SV Garitz - FV Bayern Kitzingen: "Das ist für uns schon ein Schlüsselspiel", ist sich der Garitzer Torhüter Christoph Werner sicher. Der SV (16./8) muss dieses Heimspiel gegen Bayern Kitzingen (12./15) unbedingt gewinnen, um Kontakt zum rettenden Ufer zu halten. "Außerdem täte dies unserem Selbstvertrauen gut", denkt Coach Andrzej Sadowski mit Bauchgrimmen an die letzten Spiele. Da heimsten die Grün-Weißen zwar ständig Lob ein, doch das Dauerproblem ist, dass der Aufsteiger immer erst richtig ins Spiel kommt und große Moral zeigt, wenn es schon zu spät ist. "Wir gehen immer mit der Taktik ins Spiel, möglichst lange die Null zu verteidigen", erklärt Pressesprecher Johannes Werner.
"Doch geht die Marschroute nicht auf, weil wir schnelle Gegentreffer hinnehmen müssen und so gezwungen sind, auch auswärts die Abwehr zu lockern."
Da auch die Offensive bislang nicht so durchschlagskräftig agierte, sind die Erfolgserlebnisse überschaubar. Erst ein Heimsieg ist zu verbuchen, erstaunlich, dass die Fans immer noch in großer Zahl erscheinen und das Team unterstützen. "Dafür möchte ich mich einmal ganz herzlich bedanken", erklärt der Vorsitzende Thomas Leiner, der als Stadionsprecher liebend gerne öfters Torschützen des eigenen Teams ausrufen möchte. Gegen die Mainstädter sollte dazu Gelegenheit bestehen, denn die Schützlinge des Trainerduos Wolfgang Schneider und Thorsten Götzelmann rissen bisher auch keine Bäume aus. Erst der 3:0-Sieg am letzten Spieltag gegen den Abstiegskandidaten aus Augsfeld beendete eine Misserfolgsserie. Augenfällig ist, dass die Gäste trotz der durchwachsenen Platzierung über ein positives Torverhältnis (21:16) verfügen, was für eine gute Defensive spricht. Torhüter Mario Bodendörfer ist eine Bank, seit dem Sommer wird er übrigens vom Burgläurer Timo Katzenberger trainiert. Mit Joachim Hupp und Stefan Schöderlein agieren zwei ausgebuffte Routiniers im Mittelfeld, gerade über den 32-jährige Schöderlein, der aus dem linken Mittelfeld gescheite Flanken und Pässe schlägt, liefen in den letzten Spielen die meisten Angriffe. Auch die Offensivreihe der "Bayern" ist nicht von Pappe, Spielertrainer Thorsten Götzelmann (TSV Sulzfeld/FSG Wiesentheid) und Simon Pauly (FC Gerolzhofen/FC Sand) haben schon viele Landesliga-Schlachten bestritten. Dass die FVler in aufstrebender Form sind, bewies der Pokalsieg am Feiertag, als man den zugegebenermaßen nicht komplett antretenden Bayernliga-Zweiten TSV Aubstadt mit 2:1 aus dem Pokal kegelte.

Sadowski und Renninger dabei

Bei den Einheimischen hofft man, dass diese Partie den Kontrahenten ermüdet hat, selbst geht man ausgeruht in das Unterfrankenderby. Mit Andrzej Sadowski und Marius Renninger kehren zwei zuletzt gesperrte Akteure in den Kader zurück, was überraschend schon letzte Woche Michael Bieber nach langer Verletzungspause gelang. Dass dieser gleich einen Treffer erzielte, war aber für ihn selbst nicht tröstlich, drei Punkte wären ihm lieber gewesen. "Wir müssen einfach konzentrierter spielen", so die neuerliche Forderung von Andrzej Sadowski. "Irgendwie besiegen wir uns immer selbst, wobei ich den einzelnen Spielern keinen Vorwurf machen will."