Die Museen Schloss Aschach haben ihre Saison eröffnet. Themenführungen, Workshops, Konzerte und Feste versprechen den Museumsfreunden vertiefte Einblicke im Luxburg-, Volkskunde-, und Schulmuseum. Echte "Hingucker" sind zu entdecken. Slow Food in den "Aschacher Schlossstuben" und Souvenirs aus dem Museumsshop erinnern an ein stimmungsvolles Gesamterlebnis.
Der Vorfrühling ist im Schlosshof sichtbar.
Die Wege sind geharkt, Narzissen leuchten aus den Beeten, Dohlen lärmen in den hohen Bäumen. Putten und Statuen begrüßen die ersten Gäste, die efeugrüne Fassade des Schlosses begrenzt das idyllische Areal. Museumsleiterin Annette Späth öffnet symbolisch Tür und Tor zum Schlosshof. "Wunderbar, dass schon am Karfreitag geöffnet ist", freuen sich Gisela und Hubert Kranz. Das Ehepaar vom Vogelsberg verbringt die Osterfeiertage in Bad Kissingen und gehört zu den allerersten Gästen, die das Museum nach der Winterruhe besuchen. Die ganz spezielle Atmosphäre nimmt sie schon im Schlosshof gefangen.


Neue Präsentationsformen

Auch der Park ist historisch, bestätigt die Museumschefin. Friedrich Graf von Luxburg plante großzügig. Der Schlosshof war für die Familie und die vielen Gäste eine Art Sommerfrische. Hier eine lauschige Ecke, dort auf der kleinen Terrasse nahm man gerne den Tee, gönnte sich nach den Amtsgeschäften als königlich bayerischer Regierungspräsident von Unterfranken eine Zigarre zum Rotwein.
Den Denkmalwert der Parkanlage unterstreicht jetzt auch ein wissenschaftlich begleitetes Konzept. Das sogenannte "Parkpflegewerk" fasst Maßnahmen zur Pflege, Erhaltung und Restaurierung der Anlage zusammen. Auch sonst passiert viel, vor und vor allem auch hinter den Kulissen. "Nach 60 Jahren wird es Zeit, neue Möglichkeiten der Präsentation zu zeigen, besondere Stücke herauszuheben, Lichteffekte zu verbessern und museumspädagogische Konzepte sichtbarer zu machen. Die wissenschaftlichen Recherchen sind weit vorangekommen, dennoch wird es für das Museumsteam eine Herausforderung, die wir neben einem umfangreichen Veranstaltungsangebot bewerkstelligen müssen. Das wird eine hochspannende Saison in Aschach", meint Späth. "Aber wir haben jetzt einen Förderverein an unserer Seite, unser Museumsshop ist etabliert, wir freuen uns auf eine interessante gastronomische Begleitung mit Slow Food Ansatz und glutenfreier Küche. Das Restaurant ist jetzt auch behindertengerecht ausgestattet und auf der Terrasse laden neue Möbel zum Verweilen." "Alles wirkt wunderbar zusammen" beschreibt sie zuversichtlich den Slogan: "Schloss erleben, Museen entdecken"
Auch 2016 ist ein attraktives Programmpaket geschnürt. So setzt "Yoga im Schlosspark" auf die besondere Atmosphäre unter den 150 Jahre alten Bäumen. Themenführungen, Workshops, Seminare, Konzerte und Feste, alle Veranstaltungen werden auch vom Flair der Umgebung profitieren. Das gilt für die Kunstschätze im Graf Luxburg Museum genauso wie für das ländliche Leben, das im Volkskundemuseum gezeigt wird. Und nach Tintenfass, Schiefertafel und Kreide im Schulmuseum, wird der Park dann eben zum Pausenhof, meint die Leiterin der der einzigartigen Museumslandschaft Schloss Aschach.


Geheimtipp von der Chefin

Es lohnt sich also wieder Neues zu entdecken in einem der interessantesten Bauwerke der Region. Neben den Gemälden, Skulpturen, dem Augsburger Silber, Porzellan und Möbeln sind wir auf die bedeutende Sammlung ostasiatischer Kunst besonders stolz, erklärt die Museumspädagogin. Stellvertretend für die exzellenten Stücke weist sie auf einen Buddhakopf aus der Tang Dynastie des 8. Jahrhunderts hin.
Besonders angetan ist sie auch von einem kleinen Ölbild. Leo von Klenze, der 1864 verstorbene Hofarchitekt König Ludwig I. von Bayern, -er hat das Stadtbild von München entscheidend geprägt und auch in Bad Brückenau gestalterische Spuren hinterlassen- war auch ein interessanter Maler. Sein "Löwentor von Mykene" hängt fast ein wenig unbeachtet im dunklen Gang. "So eine Rarität würde erst angestrahlt und entsprechend präsentiert seiner Bedeutung gerecht", hofft sie auf die Neugestaltung der Museen, die der Bezirk Unterfranken bis 2017 plant.
Drangvolle Enge herrscht im Raucherzimmer des Grafen Karl von Luxburg. Nahe 50 Besucher lauschen am Ostersonntag den Erklärungen zur Geschichte, den Besonderheiten des Museums und auch den netten Anekdoten, die Renate Kiesel in ihre Führungen einfließen lässt. Unter dem Lenbach Portrait Bismarcks, der häufiger Gast der Grafenfamilie im Schloss Aschach war, philosophiert sie über den exzellenten Geschmack des Reichsfürsten.
"Nur für den eisernen Kanzler war der Riesling aus Würzburg bester Lage reserviert", berichtet sie und zeigt eine noch ungeöffnete Flasche von 1895. Auch diese kleinen Geschichten sind es, die Hannelore und Werner Stürmer aus Schweinfurt nachhaltig in Erinnerung bleiben. Endlich haben wir es geschafft, das Schloss auch von innen zu besichtigen verraten sie. "Dass die Einrichtung noch komplett erhalten ist, ist eine kleine Sensation. Wir kommen auf jeden Fall wieder, um das alles nochmal ausführlich betrachten zu können". Die Museen Schloss Aschach haben wieder neue Freunde gewonnen.