HSC Bad Neustadt - TV Groß-Umstadt.
Ob es ein "Schlüsselspiel" ist, wie von Seiten des TV Groß-Umstadt (13./12:22) im Vorfeld behauptet wird, wird sich erst nach dem Abpfiff der Partie am Samstag und anderen Ergebnissen der Tabellennachbarn, die in oder knapp vor der Abstiegszone platziert sind, zeigen. Sicher dürfte aber sein, dass auf den Verlierer dieser Begegnung ungemütliche Wochen zukommen. Das gilt auch für den HSC Bad Neustadt (10./14:20), der sich vor den heimischen Fans für die Niederlage in Northeim rehabilitieren und mit einem doppelten Punktgewinn eine Art Befreiungsschlag landen will.
"Wir haben zwar das Hinspiel mit 24:22 gewonnen, doch das war schon ein harter Kampf", erinnert sich HSC-Coach Margots Valkovskis. Dieser kann sich seit Beginn der Woche absolut auf die Drittliga-Akteure konzentrieren. Wie Dieter Schulz, Geschäftsführer der HSC GmbH & Co.
KG, bekanntgab, hat Valkovskis den Dirigentenstab für die zweite Mannschaft, den er auch noch in Händen hielt, an Dubravko Bilic, übergeben. Diese Maßnahme soll Valkovskis entlasten. In seiner Presseerklärung macht Schulz auch allen Gerüchten in Richtung Trainerwechsel oder kurzfristigen Spielerverpflichtungen ein Ende. "Es wird in absehbarer Zeit keine neuen Spieler geben und wir haben in Margots einen guten Trainer, der mit unglaublicher Hingabe und einem HSC-Herzen bei der Sache ist."
Die Fähigkeiten des Trainers waren in dieser Woche besonders in psychologischer Hinsicht gefordert, denn die Niederlage beim Northeimer HC war für ihn und auch die Mannschaft ein Schock. Dabei dürfte das Vergeben einer haushohen Führung (Sieben-Treffer-Vorsprung) fast schon schlimmer als der Misserfolg gewesen sein. Warum die Mannschaft, wie schon beim Heimspiel gegen den HSV Hannover, im zweiten Durchgang Ladehemmung zeigte, war nicht zu ergründen. In dieser Hinsicht können sich die Kontrahenten der heutigen Begegnung übrigens die Hände reichen, denn auch die Südhessen brachten ein seltenes Kunststück fertig. Sie gewannen vor acht Tagen ihr Heimspiel mit 18:15 gegen den Mitkonkurrenten aus Bernburg, trafen aber nach dem 17:8 (45. Minute) in der restlichen Spielzeit nur noch einmal und hatten es letztlich ihrem Torhüter Thomas Bolling zu verdanken, dass sie gegen die Sachsen-Anhaltiner nicht noch verloren. "Unser Angriffsleistung war mau", so das Fazit von TV-Coach Coach Tim Beckmann, der seine Defensive allerdings lobte, "die hatte den gegnerischen Rückraum gut im Griff, diese Aggressivität müssen wir auch in Bad Neustadt an den Tag legen".
"Es muss uns einfach gelingen, die Leistung der ersten Halbzeit vom Northeim-Spiel zu wiederholen und eine herausgeworfene Führung konzentriert über die sechzig Minuten zu verteidigen", fordert der HSC-Coach, der mit kompletten Personal an den Start gehen kann. Zudem sollte der Auftritt der Hollstädter Garde, die in der Pause das Publikum unterhalten wird, ein zusätzlicher Motivationsschub sein. "Wir wollen uns den Fans jedenfalls so stark präsentieren wie sie es erwarten können", so das Versprechen des Trainers.