Anspiele auf Timo Schmitt sind ein reines Vergnügen, denn der 26-Jährige vermag Bälle zu stoppen - und zu fangen, wenn es sein muss. Problemlos verarbeitet der Vollblutsportler aus dem Bad Kissinger Stadtteil Hausen, der als Key Account-Manager bei der Mainpost arbeitet, den Steilpass von Max Hüfner.

Wer hat Sie angespielt?

Timo Schmitt: Ich wurde angespielt von meinem Kumpel Max Hüfner, den ich während meiner Jugendzeit beim FC 06 Bad Kissingen kennenlernen durfte. Dort hat auf und neben dem Platz die Chemie auf Anhieb gestimmt. Mit 18 Jahren sind wird sogar für drei Wochen nach Thailand gereist.

Wie sieht Ihr Laufweg aus?

Ich komme aus einer Fußball begeisterten Familie und bin als Kind mehr oder weniger auf dem Häusler Sportplatz groß geworden. Mein Vater stand damals noch im Tor, mein Onkel war Libero und meine Mutter Sportfotografin. Ich hatte also keine Wahl (lacht). Mit zwei Jahren habe ich angefangen bei den Bambini mit zu kicken und bis zur U-17 für die Häusler Jugend gespielt. Weil viele Schulfreunde in Bad Kissingen gekickt haben, bin ich dann dorthin gewechselt. Das war eine richtig coole Zeit und ich durfte sogar ein Jahr Bezirksoberliga spielen. Unter Ervin Gergely und Rüdiger Klug habe ich eine Menge gelernt und schließlich beim FC 06 mein Debüt für die erste Mannschaft gegeben. Nach einigen Verletzungen entschied ich mich für eine Rückkehr zu meinem Heimatverein, sehr zur Freude meiner Eltern und vor allem meines Opas. Der Zusammenhalt innerhalb der Häusler Truppe ist sehr besonders, was vor allem am Engagement von Kapitän Tobias Burigk liegt. Nach einer guten letzten Saison hat mich persönlich nochmal der Ehrgeiz gepackt, weshalb ich gemeinsam mit meinen guten Freund Nico Limpert zur SG Oerlenbach/Ebenhausen in die Kreisliga gewechselt bin.

Gehen wir mal davon aus, dass Sie einer von 80 Millionen Bundestrainer sind. Wer soll denn Jogi Löw beerben?

Tatsächlich sehe ich mich nicht als potenzieller Bundestrainer, sondern gebe offen zu, dass ich da relativ wenig Ahnung habe. Das zeigen auch meine Wetten und meine Sympathie für den magischen FC St. Pauli. Allerdings finde ich "Kloppo" super und glaube, er könnte mit seiner Mentalität die junge deutsche Truppe wieder auf die Erfolgsspur bringen. Leider ist das wahrscheinlich reines Wunschdenken.

A propos: Wäre der Trainer-Job ein erstrebenswertes Ziel nach Ihrer Spielerkarriere?

Auf jeden Fall! Mich komplett vom Fußball zu verabschieden, ist keine Option, dafür liebe ich diesen Sport zu sehr. Außerdem macht es mir viel Spaß, das bestmögliche aus einer Person heraus zu kitzeln und eine Truppe zu motivieren.

Mit Max Hüfner teilen Sie die Leidenschaft fürs Reisen. Ist schon was geplant?

Leider macht es die aktuelle Situation unmöglich, konkret in die Planung zu gehen. Im vergangenen Jahr bin ich mit zwei Freunden von Bad Kissingen zum Chiemsee geradelt, das war ein genialer Trip. Falls irgendwie machbar, steht Mittel- oder Südamerika ganz weit oben auf der Bucket List.

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Sie gelten als Gerstensaft-Experte. Wie schaut Ihre Top-3 der Biersorten aus?

Haha, wenn es was zu feiern gibt, spucke ich zumindest nicht rein! Am liebsten trinke ich helles Bier aus der kleinen Flasche wie Bayreuther oder Augustiner - köstlich! Ein kaltes Roth-Bier geht auch immer und Heinecken weckt bei mir irgendwie das Reise-Feeling.

Und zu welcher Gelegenheit schmeckt ein Bier am besten?

Am besten schmeckt das Bier nach einem Derbysieg mit den Fans vor heimischer Kulisse. Natürlich noch im Trikot und Stutzen. Das versteht sich von selbst!

Schafft denn die SG Oerlenbach/Ebenhausen den Klassenerhalt in der Kreisliga? Wie bewerten Sie die Chancen?

