Der Trainer geht, das System bleibt. Und das ist Werner Dreßel außerordentlich wichtig, auch wenn der 63-Jährige in der neuen Saison nicht mehr an der Seitenlinie des FV Rannungen/Pfändhausen/Holzhausen stehen wird. Wohin es den Ex-Profi verschlägt? Das weiß der Hambacher selbst noch nicht. "Mal schauen, was sich ergibt", hält sich der 229-fache Bundesligaspieler mit Stationen bei Werder Bremen, Hamburger SV, Borussia Dortmund oder 1. FC Nürnberg alle Optionen offen. So offensiv eingestellt, wie Dreßel als Spieler war, sollen seine Mannschaften spielen. "Wir wollen viele Tore machen, aber natürlich braucht es dazu auch die entsprechenden Spieler. Hier in Rannungen habe ich diese für mein System, das auf einen spielenden Co-Trainer baut, dem ich meine Erfahrungen vermitteln kann. Dabei habe auch ich noch viel lernen können."

Realistische Aufstiegs-Chance

Dritter ist der FV Rannungen/Pfändhausen/Holzhausen aktuell in der Kreisliga Rhön mit 30 Punkten aus 16 Spielen, deutlich zwar hinter Tabellenführer TSV Großbardorf II (1./43), aber in Schlagdistanz zum SV Riedenberg (2./32) auf dem Relegationsplatz. Seinen Nachfolgern ein Bezirksliga-Team zu hinterlassen, das würde Werner Dreßel gefallen, der zu Beginn der Saison 2020/21 dank der guten Kontakte zum Pfändhäuser Christian Gessner FV-Trainer wurde. Beide verbindet eine fußballerische Vergangenheit bei der DJK Waldberg und längst eine tiefe Freundschaft.

Das sportliche Sagen haben künftig Andreas Berninger, der jetzt schon der verlängerte Arm von Werner Dreßel auf dem Spielfeld ist, sowie Rückkehrer Benjamin "Benni" Kaufmann, aktuell noch in Diensten des Bayernligisten TSV Großbardorf und fußballerisch beim TSV Rannungen sozialisiert.

"Wir bilden in der neuen Saison eine gleichberechtigte Doppelspitze. Wir wollen aber weiterhin auch beide spielen. Das ist eine Herausforderung, in die wir hineinwachsen müssen", sagt Berninger, der wie Kaufmann über die Trainer-B-Lizenz verfügt. Unterstützt werden soll das im Mittelfeld beheimatete Trainertandem künftig von einem - noch zu findenden - Betreuer an der Seitenlinie.

Harmonische Zusammenarbeit

"Das ist aktuell eine vakante Position, die wir füllen wollen. Da laufen gerade Gespräche. Die Fußstapfen, die Werner hinterlässt, sind natürlich riesig", sagt Benni Kaufmann, ebenso 29 Jahre alt wie Andreas Berninger. Über die neue Konstellation in der sportlichen Führung wurde die Mannschaft am Donnerstagabend informiert zum Trainingsauftakt. Neu zum Team gestoßen ist Clemens Haub vom SC Hesselbach, ein Spieler mit Landesliga-Erfahrung bei der FT Schweinfurt. "Der kann uns sicher sofort weiterhelfen", ist Dominik Hüllmantel aus der Vorstandsriege des TSV Rannungen überzeugt. Philosophie in und um Rannungen bleibe aber, die Spieler aus dem eigenen Nachwuchs zu integrieren.

Unisono betont wird das Teamwork der drei beteiligten Vereine. "Wir sind der FV, der Fußballverein. Da geht es nicht um Rannungen, Pfändhausen oder Holzhausen. Aber klar ist allen Beteiligten, dass der Schwerpunkt von Spielerseite, was die Kreisliga-Elf betrifft, in Rannungen liegt", sagen Frank Hoffmann und Christian Gessner als Vertreter des TSV Pfändhausen.

"Wie das hier zusammengewachsen ist, ist sensationell. Dass Andreas und ich unseren Heimatverein übernehmen dürfen, erfüllt uns schon mit Stolz", schwärmt Kaufmann, der als ehemaliges Vorstandsmitglied des TSV Rannungen den Zusammenschluss in 2019 mit initiiert hatte, unter anderem mit Christian Gessner als weitere treibende Kraft.