraftaufwand. Mit dreifacher Stärke als sonst seien die Fahrzeuge unterwegs, berichtet Bauhof-Chef Michael Krug. Zwei Schneepflüge waren im Einsatz, in der vergangenen Woche wurde ein drittes Fahrzeug zum Schneeräumen umgerüstet. Die Feuerwehr meldete am Freitag drei kleinere Einsätze: Ein Bauzaun, eine Plakatwand und ein Baum seien im Stadtgebiet umgestürzt. Laut Krug, der zugleich Kommandant der Bad Brückenauer Feuerwehr ist, leisteten sechs Kameraden Bereitschaftsdienst.


Alte Buche fiel Richtung Haus

Steffen Hörtler, der Leiter des Heiligenhofes in Bad Kissingen, wurde am Freitagfrüh aufgeschreckt: Gegen 7.30 Uhr hat es hinter der Bildungsstätte kräftig gekracht. Eine etwa zehn Meter hohe Buche, rund 2,5 Meter im Umfang, fiel Richtung Gebäude. Die obersten Äste brachen an der Hauswand ab und hinterließen kleinere Schäden an der Fassade. Ansonsten ging es glimpflich aus. Es hätte schlimmer sein können, sagte Steffen Hörtler, in diesem Außenbereich des Heiligenhofes hielten sich immer die Raucher auf. Aber: Zum Zeitpunkt des Vorfalls war niemand in der Nähe. Trotz der Sturmwarnungen des Deutschen Wetterdienstes für die Stadt und den Landkreis Bad Kissingen (bis Windstärke 10 war angekündigt) blieb es in der Kreisstadt ruhig. Rainer Schmitt von der Bad Kissinger Feuerwehr verbuchte keinen Anruf und keinen Einsatz wegen des Sturmes."Bei uns war es ruhig", sagte er am Freitagmorgen.
Bei der Polizei sprach Polizeioberwachtmeister Patrick Balling von zwei Unfällen bei Oerlenbach und an der Lauterer Kreuzung, wo gegen 10 Uhr ein Schulbus in den Graben rutschte und es wurden herabfallende Dachziegel in Hohn gemeldet ... ein Auto wurde beschädigt.


Schneeverwehungen

Die Straßenmeisterei Hammelburg musste mehrere Straßenabschnitte wegen Schneeverwehungen sperren, weil sie mit ihren Räumfahrzeugen nicht mehr durchkam. Betroffen waren die Staatsstraße 2790 (ehemals B 27) zwischen Neuwirtshaus und der Abzweigung nach Hetzlos, die Staatsstraße 2431 zwischen Schondra und der B 286 bei Geroda sowie die Bundesstraße 286 zwischen der Anschlussstelle Bad Brückenau/ Wildflecken und dem Abzweig nach Wildflecken. Einen glättebedingten Unfall gab es laut Günther May von der Hammelburger Polizeiinspektion zwischen Lager und Gauaschach. Ein Bus und ein Lkw waren dort zusammengestoßen.
Die Hammelburger Feuerwehr musste Freitagfrüh, kurz vor 5 Uhr, in der Innenstadt eine Scheune sichern. Vom Dach hatten sich Ziegel gelöst und waren abgestürzt. Zwischen Diebach und Waizenbach war um die gleiche Zeit ein größerer Baum abgebrochen und quer über die Straße gefallen.
Im östlichen Landkreis mussten wegen mehrerer abgebrochener Äste auf der Straße zwischen Reichenbach und Roth die Floriansjünger aus Reichenbach ausrücken. "Und jede Menge Dreck beseitigen", sagte Kommandant Manuel Gessner. Die Münnerstädter Wehr durfte Zuhause bleiben, wie Kommandant Robert Müller bestätigte. Gleiches gilt für die Feuerwehrmänner und -frauen Maßbach. In Poppenlauer musste die örtliche Wehr einen umgestürzten Baum beseitigen. Das bestätigte deren Kommandant Dominik Blümlein. Samt Wurzel sei ein Baum am Ortrand umgefallen, "keine große Sache, nach einer halben Stunde war das erledigt."


Bäume und die Schneelasten

Das Problem schlechthin in dieser Wetterlage waren und sind die Bäume. Die Hutbuche in Frauenroth brach im Sturm zusammen und in den Wäldern sorgt die Schneelast auf den Bäumen für Gefahren. Bernhard Zürner vom Amt für Landwirtschaft und Forsten: "Durch Sturm und Schneelast gedrückt hängen in den ... Wäldern zahlreiche Bäume gefährlich stark. Soweit am Wochenende Spaziergänge im verschneiten Wald geplant sind, rät das Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten ... erhöhte Vorsicht walten zu lassen."n 4, 6, 27