Auch Schwerkranke im Landkreis äußern den Wunsch, selbstbestimmt sterben zu dürfen. Bei einem Suizid wären viele auf Hilfe angewiesen. Seit 2015 sahen sich Ärzte, Betroffene und Vereine für Sterbehilfe vom Paragrafen 217 bedroht, das Strafgesetzbuch sah Geld- oder Haftstrafen vor. Gestern fiel das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes: Die sogenannte geschäftsmäßige Sterbehilfe darf in Deutschland nicht verboten werden. Was sagen Hospizverein oder Palliativstation im Landkreis dazu? Und wie bewertet es eine Frau, die 2013 ihren todkranken Mann bei seinem Suizid in der Schweiz begleitete?

Die sogenannte "Geschäftsmäßige Sterbehilfe" war bislang in Deutschland durch den 2015 erlassenen Paragrafen 217 im Strafgesetzbuch verboten. Geschäftsmäßig heißt in dem Fall aber nicht kommerziell und meint nicht nur Organisationen wie Dignitas, die als Dienstleister gegen Geld beispielsweise in der Schweiz einen Suizid mit einem tödlichen Medikamentencocktail ermöglichen. Unter die geschäftsmäßige, weil wiederholende Sterbehilfe fielen auch Vereine, Organisationen und Ärzte. Sie machten sich strafbar, "wenn ihr Handeln auf Wiederholung angelegt ist", wie auf der Webseite des Bayerischen Rundfunks erklärt wird. Angehörige blieben straffrei, da sie die Handlung "einmalig" begingen.