In der Hinrunde konnten wir nicht unser volles Potenzial abrufen. Einige Verletzungen sowie berufliche Verhinderungen haben dafür gesorgt, dass unser Coach Thorsten Büttner selten mit der gleichen Aufstellung in ein Spiel gehen konnte. Das soll aber keine Ausrede sein, damit hat jede Mannschaft zu kämpfen. Ich sehe unsere Chance bei Wiederaufnahme der Liga allerdings gut. Wir sind wieder ziemlich vollzählig, haben eine enorme Qualität innerhalb der Mannschaft und werden für den Klassenerhalt alles raushauen. Abgerechnet wird zum Schluss!

Zuletzt hatten Sie mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Kam da die Corona-Pause vielleicht sogar gelegen?

Ich hatte bereits vergangene Saison leichte Probleme an der linken Kniescheibe. Allerdings wollte ich meiner Mannschaft, der TSVgg Hausen, im Aufstiegsrennen unbedingt helfen, also habe ich das ignoriert. Für meinen Wechsel wollte ich topfit sein, habe viele Läufe gemacht anstatt zu regenerieren. Bei der hohen Belastung der Vorbereitung war der Arztbesuch inklusive MRT unausweichlich. Mit der Diagnose: Patellaspitzensyndrom. Die Kniesehne war so überreizt, dass ruckartige Bewegungen unmöglich waren. Als ich nach einer sechsmonatigen Pause wieder starten wollte, kam es im hohen Intensitätsbereich zu einem "Herzstolpern". Bis heute kann mir leider kein Arzt beantworten, woher dieses Gefühl kommt. Die Corona-Pause war daher gut, zudem habe ich meine Ernährung etwas umgestellt. Die Garantie, dass bei Wiederaufnahme wieder alles gut ist, gibt mir keiner. Ich bleibe aber einfach optimistisch!

Ein paar Mal rückten Sie auch zwischen die Pfosten. Erzählen Sie mal...

Ich habe das große Glück, mit Thorsten Büttner einen Trainer mit viel Verständnis und vor allem Geduld für meine Wehwehchen zu haben. Er weiß genau, wie wichtig es mir ist, trotzdem ein Teil der Mannschaft zu sein. Daher haben wir uns darauf geeinigt, dass ich zu den Torhütern ausweiche, sollte reguläres Mannschaftstraining nicht möglich sein. So kam es sogar zu zwei Spieleinsätzen als Keeper. Nach einem Gegentreffer durch eine direkt verwandelte Ecke gegen Steinach - Grüße an Michael Voll - bleibt es für mich künftig wohl eher beim Torwart-Training (lacht).

Weil Training aktuell nicht möglich ist, hat sich bei der SG eine Lauf-Community gebildet. Wurde da neuer Ehrgeiz geweckt?

Definitiv! Die Gruppe wurde Anfang dieses Jahres von unserem Capitano Alex Müller ins Leben gerufen und macht wirklich Spaß. Es geht darum, den Zusammenhalt zu stärken und sich gegenseitig zu motivieren. Wir haben unser Ziel, den Klassenerhalt, vor Augen und uns ist es bewusst, dass die Freigabe zum Spielbetrieb ganz schnell gehen kann. Darauf fokussieren wir uns. Wir werden jedenfalls bereit sein.

Der Klassiker "Tor des Monats" feiert 50. Geburtstag. Was war Ihr persönliches Tor des Monats?

Ich war ein großer Fan von Diego bei Werder Bremen. Daher fällt mir sofort dessen Tor aus dem Jahr 2007 gegen Aachen ein. Es war schon genial, wie er den Ball aus der eigenen Hälfte mit seinen Zauberfuß ins gegnerische Tor hob.

An wen spielen Sie weiter?

Ich spiele den Ball nach Hausen an Felix Nöth. Mit Felix verbindet mich eine lange gute Freundschaft. Wir sind von der ersten bis zur zehnten Klasse gemeinsam in die Schule gegangen und er war genauso ein kleiner Häusler Bolzplatz-Racker wie ich! Außerdem ist er einfach eine Häusler Legende und ich freue mich schon jetzt auf sein Interview.

Steilpass-Regeln: Das Spielfeld haben wir deutlich breiter gesteckt. Der Spieler muss lediglich aus dem Landkreis Bad Kissingen kommen oder dort aktiv sein. Und zwar nicht zwangsläufig als Fußballer. Jeder Sportler und jede Sportlerin darf angespielt werden. Abwechslung ist angesagt!

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