Ganz oben auf der Wunsch-Liste stand der TSV 1860 München. Für den FC Thulba wären die Löwen aus der Landeshauptstadt das Traumlos gewesen in der ersten Hauptrunde des Verbandspokals. Als Kreispokalsieger darf man sich ja im Vorfeld tatsächlich etwas wünschen, und dann darauf hoffen, dass der eigene Verein so früh wie möglich aus der Lostrommel fällt, auf dass der Wunsch Wirklichkeit werde. Auch die Kickers aus Würzburg oder die Schnüdel aus der Kugellagerstadt wären lukrative Gegner gewesen, standen daher ebenfalls weit oben auf dem Papier, das den Verantwortlichen im Bayerischen Fußballverband geschickt worden war.

Einen Tag vor der Auslosung platzten aber die Träume des Bezirksligisten. Der bekam nämlich übers Telefon schnöde mitgeteilt, dass das schmucke FC-Stadion An der Ziegelhütte gar nicht geeignet sei für solche Kaliber. Eine Rundum-Bande hätte es gebraucht, einen eingezäunten Gästeblock und einen professionellen Ordnungsdienst für Sicherheit und Einlasskontrolle. Sowie Absprachen mit der Polizei. "Wir hätten vielleicht in den Sportpark nach Bad Kissingen ausweichen können. Aber das wäre für uns keine Alternative gewesen. Unser Pokalspiel wollen wir schließlich in unserem Stadion haben", sagt FC-Sportleiter Christoph Adrio.

Also wurde flugs eine zweite Liste ausgearbeitet, auf der die SpVgg Unterhaching ganz oben stand. "Dass 1860 München und die Kickers von der Liste fliegen müssen, war uns schnell klar. Aber dann hätten wir uns zumindest Sandro Wagner und seine Hachinger gewünscht", so Adrio. Wohl wissend, dass die Oberbayern sich die lange Anfahrt hätten bezahlen lassen können. "Wenn der Gegner auf seine Fahrtkosten-Prämie beharrt, geht diese von den Tageseinnahmen des Ausrichters weg", weiß Adrio.

Würzburger Kreisligist zieht das große Los

Gebannt verfolgten die FC-Verantwortlichen also die Ziehung aus der Spielbank Bad Wiessee. Und sahen, wie der Würzburger Kreisligist SV Birkenfeld als erstgezogener Verein sich die Münchner Löwen schnappte, die doch an die Thulba hätten kommen sollen. "Die Birkenfelder verfügen wohl über eine Rundumbande. Trotzdem kommt auf die SVler jetzt einiges an Planung und Arbeit zu, und viel Zeit ist nicht", sagt Christoph Adrio.

Als der FC Thulba als Pokalsieger für den Fußballkreis Rhön gezogen wurde, waren die ersten drei Wunsch-Kandidaten bereits an die Konkurrenz vergeben. Als vierter Verein auf der FC-Liste stand: der TSV Aubstadt. Ein glücklicher Zufall, denn sowohl Cheftrainer Victor Kleinhenz wie auch sein "Co" Andre Betz hatten einst den FC Thulba trainiert. "Das ist natürlich super, da lassen sich viele Sachen im Vorfeld leichter klären. Und die Region darf sich auf einen interessanten Regionalligisten mit lokalem Bezug freuen", so Adrio. Der Eintritt wird teurer als ein Bezirksliga-, aber billiger als ein Regionalligaspiel sein.

Das nächste Pokalspiel wird verschoben

Einen Tag später hätte die Elf von Oliver Mützel erneut ein Pokalspiel gehabt in der ersten Totopokal-Runde auf Kreisebene, doch das Spiel gegen den SV Garitz wurde um eine Woche verschoben. Dafür wartet am Samstag darauf das Derby gegen den FC 06. Einen Gästeblock müssen die Thulbaer also nicht installieren, genügend Arbeit wartet dennoch auf die Mitglieder. Mehrere Kassen, Getränke- und Essensstände sind zu besetzen, Platzordner und Park-Einweiser abzustellen, ehe am Dienstag um 18 Uhr der Anpfiff erfolgen kann. Wie viele Zuschauer kommen dürfen, entscheidet das Gesundheitsamt Bad Kissingen, das am Freitag um 7.30 Uhr (!) zu einer Platzbegehung bat mit FC-Vorsitzendem Dietmar Werner, der schon am Abend die nächste Besprechung hatte mit den Vereinskollegen.

Wie man sich viel Arbeit sparen kann, zeigt derweil der mittelfränkische Bezirksligist SV Gutenstetten-Steinachgrund, der am Mittwoch gegen Drittligist Kickers Würzburg antreten darf, aber freiwillig auf sein Heimrecht verzichtet. Am Dallenberg kickt man schließlich auch nicht alle Tage.